Bei der Behandlung nach Ponseti wird die Klassifikation nach Pirani (auch Columbian Clubfoot Score) eingesetzt, um die Schwere der Deformität zu beurteilen.
Dabei werden 6 verschiedene Anzeichen beurteilt. Jedes dieser Anzeichen wird mit 0/0,5 oder 1 bewertet. Je höher die Punktzahl, desto schwerer der Klumpfuß. Die Bewertung des Fußes bei jeder Vorstellung des Patienten während der Behandlung erleichtert dem behandelndem Orthopäden zu dokumentieren wie der Fuß auf die Manipulation und die Gipse anspricht.
Die Kriterien im Einzelnen:
1. Biegung des lateralen Fußrandes
Der laterale Rand des Fußes ist normalerweise gerade. Ein gebogener Rand deutet eine Kontraktur im Mittelfuß an. Die Stärke der Biegung kann die Stärke der Kontraktur anzeigen.
| Normalerweise ist der laterale Rand des Fußes gerade von der Ferse bis zum Kopf des Metatarsalis V. Eine gerade Kante entlang des lateralen Randes gehalten, hilft bei der Einschätzung der Biegung. Ein gerader lateraler Rand bekommt eine Bewertung von 0. |
| Im anormalen Fuß bewegt sich der laterale Rand des Vorfußes von der geraden Kante weg. Einer milden lateralen Biegung gibt man eine Bewertung von 0,5 (Die Biegung scheint im distalen Teil des Fußes im Bereich der Metatarsali zu sein). |
| Eine ausgeprägte Biegung des lateralen Randes erhält eine Bewertung von 1 (die Biegung scheint sich auf Höhe des Cuboid / Calcaneus zu befinden). |
2. Mittelknick des Fußes
Beim gesunden Fuß zeigt die Haut des Fußgewölbes mehrfache feine Linien an. Tiefere Hautknicke können auf eine stärkere Kontraktur des Mittefußes hindeuten.
| Betrachtung des Mittelfußgewölbes des Fußes in Position der maximalen Korrektur. Normalerweise sieht man mehrfach feine Linien, die die Form der Wölbung nicht ändern und somit wird dem Mittelknick des Fußes eine Bewertung von 0 gegeben. |
| Im anormalen Fuß gibt es ein oder zwei tiefe Knicke . Wenn diese Knicke nicht auffallend die Form der Wölbung ändern, wird dem Mittelknick des Fußes eine Bewertung von 0,5 gegeben. |
| Wenn die tiefen Knicke auffallend die Form der Wölbung verändern, erhält der Mittelknick des Fußes eine Bewertung von 1. |
3. Hintere Falte der Ferse
Normalerweise zeigt die Haut des hinteren Knöchels mehrfache feine Falten. Tiefere Falten deuten auf eine stärkere hintere Kontraktur.
| Betrachtet wird die Rückseite der Ferse mit dem Fuß in maximaler Korrektur. Normalerweise sieht man viele feine Linien, die die Kontur der Ferse nicht verändern. Die Haut kann sich dehnen. In diesem Fall wird der hinteren Fersenfalte eine Bewertung von 0 gegeben. |
| Im anormalen Fuß befinden sich ein oder zwei tiefere Falten. Wenn diese Falten die Kontur der Ferse nicht verändern, bekommt die hintere Fersenfalte eine Bewertung von 0,5. |
| Wenn sich durch die tiefen Falten die Kontur der Ferse ändert, bekommt die hintere Fersenfalte eine Bewertung von 1. |
4. Lateraler Teil des Kopf des Talus
Der Kopf des Talus (Sprungbein) wird seitlich am unbehandelten Klumpfuß freigelegt. Während der Korrektur schiebt sich das Navicular (Kahnbein) auf den Kopf des Talus und bedeckt es. Dieses Zeichen gilt als Maß in wie weit sich das Navikular auf den Kopf des Talus zurückführen lässt.
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Dieses Anzeichen wird mit 0 bewertet, wenn sich das Navicular völlig auf den Kopf des Talus schiebt.
Es bekommt eine Bewertung von 0,5 wenn eine teilweise Rückführung des Navicular auf den Kopf des Talus möglich ist.
Und es bekommt eine Bewertung von 1, wenn das Navikular sich in einer festen medialen Verrenkung befindet, angezeigt durch einen leicht ertastbaren Taluskopf, selbst wenn der Vorfuß - soweit es die Deformität erlaubt - in maximaler Korrektur ist.
5. "Leere der Ferse"
Bei völlig plantar gebogenem Sprungbein, ist das Fersenbein in Spitzfußstellung und der hintere Teil des Fersenbeins zeichnet sich ab. Ist der Fuß in Plantarflexion, füllt das Fersenbein die Fersenwulst aus. Durch das Ertasten der Fersenwulst kann folglich festgestellt werden, wie stark das Sprungbein in Plantarflexion ist und damit kann eine Bestimmung der hinteren Kontraktur erfolgen.
| Der Fuß wird in maximaler Korrektur gehalten und der Finger des Untersuchenden wird auf die Ecke der Ferse gesetzt. Leichter Druck wird durch den Finger ausgeübt. Normalerweise ist die Wulst des Fersenbeins tastbar und der „Leere der Ferse“ wird eine Bewertung von 0 gegeben. |
| Die „Leere der Ferse“ bekommt eine Bewertung von 0,5 wenn die Wulst des Fersenbeins nur in der Tiefe der Ferse zu ertasten ist. Die "Leere der Ferse" erhält eine Bewertung von 1, wenn sich die Ferse für den untersuchenden Finger komplett leer anfühlt. Ein knöcherner Vorsprung in der Fersenwulst ist nicht spürbar. |
6. Rigidität des Spitzfußes
Dieses Anzeichen ist das Maß der hinteren Kontraktur. Je größer die verbliebene hintere Kontraktur ist, umso weniger kann der Fuß dorsalflexieren.
| Die Schwere des Spitzfußes wird mit 0 bewertet, wenn der Winkel der Dorsalflexion völlig gegeben ist (der Fußrücken berührt fast die Vorderseite des Schienbeines). |
| Der Spitzfuß bekommt eine Bewertung mit 0,5, wenn der Winkel der Dorsalflexion nicht vollständig möglich ist, aber ausreichend, um den seitlichen Rand des Fußes in einen Winkel von 90° zu bringen oder weniger in Bezug auf die lange Achse des Beines. |
| Der Spitzfuß wird mit 1 bewertet, wenn der Winkel der Dorsalflexion stark eingeschränkt ist und der seitliche Rand des Fußes nur einen Winkel größer als 90° erreicht in Bezug auf die lange Achse des Beines. |























