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Informationen und Austausch zum Thema Klumpfuß
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Fazit

 

Die Gesamtzahl der Klumpfüße ist natürlich so nicht vergleichbar, da sich ja zum einen das sogenannte “Gesamtkollektiv” sehr unterscheidet und zum anderen der Zeitraum ein anderer ist.

Die extrem hohe Zahl der Klumpfüße in Magdeburg im Jahr 2000 erklärt sich dadurch, dass in diesem Jahr das Erfassungssystem auf ganz Sachsen-Anhalt ausgedehnt wurde. D.h. es wurden Landkreise mit einbezogen, die bis dahin nicht am Magdeburger Modell teilgenommen haben. Wichtig in dem Zusammenhang ist noch, dass mit der Wiedervereinigung Deutschlands das Magdeburger Fehlbildungserfassungssystem weitergeführt werden konnte. Allerdings mit einigen Informationsverlusten.

Denn das sogenannte "Mütterberatungssystem" fiel weg - und damit der datenmäßige Zugriff auf Kinderärzte und Hebammen.

 

Bei der Häufigkeit (pro 10.000 Geburten) kann man dennoch einen Vergleich ziehen. Deutlich ist zu erkennen, dass die Angaben aus Mainz über den Angaben aus Magdeburg liegen. Noch einmal zur Erinnerung: die Mainzer haben weniger Fälle, aber die dafür genauer erfasst. Häufigkeit (Prävalenz) pro 10.000 Geburten

 

 


 
´87  
´88  
´89  
´90  
´91  
´92  
´93  
´94  
´95  
´96  
´97  
´98  
´99  
2000 
Mainz  
k.A.  
k.A.  
k.A.  
20  
53  
25  
29  
13  
47  
30  
30  
33  
42  
34 
M´burg  
7  
10  
11  
14  
19  
10  
16  
15  
29  
18  
28  
18  
17  
17 

Die Zahlen der Prävalenzen sind gerundet. Quellen: 1) 2)



Quellen: 1) 2)

 

Auffallend sind die großen zeitlichen Schwankungen bei den Mainzer Zahlen. Nach Angaben der Forscher ist das aber nicht außergewöhnlich. Das seien die üblichen zeitlichen Schwankungen der Fehlbildungshäufigkeiten. Was auch immer das bedeutet.

 

Fazit: Die Angaben in den Büchern liegen im “richtigen” Bereich, auch wenn keine Quellen für die Herkunft genannt werden. Die Prävalenz in Mainz in den letzten 11 Jahren liegt bei 3,3 Klumpfüßen auf 1.000 Geburten und die Prävalenz in Magdeburg in den letzten 14 Jahren bei 1,6 auf 1.000 Geburten. Ein Nord-Süd-Gefälle, wie gemutmaßt, lässt sich nicht erkennen und es ist auch fragwürdig, ob ein Ergebnis in anderen Regionen/Bundesländern wirklich anders aussehen würde.


Ganz herzlichen Dank an Frau PD Dr. Annette Qeißer-Luft und Prof. Dr. Volker Steinbicker, die mir ihre Unterlagen zur Verfügung gestellt haben und meine nervigen Fragen ausgehalten haben.

November 2001, Iris Pott