Im Gegensatz zu den Krankengymnastikformen von Vojta und Bobath, deren Therapie zunächst für Kinder mit ICP (infantiler Cerebralparese), entwickelt wurden, richtet sich die dreidimensionale, manuelle Fußtherapie speziell an Menschen mit Klumpfüßen.
Ziele:
Korrektur der Klumpfußhaltung, bzw. Schaffung einer guten Ausgangsbasis für die Operation, je nach Schwere des Klumpfußes.
Diagnose:
Ausgangsvoraussetzung ist die normale Fußentwicklung des Säuglings, bei Abweichungen werden Hüft- oder Fußstörungen vermutet, die genauer analysiert werden müssen. Da in der Manuellen Therapie "der diagnostische Griff nahtlos in den therapeutischen Griff übergeht" (als Zitate gekennzeichnete Textstellen wurden aus den unten genannten Artikeln entnommen, im folgenden wird nicht extra jedes Mal darauf verwiesen) werden die zur Therapie genutzten Griffe auch zur Diagnostik verwendet und somit unter "Therapie" näher erklärt...
Prinzipien:
"Das Grundprinzip der manuellen Therapie ist die Neutralstellung des Gelenkes bevor mit der passiven Mobilisationsbehandlung begonnen wird."
Der Fuß und Bein werden, im Gegensatz zur klassischen krankengymnastischen Behandlung, wo Hüfte und Knie gestreckt und der Fuß isoliert in Pronation (Einwärtsdrehung) trainiert wird, in ihrer normalen Entwicklung und ihren normalen Bewegungsmustern betrachtet und diese Bewegungsmuster werden als Ausgangstellungen in der manuellen Therapie genutzt.
Therapie:
Die Behandlung gliedert sich in vier Phasen mit neun Manipulationsgriffen zur Dehnung verschiedener Muskeln und Lösung der Blockaden der Gelenke und wird in den ersten Phasen in Rücken- und Bauchlage und in der letzten Phase in Seitlage durchgeführt. Die einzelnen Phasen und Manipulationsgriffe sind genau aufgeführt in dem Artikel "Der Säuglingsklumpfuß...". Hier sei nur noch erwähnt, dass Frau Zukunft-Huber der Meinung ist, auf Gipse und Schienen könne verzichtet werden, da sie nur zum Teil das komplexe Bewegungsmuster des Säuglings berücksichtigen. Sie schreibt "Voraussetzung für eine normale Gelenkfunktion ist das freie Gelenkspiel". Statt dessen benutzt sie nach dem Dehnen eine Wickeltechnik, damit die erreichte Dehnung und die erreichte Länge des Fußes bis zum nächsten Dehnen erhalten bleibt. Die Eltern werden in die Behandlung einbezogen und bekommen nach und nach die Hangriffe gezeigt.
Folgende Grenzen der dreidimensionalen manuellen Fußtherapie nennt Frau Zukunft-Huber:
- wenn die Fußdeformität neurogene (nervliche) Ursachen hat
- oder es eine Fußstörung mit zusätzlicher Hüftdysplasie ist
"so ist die manuelle Fußtherapie sekundär. Dann ist die Vojta-Therapie die Primärbehandlung."
Literatur:
Barbara Zukunft-Huber: "Prävention und Prophylaxe - Dreidimensionale, manuelle Fußtherapie. Grundlagen zur Frühbehandlung von Fußdeformitäten, orientierend an der funktionellen Fußentwicklung im ersten Lebensjahr - Teil I+II IN: Sozialpädiatrie und Kinderärztliche Praxis, 15. JG, 8/93, S. 464-468 und 9/93, S. 518-521
Barbara Zukunft-Huber: Der Säuglingsklumpfuß: Funktionelle, dreidimensionale manuelle Fußtherapie auf neurophysiologischer Grundlage. IN: Zeitschrift für Physiotherapeuten, Nr. 3+4/2000, Seiten 452-463 und 647-660







