Die Suche
Erste Station: das Internet. Allgemeine Informationen über Klumpfüße sind reichlich zu finden (siehe Links), aber auf keiner Seite sind Quellenangaben zu den dort genannten Zahlen zu finden. Medicine Worldwide widmet der Häufigkeit sogar einen eigenen kleinen Absatz, aber auch dort: Fehlanzeige bei den Quellenangaben.
Zweite Station: das statistische Bundesamt. Hier kann man schließlich sogar erfahren, wie viele Hausfrauen im Jahr beim Gardinenaufhängen von der Leiter fallen und welches Kampfgewicht der deutsche Durchschnittsdackel auf die Waage bringt. Also müssten die Zahlensammler auch Genaueres über angeborenen KF wissen. Die Mail wird sogar innerhalb weniger Tage beantwortet. Das Ergebnis: wieder Fehlanzeige: "Bei der Erhebung der Daten für die Schwerbehindertenstatistik wird der Umstand eines Klumpfußes nicht erfasst" und "nach unserer Recherche existiert auch keine Institution bzw. Interessenverband, der sich mit dieser Thematik befasst und eventuell Auskunft geben könnte ..." Auch nichts. Wenn schon die Herren der Daten, Zahlen und Statistiken nichts wissen - wo kommen dann die Zahlen her? Zweiter Versuch: Frage nach den gelben Vorsorgeuntersuchungsheftchen, die alle Eltern kennen und zu jeder Ux bis Uy brav zum Kinderarzt tragen. Werden die Daten denn nicht ausgewertet? Das muss doch Sinn machen - schließlich steht da alles Wichtige drin.
Am nächsten Tag dann ein Anruf von einem Mitarbeiter des statistischen Bundesamtes. An das Bundesamt würden nur Krankheiten übermittelt, die einen sogenannten 5-stelligen Verschlüsselungscode hätten. Klumpfüße hätten nur einen 4-stelligen und würden somit nicht erfasst. Es gäbe zwar Krankenhäuser, die auch die 4-stelligen Codes weitergeben, aber das seien nur vereinzelte und somit nicht repräsentativ bzw. deren Daten dürften deshalb nicht herausgegeben werden. Und ausgewertet würden die gelben Heftchen von den kassenärztlichen Vereinigungen. Außerdem habe das Robert-Koch-Institut derzeit ein Kinder- und Jugendprojekt laufen, vielleicht seien ja dort weitere Angaben zu bekommen....
Also weitere Mails an:
-die KBV (kassenärztliche Bundesvereinigung),
-das RKI (Robert-Koch-Institut),
-Netdoktor
-und an Dimdi (Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information)
Von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ist bis heute (trotz Nachfrage) keine Antwort eingetrudelt. Wie auch. Die Damen und Herren haben sicherlich anderes zu tun. Immerhin gibt es eine Information vom Robert-Koch-Institut. Nämlich die, dass sie keine haben. Netdoktor weiß auch nichts, will aber wenigstens mal recherchieren (das war im Juli 2001 - bis heute keine Antwort). Dafür hat das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information zwar keine Informationen (Warum heißen die dann eigentlich so?), aber dafür einen überraschenden Tipp: Am besten mal beim statistischen Bundesamt versuchen....
Drei Wochen später dann doch Infos vom Robert-Koch-Institut. Fühlt sich wenigstens da jemand zuständig? Immerhin, eine definitive Aussage und zwei Hinweise kommen dabei rum:
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