Alle hier aufgeführten Erkrankungen sind NICHT Bestandteil des idiopathischen, d.h. angeborenen Klumpfuß. Dieser Artikel ist also bitte mit Vorsicht zu lesen. Hier werden Erkrankungen aufgeführt, bei denen Klumpfüße quasi "nur" Begleiterscheinungen sind. Solltet Ihr bei Euren Kindern die Diagnose "Klumpfuß" bekommen haben, so sucht jetzt bitte nicht nach eventuell möglichen weiteren Anzeichen für andere Erkrankungen. In der Regel diagnostizieren die Ärzte sehr genau.
Dieser Artikel soll Eltern dazu dienen sich orientieren zu können. Aber auch nur dann, wenn bei ihren Kindern sowohl eine andere Erkrankung wie auch ein Klumpfuß diagnostiziert wurde.
Bei sekundären Klumpfüßen sind die Klumpfüße selbst Teil einer anderen Erkrankung. So kann z.B. durch Kinderlähmung das Entstehen von Klumpfüßen hervorgerufen werden. Mit anderen Worten: Sekundäre KF sind die Folge einer anderen Erkrankung und nicht die Erkrankung selbst (primäre Klumpfüße).
Dennoch können beim sekundären Klumpfuß ebenso wie beim Primären sämtliche Komponenten der Fehlbildung in ebenso vielen Varianten auftreten. Gerade das macht das Erkennen eines sekundären Klumpfußes manchmal schwierig. So kann es z.B. passieren, dass ein Säugling mit Klumpfüßen scheinbar vollkommen korrekt durch redressierende Gipse und anschließende Operation behandelt wird, sich aber im Nachhinein herausstellt, das dieses Kind eigentlich an einer Bindegewebsschwäche leidet. Die Folge kann eine Überkorrektur sein, weil der Klumpfuß nur ein sekundärer ist und die eigentliche Erkrankung zum Zeitpunkt der Klumpfuß-Behandlung nicht bekannt war. Wobei bei einer Bindegewebschwäche grundsätzlich nur selten ein Klumpfuß auftritt. Das sei nur als Beispiel genannt.
Daher gelten bei sekundären Klumpfüßen die gleichen therapeutischen Maßnahmen, wie für den primären KF. Aber sie dürfen nur abhängig von der Grunderkrankung angewandt werden. Wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist es also, die eigentliche Ursache zuerst zu therapieren und Behandlungsziel und -methode bei den sekundären KF daran zu orientieren.
Beispiel:
Ein an Dysmelie erkrankter Junge dem der Oberschenkel fehlt. Der Unterschenkel setzt direkt an der Hüfte. An diesem Bein besteht auch ein Klumpfuß. Die Behandlung des Klumpfußes wäre an dieser Stelle nicht gewünscht, da der Fuß in seiner Position so nie als Fuß eingesetzt werden könnte. Im Gegenteil. Die Spitzfußkomponente ist in diesem Fall hilfreich, um eine Orthese anpassen zu können. Zu einem späteren Zeitpunkt besteht sogar die Möglichkeit den Fuß komplett umzudrehen, um ihn dann als Kniegelenk nutzen zu können. Zugegeben, ein extremes Beispiel, aber es veranschaulicht sehr deutlich das Prinzip, das dahinter steckt.
Ursachen:
Grundsätzlich teilen sich die Ursachen für sekundäre Klumpfüße in neurogene und nicht-neurogene Erkrankungen. Erstere bilden dabei die größere Gruppe. In der Regel liegt bei neurogenen Grundkrankheiten eine unvollständige Nerven-Versorgung des Beines / Fußes der Nerven vor, in deren Folge kommt es zur Deformität. Des weiteren können Spastiken und Lähmungen Auslöser für Klumpfüße sein, wobei bei der unten aufgeführten AMC und der Spina bifida in der Regel der Klumpfuß angeboren ist. Bei der ICP entwickelt er sich häufig erst nach Jahren..
Natürlich ist dies nur eine Auswahl von Grundkrankheiten bei sekundären Klumpfüßen. Und ebenso natürlich erheben die Inhalte dieser Seiten keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Deshalb verweisen wir hier noch einmal auf unser Impressum und bitten um Rückkmeldungen per Mail, um diese Zusammenstellung auf dem aktuellsten Stand zu halten und ständig zu verbessern.
Des weiteren können wir den Themenbereich "Genetik" hier nicht intensiver darstellen. Wer sich mit dem Thema genetischer Erkrankungen auseinandersetzen möchte, der wende sich bitte an humangenetische Beratungsstellen in seiner Nähe.
Sämtliche Zitate sind dem Buch Fussdeformitäten"Der Klumpfuß", L. Döderlein, W.Wenz, U. Schneider, Springer-Verlag Berlin-Heidelberg 1999, ISBN 3-540-65622-7 entnommen. Im Einzelnen werden nur die Seitenzahlen aufgeführt.
Vielen Dank an Prof. Dr. J. Hamel für die Hilfe bei diesem Artikel.
August 2002







