Ziele:
- Neurophysiologische Programmierung (Versuch dem gestörten zentralen Nervensystem Muster der normalen menschlichen Entwicklung (Ontogenese) einzuprogrammieren).
- Die ständig wiederkehrenden "falschen" Bewegungsstereotypien sollen durchbrochen werden und dadurch wird verhindert, dass sie sich festsetzen.
Diagnose:
- Beurteilt wird zuerst die spontane Bewegung des Kindes in Rücken- und in Bauchlage.
- Durch die Prüfung der sieben Lagereaktionen werden Aussagen zum Aufrichtungsniveau des Kindes und zur Qualität seiner gesamten Bewegungsmuster getroffen (mehr Infos zu den Lagereaktionen unter: Die Lagereaktionen in der Entwicklungskinesiologie).
- Darüber hinaus wird die Dynamik der Neugeborenenreflexe berücksichtigt.
Prinzip:
In der Vojta-Therapie wird von stammesgeschichtlich geprägten, elementaren Bewegungsreflexen ausgegangen, die allen Menschen eigen sind: In der normalen Entwicklung können ständig wiederkehrende Bewegungsmuster dem Entwicklungsstand entsprechend abgerufen werden. Genau darauf beruft sich Vojta in seiner Vorgehensweise. Er spricht von "Reflexkriechen" in Bauchlage und von "Reflexdrehen" aus Rücken- und Seitenlage.
Therapie:
In bestimmten passiv vorgegebenen Ausgangsstellungen werden ganz bestimmte Punkte (Auslösezonen) durch leichten Druck gereizt, so dass eine immer gleiche motorische Antwort erfolgt. Dadurch kommt es zur Bahnung der zum Gehen und Fortbewegen notwendigen Grundfertigkeiten (Beherrschung der Körperlage, Aufrichtungsmechanismen und regelmäßig wiederkehrende Beweglichkeit). Je früher mit der Behandlung begonnen wird, und je ausdauernder sie durchgeführt wird, desto besser. Außerdem gilt, je geringer die Schädigung, desto vielversprechender ist die Behandlung. In der Regel erlernen die Eltern die Behandlungstechnik nach Vojta an ihrem Kind und übernehmen den maßgeblichen Teil der Therapie. Folgende "Regeln" zur Therapiedauer und Gründe zur Nichtdurchführung nennt die Internationale Vojta Gesellschaft e.V. (www.vojta.com):
"Die Therapie wird optimalerweise 4 Mal täglich angewendet. Die Dauer einer Therapieeinheit soll
- beim Säugling unter 4 Wochen 5-6 Nettominuten
- beim älteren Säugling 10 Nettominuten
- beim Kleinkind 15 Nettominuten
- bei älteren Kindern und Erwachsenen 20 Nettominuten
nicht überschreiten und wird immer auf das aktuelle Befinden des Patienten abgestimmt.
Die Therapie darf nicht durchgeführt werden bei :
- Fieber
- Akuten entzündlichen Prozessen
- Tumoren die metastasierend sind (alle anderen Tumorarten nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt)
- Impfungen mit Lebendimpfstoffen nach Maßgabe des Arztes (i.d.R. 10 Tage nach Impfung)
Bei allen, das Allgemeinbefinden einschränkenden Erkrankungen wird die Therapie entsprechend kürzer durchgeführt, muss aber nicht ausgesetzt werden."
Literatur:
Walter Protacs: Grundzüge der Vojta-Therapie Homepage der Internationalen Vojta Gesellschaft e.V. (www.vojta.com)







