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Fragen und Antworten - Krankengymnastin Sandra Tiehe-Achenbach


3. April 2007

Sohn, 3 Monate alt; 3 Monate Gips, jetzt Schiene für 23 Stunden am Tag und 2x pro Woche KG. Wir stehen noch ganz am Anfang der Therapie und sind noch sehr unsicher. Meinem Sohn wurde nun 2x pro Woche KG verordnet. Welche Art der Therapie wurde uns dazu nicht gesagt. Steht auch nicht auf der Verordnung. Da wir auf dem platten Land wohnen würde ich Sie nun gerne Fragen, auf was ich bei der Auswahl der KG achten soll und nach welcher Art er behandelt werden soll. Gibt es Übungen für Zuhause? Wird mein Sohn durch die Schiene sehr in seiner motorischen Entwicklung gestört?

 

Antwort:

Es ist immer sehr schwer, etwas ungesehen zu beurteilen. Es sind immer nur kleine Ratschläge aus der eigenen Erfahrung oder Tipps am Rande, die wir den anfragenden Eltern hier geben können. Bei der Auswahl Ihrer Physiotherapeut/In gibt es einige Kriterien, die vielleicht den Behandlungserfolg noch optimieren könnten. Zum einen sollte der/die behandelnde Kollege/In natürlich Erfahrung haben in der Behandlung von Klumpfüßchen. Das ist gar nicht so alltäglich! Eine Nachfrage lohnt sich. Wenn Sie ganz auf Nummer sicher gehen wollen und vielleicht auch noch verschiedene Praxen vor Ort haben (auf dem "platten Land", wie Sie schreiben, kann ja auch vor den Toren einer Großstadt bedeuten :-) sollten Sie nach der Zusatzausbildung "Vojta", bestenfalls die Therapiemöglichkeit nach der Methode von Frau Barbara Zukunft-Huber Ausschau halten. Was diese Therapieformen beinhalten können Sie hier auf der Homepage lesen. Egal für welchen Kollegen Sie sich entscheiden, es ist unerlässlich, dass Ihnen ein Hausaufgabenprogramm an die Hand gegeben wird. Sollten Sie, bzw Ihr Sohn, schon in Behandlung sein, und dahingehend hat sich noch nichts getan, sprechen Sie den/die Therapeut/In gezielt darauf an. Mit zweimal KG pro Woche und ohne Eigenübung zu Hause ist ein Klumpfuß nicht gut versorgt.

 

Zu Ihrer letzten Frage, ob die Schiene die motorische Entwicklung Ihres Sohnes beeinträchtigt, kann ich Ihnen nur grundsätzlich antworten: Solche Orthesen, Schienen etc werden bei der Verordnung durch den Kinderarzt/Orthopäde immer nach mehreren Gesichtspunkten ausgewählt. In erster Linie zur Therapie des Klumpfußes. Dennoch stehen heutzutage so viele Hilfsmittel zur Auswahl, dass ein Arzt auch immer das dem Alter entsprechende Hilfsmittel wählt. Dafür muß man die normale motorische Entwicklung eines Kindes berücksichtigen. Im Alter von drei Monaten kann sich ein Kind noch nicht selbständig von der Rückenlage in die Bauchlage bzw umgekehrt drehen, so dass die Schienen Ihrem Sohn hier auch noch nicht im Weg sein können. Sicherlich gibt es noch andere wichtige Aspekte einer normalen motorischen Entwicklung. Es kommt in diesem Alter zu einem vermehrten Fuß zu Fuß Spiel (eingeschränkt durch die Schienen), zu einem vermehrten Abheben der Beine, wenn das Kind auf dem Rücken liegt. Wie weit dies beeinträchtigt sein könnte, vermag ich nicht zu beurteilen, da Sie leider auch nicht die Art der Schienenversorgung angegeben haben. Alles weitere sprengt hier jetzt aber den Rahmen, und ist ungesehen auch nicht zu beurteilen. Dies ist sicherlich eine sehr wichtige Frage, die Sie dringend mit Ihrem/r Physiotherapeut/In klären sollten. Falls Sie noch Hilfe bei der Suche einer Praxis benötigen, kann ich Ihnen den Praxisfinder auf www.physio.de ans Herz legen. Dort sind Spezialisierungen meist schon mit angegeben.


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