Eine Unterteilung in Schweregrade ist nicht einfach, da mehrere Ärzte Klassifikationen (Scores) nach unterschiedlichen Gesichtspunkten erstellt haben. Eine häufig verwendete Klassifikation hat Dimeglio (Prof. A. Dimeglio, Montpellier, Frankreich) vorgenommen:
- Typ I: Der Fuß lässt sich passiv bis zur Neutralstellung korrigieren. Die Achillessehne ist gering verkürzt, der Fuß lässt sich nicht völlig frei dorsalflektieren (soft-soft-foot). Sie sind mehr als 90% korrigierbar und können konservativ behandelt werden (20% aller Klumpfüße). Dieser Typ soll nach Dimeglio et al. aus der Klumpfußstatistik herausgenommen werden.
- Typ II: Der Klumpfuß zeigt eine nur teilweise korrigierbare Spitzfußstellung. Die Vorfußadduktion ist gering und korrigierbar, es besteht keine quere Sohlenfalte, die Supinationsstellung ist gering und beträgt in etwa 20 Grad (soft-stiff-soft). Diese Füße haben gute Erfolgschancen bei der konservativen Behandlung (33% aller Klumpfüße, Dimeglio, et al.).
- Typ III: Es besteht ein fixierter Spitzfuß, die subtalare Rotation lässt sich nur gering korrigieren. Die Korrektur der Vorfußdeformität ist teilweise möglich. Die Supinationsstellung liegt um die 40 Grad (stiff-soft-foot). Diese Art der Klumpfüße sind mit 35% am häufigsten, die Resistenz ist größer als die Korrigierbarkeit (Dimeglio et al.).
- Typ IV: Der Fuß ist im allgemeinen kurz und kapsular ausgesprochen rigide, ist subtalar oft komplett disloziert, die Spitzfußstellung ist ausgeprägt. Der Rückfuß = varus beträgt 45 Grad, es besteht eine tiefe und ausgeprägte quere Mittelfußfalte. Alle Gelenke weisen eine sehr harte Kontraktur auf (stiff-stiff-foot) (Grill). Diese Art der Füße kommt selten vor, 12% aller Klumpfüße, sie ist beinah unkorrigierbar (Dimeglio et al. 1995, S.129.136)
Die Klassifikation nach Pirani, die bei der Ponseti-Methode zur Anwendung kommt, findet Ihr in der Rubrik Ponseti.
Kritikpunkte an Scores
Weitere Klassifikationen hier aufzuführen, würde zu weit in die medizinische Fachliteratur gehen, um für Betroffene noch verständlich zu sein. Zumal es auch Kritik am Einsatz von Scores gibt:
Die Anwendung von Klumpfußscores zur Klassifizierung der Deformität und zur Abschätzung des Therapieerfolges hat Vor- und Nachteile. Sicherlich erleichtert ein Score die Entscheidung, ob operativ oder konservativ behandelt werden sollte: Aufgrund der großen Vielfalt der Klumpfußausprägungen ist es aber riskant, sich alleine auf Scores zu verlassen, da sie immer subjektiv sind und nicht alle im Einzelfall notwendigen Punkte umfassen können.
So wird die klinische Untersuchung mit Einschätzung des Gelenk- und Muskelstatus die letzte Entscheidung zu Art und Ausmaß des therapeutischen Vorgehens bilden und die Einteilung in Scores nur als Teil zur Entscheidungsfindung beitragen.
Wichtige Komponenten für die operative Entscheidung sind Erfahrung und Temperament des Operateurs, Kooperationsbereitschaft der Eltern, Möglichkeiten der Nachbehandlung und vorausgegangene Therapieversuche.







