Am Sinnvollsten ist die à-la-carte-Operation des Fußes, weil dort wirklich nur die Strukturen operiert werden, bei denen es möglich ist. Während der Operation wird entschieden, wie umfangreich der Eingriff ausfallen muß, was in beide Richtungen gehen kann - also geringer als geplant, aber auch umfangreicher als geplant. Dabei wird in folgenden Schritten vorgegangen:
1. Dorsale Entflechtung
Bei der dorsalen Entflechtung (posteriores Entflechtung) wird die Achillessehne z-förmig verlängert und das obere und untere Sprunggelenk im hinteren Teil eröffnet, eventuell auch etwas weitergehend um die Gelenkkapseln herum.
2. Mediale Entflechtung
Bei der medialen Entflechtung (posteriormediales Realease) wird zusätzlich zur dorsalen Entflechtung die Tibialis-Posterior-Sehne verlängert. Fibröse Verbindungen zwischen Kahnbein und Innenknöchel werden gelöst, weiter Gelenkkapseln eröffnet. Das Ausmaß hängt von der Reponierbarkeit von Kahnbein auf Sprungbein und der möglichen Rotation des Fersenbeins ab. Ist zudem noch eine Sichelfußstellung vorhanden, wird die Kapsel des Kahnbein-Keilbein-Gelenkes eröffnet, manchmal auch noch die Kapsel zwischen Keilbein und erstem Mittelfußknochen.
3. Laterale Entflechtung
Wenn die dorsomediale Entflechtung (peritalares Entflechtung) nicht ausreicht, wird eine laterale Entflechtung nachgeschaltet. Die Kapsel des Fersenbein-Würfelbein-Gelenks wird eröffnet und das untere Sprunggelenk von außen eingekerbt.
4. Dorsolaterale Entflechtung
Lässt sich jetzt der obere Teil des Sprungbeins noch nicht richtig in der Knöchelgabel positionieren, muss das obere Sprunggelenk weiter eröffnet werden und gegebenenfalls die Syndesmose (Verbindung zwischen Schienbein und Wadenbein am Knöchel) eingekerbt werden.
5. Plantare Entflechtung
Bei zusätzlicher Hohlfußstellung muß die Sehnenplatte unter der Fußsohle gelöst werden. Die Kapsel von Fersenbein und Würfelbein wird von der Innenseite her eröffnet. Spätestens jetzt können alle Knochen in die richtige Position zueinander gebracht werden.
Das Korrekturergebnis wird mithilfe von Kirschnerdrähten fixiert.
Diese Korrekturschritte sind entsprechend im Buch "Der Klumpfuß" von D. Döderlein et al (Springer-Verlag 1999) beschrieben. Das Vorgehen kann aber von Arzt zu Arzt und Klinik zu Klinik verschieden sein, einen wirklichen Standard gibt es nicht.







