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Fragen und Antworten - Dr. med. Jörn Dohle

Orthopädische Gemeinschaftspraxis Alter Markt, Wuppertal (www.ogam.org).

 

Hinweis:

An Herrn Dr. Dohle können keine Fragen mehr gerichtet werden,

die zurückliegenden Fragen und Antworten sind nachfolgend aufgelistet:

 


Fragen und Antworten von Dez. 2001 - Jan. 2003


21. Januar 2003

Tochter, heute 15 Jahre alt, KF bds. Nach der Geburt beide Füße in Gips, mit elf Monaten Op rechter Fuß, dann Schienen, Einlagen, Antivarusschuhe. Mit 13 Jahren Op am linken Fuß, auch Verlängerung der Achillessehne, Nagel, Eisenplatte und Knochen aus dem Knie eingesetzt, da auch noch Plattfuß. Jetzt ist sie bis August vom Sportunterricht befreit, aber die Schule will sie zum Amtsarzt schicken. Sie hat Krankengymnastik und morgens hat sie das Gefühl das der Fuß taub ist. Durch Übungen geht es dann auch, nur länger als eine viertel Stunde kann sie nicht laufen, dann hat sie wieder Schmerzen. Und die Schule meint, naja so schlimm kann es ja nicht sein. Was kann ich machen?

 

Antwort:

Warten Sie die Antwort des Amtsarztes ab. Wenn Sie mit seiner Einschätzung nicht zufrieden sind, lassen Sie sich die Beurteilung schriftlich geben und legen dann Widerspruch ein. Den Widerspruch können Sie formlos einlegen mit dem Zusatz "Begründung folgt nach Rücksprache mit dem behandelnden Orthopäden". Dann habe Sie erst einmal Zeit gewonnen. Vermutlich wird der Amtsarzt aber das Problem einsehen und eine Befreiung vom Schulsport aussprechen.


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15.Dezember 2002

Bereits im August hatte ich mit Ihnen Kontakt aufgenommen. Seitdem ist unser Sohn jede Woche 3 x zur Krankengymnastik gegangen und ich muss sagen, dass sich sein Gangbild wesentlich verbessert hat. Das gesamte Bein hat an Umfang und Kraft zugenommen und auch die Beweglichkeit ist verbessert worden. Probleme hat er hauptsächlich noch beim Abrollen. Ich hoffe, dass wir auch dieses noch verbessern können.

Nun hatte ich Ihnen damals auch eine Frage bezüglich künstlicher Sprunggelenke gestellt. Sie antworteten damals, dass, wenn es denn notwendig ist, auch eine Versteifung des Sprunggelenkes möglich ist. Was ist darunter zu verstehen und was hat das für Auswirkungen?

 

Antwort:

Bei einer Versteifung des oberen Sprunggelenkes wird bei der Operation das Sprungbein mit dem Schienbein verschraubt, so dass beide Knochen zusammenwachsen.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass nach Zusammenwachsen der Knochen eine sehr stabile Situation entsteht. Die Beweglichkeit die das obere Sprunggelenk dabei einbüßt wird zumindestens zum Teil von den Nachbargelenken übernommen. Da liegt auch schon das Problem der Operation:

Die Nachbargelenke verkraften diese vermehrte Belastung zwar über viele Jahre gut, nach Jahrzehnten ist jedoch auch in diesen Gelenken mit einem erhöhten Verschleiß zu rechnen.

Ihr Kind ist jetzt 13 Jahre alt. Eine solche Operation würde man allerfrühestens in zehn Jahren vornehmen. Ich würde Ihnen deshalb dringend raten, sich nicht durch Probleme beunruhigen zu lassen, die erst in zehn Jahren auf sie zukommen können. Das heißt nicht, dass man nicht jetzt für den Fuß Sorge tragen sollte, aber die Entscheidung, welche Operation eventuell in Zukunft noch einmal erforderlich sein wird kann erst in Zukunft getroffen werden.


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21. Oktober 2002

Niklas wurde bis zu seiner OP mit 5 Monaten (August 01) einmal die Woche gegipst. Nach der OP (zwei Drähte im rechten Fuß) noch 6 Wochen Gips, dann Oberschenkelschienen, die er bis März 24 Stunden am Tag tragen mußte (auch seit Oktober 01 KG nach Vojta). Die Oberschenkelschienen hat Niklas jetzt nur noch beim Schlafen an (ca 14-15 Stunden am Tag). Seit Juli kann Niklas laufen. Mittlerweile setzt er die Füsse auch schön parallel, so dass man fast nicht mehr erkennen kann, das er was an den Füßen hat. Was mir und unserer KG jetzt aufgefallen ist, ist, das Niklas seine Beine nie ganz durchsteckt. Sie sind immer im Knie leicht gebeugt. Unsere KG sagt, es kann nicht am Kniegelenk liegen. Da wäre soweit sie das sieht alles in Ordnung. Ich meine vielleicht hat sich bei ihm irgendwas verkürzt, weil er ja die meiste Zeit in seienm Leben mit angebeugten Beinen verbracht hat. Ich versuche die Beine jetzt immer etwas zu dehnen und sie ihm zu strecken, aber es geht nicht (Widerstand).

Was meinen Sie könnte der Ursprung sein? Was kann man machen damit die Beine gestreckt werden können? Muß mann ggfs. etwas an den Schienen ändern?

 

Antwort:

Zunächst entnehme ich Ihrer Mail, dass es sich im Wesentlichen um einen recht positiven Verlauf handelt. Ihre Besorgnis erscheint nun daher zu kommen, dass von der Krankengymnastik ein vollkommen normales Kniegelenk vorgefunden wird und sie bei ihrem Kind beobachten, dass ihr Kind die Beine leicht angebeugt. Wenn die Krankengymnastik feststellt, dass es nicht am Kniegelenk liegen könne, entnehme ich dieser Beobachtung, dass das Knie passiv frei beweglich ist. Ich gehe deshalb davon aus, dass ihr Kind die Kniegelenke leicht anbeugt, um damit mehr Stabilität im Stand zu gewinnen. Sie können leicht bei sich selbst beobachten, dass wenn man auf einem etwas wackeligen Untergrund steht man instinktiv leicht in die Hocke geht, um mehr Standsicherheit zu erreichen.

Ansonsten möchte ich Sie beruhigen, dass selbst kleine Bewegungseinschränkungen, die z. B. nach einer Gipsbehandlung verbleiben können, bei Kindern sich in aller Regel selbst korrigieren. Das kindliche Gewebe ist sehr dehnfähig, sodass im weiteren Wachstum Bewegungseinschränkungen auswachsen. Eine intensive Ursachenforschung ist meines Erachtens nur dann erforderlich, wenn die beschriebene Bewegungseinschränkungen nicht weniger werden, sondern zunehmen .


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14. Oktober 2002

Sohn, 4 Monate alt. Gleich nach der Geburt wurde der Fuß eingegibst und dann 1mal die Woche gewechselt. Eine OP steht nun an.

Problem: Mein Sohn hat unheimliche Hautprobleme, die sich so auswirken, das er im Kniekehlenbereich und auch am Fuß offene wunde Stellen hat. Die einzige Möglichkeit die wir bislang nur hatten, ist den Gips für mehrere Tage abzu lassen um die Haut zu versorgen. Mein Problem ist, ich möchte meinen Sohn dieser Prozedur so nicht länger aussetzen. Ich weiß aber nicht, ob es an der Behandlungsart oder an der Art seines Fußes liegt.

Die Antwort der Ärtzte lautet: das Kind wäre zu groß und zu kräftig, deshalb würde es diese extremen Druckstellen geben, mit denen wir leben müßten.

Ich weiß nicht mehr weiter. Es muß doch möglich sein in unserer Nähe jemanden zu finden, der sich mit Klumpfüßen auskennt. Bitte helfen Sie mir.

 

Antwort:

Bei der Redressionsbehandlung eines Klumpfußes durch Gipse muss man Druck ausüben, um den Fuß korrigieren zu können. Natürlich versucht man, den Druck möglichst gleichmäßig auszuüben und Hautprobleme durch Polsterung zu vermeiden. Dennoch kommt es, trotz größter Sorgfalt, leider immer wieder vor, dass die Haut der jungen Patienten leidet. Mir sind persönlich einige Fälle bekannt, bei denen die Gipsbehandlung auf Grund der Hautprobleme gar gänzlich beendet werden musste. Ich verstehe ihre Sorgen, will Ihnen aber auf der anderen Seite Mut machen, dass die Haut der Kinder zum Glück sehr gutes Heilungspotenzial hat. Solche Probleme kann man mit Sicherheit nur vermeiden, wenn man fast keinen Druck ausübt. Dann aber ist mit einer Korrektur des Klumpfußes auch nicht zurechnen.

Hinweis für alle:

Empfehlungen bezüglich anderer Ärzte kann und darf Dr. Dohle nicht geben. In solchen Fällen wendet Euch bitte an uns oder an das Forum. Dort werdet Ihr in den meisten Fällen jemanden finden, der Euch Tipps geben kann.

Iris


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29. September 2002

2. Zwilling, 14 Wochen alt, beidseitig Klumpfüße, seit dem 3. Lebenstag redressive Gipsbehandlung mit Steigerung der Traglänge, seit 3 Wochen Gipsschiene, noch nicht geröngt. Charlotte schreit extrem viel und sehr intensiv, mit voller Kraft, steigert sich im Schreien. Man hat das Gefühl, dass sie wahnsinnig wird. Nimmt gewichtsmäßig nur langsam zu ...

Nachdem der letzte Gips nach zwei Wochen Tragedauer im September 02 entfernt wurde, waren die Beinchen und der Fußspann mit roten und blauen Flecken übersät, teilweise offene Stellen, die Haut wund. Seitdem wir die Gipsschienen selber mehrmals am Tag abnehmen können und Charlotte strampeln kann, geht es ihr erheblich besser, trinkt sie gut, sie wirkt ruhiger und zufriedener ohne Schienen. Jedoch wird das Anlegen der Gipsschienen immer mehr zu einem Drama, weil sie jetzt die Einengung stärker registriert und sich offenbar bewusst wird, dass ihr Gewalt angetan wird. Das Schreien steigert sich, sie ist voll Wut und Verzweifelung, sie ist kaum noch zu beruhigen, die ganze Familie leidet darunter.

1. Wir haben Angst, dass die Behandlung zu seelischen, psychischen Schäden führt. Da ihre Lebensfreude permanent entzogen wird. (Ihre Schwester - Zwilling 1 - kann mittlerweile Lachen und ist sehr fröhlich über den gesamten Tag, ein völlig anderes Kind)

2. Wenn sowieso operiert werden muß: Frage ob eine lange quälende Gipsbehandlung vorher erforderlich ist?

 

Antwort:

Beim Klumpfuß handelt es sich um eine Fehlstellung, die aus mehreren Komponenten besteht. Das obere Sprunggelenk steht in einer Spitzfußstellung. Dies heißt in medizinischer Terminologie equinus . Das untere Sprunggelenk steht in einer Einwärtsstellung, die Ferse steht damit in einer O-Position. (varus). Das Fußlängsgewölbe ist vermehrt, was einem Hohlfuß entspricht (Excavatus). Letztendlich steht noch der vordere Teil des Fußes in einer Sichelfuß-Fehlstellung. (Adductus) Alle diese Komponenten müssen korrigiert werden!

Jeder möchte eine Operation so klein wie möglich halten. Einige dieser Komponenten lassen sich im Säuglingsalter auch nur schwer operativ korrigieren. Die Sichelfuß-Fehlstellung sollte in jedem Falle durch eine vorausgegangene Gipsbehandlung behoben sein. Auch der Hohlfuß sollte in aller Regel durch den Gips hinreichend korrigiert worden sein.

Je nachdem wieviel Fehlstellung im hinteren Teil des Fußes danach verbleibt ist eine große oder kleine Operation erforderlich. Je aufwändiger die Operation, desto ausgeprägter eine Narbenbildung im Bereich des Operationsgebietes, was eine schlechte Beweglichkeit im Bereich der operierten Gelenke zur Folge haben kann.

In aller Regel, ist die Gipsbehandlung vor einer Operation für das Kind auch nicht übermäßig quälend. Natürlich sind die so genannten Redressionsmanöver nicht angenehmen, da man hierdurch ja versucht den Fuß in eine normale Position zu drängen. Nach Anlegen des Gipses, sollte die Aufregung beim Kind allerdings schnell abebben. Druckstellen oder Hautveränderungen sind dagegen gefürchtete Komplikationen der Gipsbehandlung. Leider kommt es immer wieder vor, dass eine Gipsbehandlung abgebrochen werden muss, weil die Haut zu sehr in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Nach einer Pause von einigen Wochen kann dann in aller Regel, nach entsprechender Hautpflege, die Redressionsbehandlung wieder aufgenommen werden.


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26. September 2002

Vor 37 J. wurde ich mit beidseitigem KF (schlechteste Stufe) in Russland geboren (deshalb entschuldigen Sie bitte mein "komisches" Deutsch: ich lerne erst seit 2 Jahren.) Meine Eltern haben sich gegen eine OP entschieden, weil fast alle Ärzte damals über verschiedene Risiken und Nachteile gesprochen haben. Jetzt habe ich einen Fuß mit Gr. 38, den ich bewegen kann und dessen Hacken mit dem Boden beim Stehen Kontakt hat, und der rechte Fuß, (Gr.37 )-mit dem habe ich mehr Probleme, weil der Hacken "hangt" ungefähr 1 cm und hat keinen Kontakt mit dem Boden. Ich habe folgende Fragen:

1. Ich führe eigentlich ein ganz normales Leben, aber ich bin professioneller Klavierspieler und habe verschiedene Auftritte. Beim hohen Pedal beim Klavier meine "Art", Pedal zu drücken, sieht komisch aus. Kann man in meinem Alter eine "kleine" OP machen, um die "Beweglichkeit" der Füße zu erhöhen? Welches Risiko damit besteht?

2. Ich habe Gefühl, daß seit 2-3 Jahre für mich unbequemer beim Gehen geworden ist. Wie kann ich das kontrollieren?

3. Ich trage ganz normale Schuhe, aber benutze "Unterferse-bett", damit bequemer zu gehen. Ist das schlecht für meine Füße?

4. Eine Frage, die sehr wichtig ist: Meine Frau macht sich große Sorgen, dass unser potenzielles Baby auch KF haben kann. Wie hoch ist das Risiko in meinem Fall? In meiner Familie hatte niemand früher KF. Vielleicht kann man doch ganz früh KF erkennen und die Entwicklung beinflussen?

5. Was soll ich weiter machen, um eine Verschlechtung zu verhindern?

 

Antwort:

zu 1.: Ich entnehme Ihrer E-Mail, dass der eine Fuß nicht in der Lage ist mit der Hacke den Boden zu erreichen. Dies bezeichnet man im medizinischen Sinne als einen Spitzfuß. Ihre Frage, ob man diesen Spitzfuß mit einer kleinen Operation korrigieren kann, kann ich so nicht beantworten. Zunächst gilt es, die Ursache für diesen Spitzfuß herauszufinden. Häufig liegt eine Verkürzung der Achillessehne vor. Leider gibt es aber insbesondere beim Klumpfuß auch so starke Schädigungen des oberen Sprunggelenkes, dass selbst nach einer Verlängerung der Achillessehne die Beweglichkeit des Sprunggelenkes nicht besser wird, und der Spitzfuß verbleibt. Es ist deshalb eine ausgiebige klinische Untersuchung und eine Röntgenaufnahme des Sprunggelenkes erforderlich, um mit Ihnen die Möglichkeiten einer operativen Korrektur zu besprechen.

zu 3.: Nein !

zu 4.: Man weiß heute, dass bei der Entstehung eines Klumpfußes eine genetische Komponente mit verantwortlich ist. Wenn beide Eltern selber unter einem Klumpfuß leiden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind ebenfalls einen Klumpfuß haben wird 1 zu 42. In ihrer Situation, ist somit die Wahrscheinlichkeit, dass ein weiteres Kind ein Klumpfuß haben wird extrem gering. Sie sollten sich auf keinen Fall bei der Entscheidung für oder gegen ein weiteres Kind durch die Möglichkeit eines Klumpfußes leiten lassen.

zu 5.: Vermeiden Sie Überlastungen ihres Fußes. Darüber hinaus haben Sie wenig Möglichkeiten Einfluss zu nehmen.


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9. September 2002

Bei unserem Sohn (8 Jahre alt, Gipsbehandlung bis 1 Jahr, Achillessehnenverlängerung, Nachtlagerungsschienen, orthopädische Schuhe mit Einlagen) wurde Anfang diesen Jahres zusätzlich eine Asteonekrose am re. Fuß festgestellt. Seitdem trägt mein Sohn einen Algöverapparat (Ein Algöwerapparat ist eine Orthese, also ein äußeres Gestänge, durch das das Bein entlastet wird. Der Patient sitzt änhlich wie bei einem Kunstbein / Prothese mit seinen Gesäßknochen auf der Hülse die den Oberschenkel umgibt.) zur Entlastung des Fußes. Im Kernspin zeigte sich bis jetzt keine Besserung.

Welche Möglichkeiten gibt es noch ? Wie ist der weitere ehrliche Verlauf einer Osteonekrose?

 

Antwort:

Eine Osteonekrose ist eine Durchblutungsstörung des Knochens. Wenn der Knochen, aufgrund der nicht mehr erfolgten Durchblutung geschädigt wird, kommt das zu einem stadienhaften Verlauf, wobei zunächst das leblose Knochengewebe vom Körper abgebaut wird und dann im Rahmen eines Regenerationsprozesses neu ersetzt wird. Es kann nun durchaus erforderlich sein, den in Regeneration befindlichen Knochen nicht zusätzlich durch Druck, also Belastung, zu beanspruchen. Zum Glück haben kindliche Knochen eine sehr große Fähigkeit zur Regeneration. Der weitere Verlauf einer Osteonekrose hängt von vielen Faktoren ab. Eine Rolle spielen unter anderem, das Alter des Kindes, das Ausmaß der Osteonekrose d. h. wieviel Knochen ist von dieser Durchblutungsstörungen betroffen und welcher Knochen ist betroffen.


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7. September 2002

Der behandelnde Orthopäde hat meinem Sohn von großer sportlicher Betätigung abgeraten, da die ersten Folgeerscheinungen des Klumpfußes aufgetreten sind (Skoliose, "ausgeleierte" Bänder und neuerdings Arthrose). Als ich jetzt wieder beim Sportarzt war, um mir die übliche Teilsport- und Zensurenbefreiung geben zu lassen, meinte er, dass der Junge ruhig mit Sport machen sollte. Der Orthopäde hatte aber gerade vor langen Läufen und Fußballspielen gewarnt, neuerdings sollte er auch nicht mehr Fahrrad fahren, also nur wenn es sein muss. Irgendwie kam ich mir blöd vor, denn seit Jahren ermahne ich meinen Sohn, einem leidenschaftlichen Fußballfan, nur wenig zu spielen und lieber im Tor zu sein und dann sagt der Sportarzt, aber natürlich kannst du Fußball spielen. Sonst können sich die Muskeln nicht aufbauen. Was ist denn nun richtig? Ich habe natürlich Angst, dass bei starker Belastung irgendetwas "kaputt" geht und er später mehr Schmerzen hat. Wie ist Ihre Meinung zum Thema Sport?

 

Antwort:

Ihrer Verunsicherung kann ich gut verstehen, haben Sie doch recht unterschiedliche Aussagen in der Vergangenheit erhalten. Leider kann ich in dieser Situation nicht den " Schiedsrichter " spielen, da ich dann eine Meinung bzw. eine der bisher geäußerten Meinungen als richtig, wie andere als falsch bezeichnen müsste. Dazu wäre ich jedoch nur fähig, wenn ich das Sprunggelenk bzw. den Fuß ihres Sohnes selber einmal untersucht hätte und mir per Röntgenbild einen genauen Einblick verschafft hätte. Ich kann Ihnen deshalb nur raten, sich bei einem weiteren orthopädischen Kollegen eine zusätzliche Meinung einzuholen.


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31. August 2002

Unser Sohn wurde mit einem Klumpfuß (links) geboren. Nach mehrmonatiger Gipsbehandlung ließen wir ihn in der Orthopädischen Klinik in Zwickau das 1. Mal operieren. Dabei wurden die Achillessehne verlängert und der Fuß gerichtet. Mit dem Ergebnis waren wir recht zufrieden. Als die Klinik in Zwickau schloss, fuhren wir regelmäßig zur Kontrolle in die Orthopädische Uniklinik nach Leipzig. Dort wurde uns geraten, eine 2. Operation durchführen zu lassen. Mit 11 Jahren wurde unser Sohn dann das> 2.Mal operiert und zwar wurde der Unterschenkelknochen durchtrennt und gerichtet. Nach mehreren Wochen Gips, vielen Monaten Krankengymnastik und Training zu Hause war das Ergebnis gut. Der Fuß ist annähernd gerade, er tritt auf der ganzen Fußsohle auf. Der Unterschenkel ist gerade und nicht mehr nach innen gedreht. Sichtbare Hinweise auf den Klumpfuß sind nun noch der vekürzte Fuß (ca. 3 cm zum rechten Fuß) und eine dünnere Wade als am rechten Bein.

Nach ca. 2 beschwerdefreien Jahren hat unser Sohn jetzt öfter Beschwerden nach längerem Laufen oder nach dem Sportunterricht. Manchmal ist der Fuß auch am Knöchel geschwollen und es dauert einige Tage (manchmal auch Wochen) bis die Schmerzen abklingen. Sein Gangbild ist dann sehr schlecht, er hinkt und sagt dann,> dass er den Fuß nicht richtig abrollen kann und dass er beim Abrollen das Gefühl hat, als wäre da eine Sperre im Fuß. Auch ist in letzter Zeit am Morgen eine Steifheit des Fußgelenkes zu beobachten.

1. Frage Was kann man gegen die Schmerzen tun? Uns wurde von mehreren Ärzten schon gesagt, dass unser Sohn später (vielleicht mit 40 oder 50 Jahren) einmal Beschwerden haben kann. Aber er ist jetzt erst 13 und es ist für mich als Mutter ein furchtbarer Gedanke, dass meinem Kind ein Leben mit Schmerzen bevorsteht. Dieser Gedanke lässt mich überhaupt nicht mehr los. Was können wir also tun?

2. Frage Wir haben eigentlich immer regelmäßig (fast täglich wenigstens 5 Minuten) Fußgymnastik durchgeführt. Mit 13 Jahren sieht unser Sohn das natürlich überhaupt nicht mehr ein. Aber sind diese Übungen nicht doch wichtig, um die Beweglichkeit zu erhalten, zumindest solange er sich noch im Wachstum befindet?

3. Frage Kann man durch bestimmte "Kraftübungen" und Fahrradfahren die nur wenig ausgebildete Wadenmuskulatur "auftrainieren"?

4. Frage Was wird getan, wenn Klumpfußpatienten mit den Jahren echt schlimme Beschwerden (Schmerzen, Beschwerden beim Laufen usw.) bekommen? Vielleicht klingt diese Frage etwas eigenartig, aber es ist auf med. Gebiet heute so vieles möglich. Es gibt z.B. künstliche Kniegelenke. Wieso ist es nicht möglich, dass für die Fußgelenke zu entwickeln?

5. Frage Wir möchten gerne noch ein Kind. Ist es wahrscheinlich, dass es wieder mit einem Klumpfuß geboren wird? In unserer Familie ist dies vorher, soweit wir wissen, noch niemals vorgekommen.

 

Antwort:

Natürlich ist die Vorstellung, dass ihr Kind ein Leben mit Schmerzen verbringen soll, sehr beunruhigend. Auf der anderen Seite, sollten Sie sich immer vergegenwärtigen, dass man diese Probleme auch gut behandeln kann. Leider kann es beim Klumpfuß, auch wenn der Fuß durch mehrere Operation äußerlich gut aussieht, zu Problemen im Bereich des oberen Sprunggelenkes kommen. Auch wenn ich den Fuß ihres Kindes nicht untersucht habe, so scheint es, aufgrund ihrer Schilderung, jedoch wahrscheinlich, dass das obere Sprunggelenk schon betroffen ist. Sie sollten den Fuß von einem orthopädischen Kollegen untersuchen lassen, und ein aktuelles Röntgenbild anfertigen lassen. Basierend auf diesen Ergebnissen, kann man dann konkrete Empfehlungen aussprechen, welche Belastungen dem Sprunggelenk zugemutet werden können, und welche therapeutischen Maßnahmen man zur Linderung des Schmerzes ergreifen kann.

Bei vielen Kindern beginnt in diesem Alter die Pubertät und damit auch eine Rebellion gegen die Eltern. In dieser sowohl für die Eltern, als auch die Kinder schwierigen Entwicklungsphase, scheint es mir immer wieder erforderlich Kompromisse einzugehen. Natürlich können Sie bei einem 13 Jahre alten Jungen keine Übungen mit Gewalt durchsetzen. Auf der anderen Seite, ist damit zu rechnen, dass er bald selber Einsicht in sein Krankheitsbild zeigen wird, und dann mit eigener Motivation sein Schicksal in die Hand nehmen wird.

Natürlich kann man Muskulatur trainieren! Die so genannte Klumpfußwade spricht jedoch auf Training nur sehr schlecht an, wobei die gesunde Wade sich bei einem Training vermehren wird. Insofern wäre es wichtig, nur die Klumpfußwade zu trainieren, was Beübung durch Fahrradfahren ausschließt.

Es gibt künstliche Sprunggelenk, die seit einigen Jahren mit Erfolg eingesetzt werden. Somit haben Patienten mit einer fortgeschrittenen Arthrose des oberen Sprunggelenkes, heutzutage die Wahl, ob sie sich für eine Versteifung des Sprunggelenkes entscheiden oder sich ein künstliches Gelenk implantieren lassen.

Man weiß heute, dass bei der Entstehung eines Klumpfußes eine genetische Komponente mit verantwortlich ist. Wenn beide Eltern selber unter einem Klumpfuß leiden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind ebenfalls einen Klumpfuß haben wird 1 zu 42. In ihrer Situation, ist somit die Wahrscheinlichkeit, dass ein weiteres Kind ein Klumpfuß haben wird extrem gering. Sie sollten sich auf keinen Fall bei der Entscheidung für oder gegen ein weiteres Kind durch die Möglichkeit eines Klumpfußes leiten lassen.


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12. August 2002

6 Operationen an beiden Beiden; Krankengymnastik bis zum 20. Lebensalter; Einlagen bis zum 18. Lebensalter - abgesetzt!

Bei mir (31 Jahre) wurde an beiden Sprunggelenken Arthrose festgestellt. Mein behandelnder Orthopäde hat mir zur PST (pulsierende Signaltherapie) geraten. Ist diese Therapie effekiv? Kann man diese bei KF empfehlen, oder bringt sie genausoviel wie herkömmliche Therapien (Reizstrom oder Ultraschall)?

Im Internet steht ja eigentlich nur positives über PST.

 

Antwort:

Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass das vorrangige Problem bei Ihnen nunmehr die Arthrose des oberen Sprunggelenkes ist. Dabei ist es von nachrangiger Bedeutung, welche Ursache für die Arthrose ehemalig vorgelegen hat.

Zur Behandlung der Arthrose gibt es verschiedene Möglichkeiten der konservativen Therapie. Die "klassische" medizinische Behandlung besteht in einer Ruhigstellung des Gelenkes in Kombination mit entzündungs- und reizhemmenden Maßnahmen. Die Ruhigstellung des Gelenkes kann man zum Beispiel durch eine Schuhzurichtung erreichen.

Neben der klassischen konservativen Therapie, gibt es einige alternative Behandlungsmethoden. Zu diesen alternativen Behandlungen gehört unter anderem auch die PST (pulsierende Signaltherapie). Leider wird diese Behandlung von den Krankenkassen in aller Regel nicht bezahlt. Ich habe persönlich selber wenig Erfahrung mit dieser Behandlung, auch wenn sie in unserer Praxis angeboten wird, kenne aber dennoch einige Patienten die über gute Erfolge berichten. Ich möchte nicht verschweigen, dass ich ebenfalls auch Patienten kenne, denen diese Behandlung nicht geholfen hat. Ich kann also keine allgemeine Empfehlung aussprechen. Zu Gunsten der pulsierenden Signaltherapie muss sicher auch erwähnt werden, dass unerwünschte Wirkungen nicht bekannt sind.

Sie sollten also selber entscheiden, ob sie einen Therapieversuch unternehmen wollen, und das finanzielle Risiko auf sich nehmen.


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7. August 2002

Ich habe vor 5 Tagen meinen Sohn zur Welt gebracht. Die Hebamme meinte es sieht nach Klumpfuß aus und evtl. muss gegipst werden. Sie sagte mir auch, so wie es aussieht ist der Fuß normal gewachsen, aber da der Kleine keinen Platz mehr hatte, verdrehte er ihn. Mein Orthopäde meinte auch evtl. muss operiert werden, aber es kann sein das das Gipsen reicht. Gestern beim ersten Gipswechsel sah der Fuß schon wesentlich gerichteter aus und ich mache mir nun gute Hoffnung das es vielleicht nur eine Klumpfußhaltung ist und das gipsen reicht.

Kann es sein das mein Baby dann schon in max. 3 Monaten ein normales Füßchen hat und keinen Gips mehr tragen muss, wenn es nur ne Klumpfußhaltung war?

 

Antwort:

Ich entnehme Ihrer Mail, dass die erste Gipsbehandlung bei ihrem Kind schon eine deutliche Stellungsverbesserung gebracht hat. Sollte es sich um eine Klumphaltung handeln, ist mit einer Normalisierung des Fußes innerhalb weniger Wochen zu rechnen. Sollte es sich dagegen um einen leichten Klumpfuß handeln, müssen sie in aller Regel damit rechnen, dass eine Operation notwendig sein wird. Allerdings ist in ca. 10 Prozent aller Klumpfuß Behandlungen eine komplette Korrektur ohne Operation möglich. Insofern ist es, selbst wenn es sich um einen Klumpfuß handelt, durchaus möglich, dass man den Fuß ohne eine Operation korrigieren kann.

Sollte dennoch eine Operation erforderlich sein, kann bei leichten Fehlstellungen, und um eine solche scheint es sicher in Ihrem Fall zu handeln, in aller Regel mit einer kleinen Operation (Achillessehnenverlängerung ) die noch verbliebene Spitzfußstellung behoben werden.


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30. Juli 2002

Andy hat eine Orthese vom Fuß bis einschließlich Oberschenkel, die er Tags und Nachts tragen muss. (Knick-Senk-Fuß, die starke Außenrotation soll korrigiert werden). Soweit kommt er gut damit zurecht. Nun kommt er aber in die Schule und unser Orthopäde meinte, er solle sie auch beim Sportunterricht tragen. Dass dürfte sich jedoch als schwierig erweisen. (Er möchte aber gern Sport mitmachen). Ist es wirklich unbedingt notwendig diese dann zu tragen oder darf er den Sportunterricht auch ohne Orthese mitmachen. Kann er z. B. auch mal ohne Orthese Fussball spielen (ist sonst sehr schwierig) oder ist das gar nicht gut für sein Bein?

 

Antwort:

Bei Ihrem Kind, scheint es sich um eine recht komplexe Fragestellung zu handeln. Es ist überaus selten, dass aufgrund eines Knick-Senk-Fußes Oberschenkelortthesen getragen werden müssen. Leider kann ich in Ihrem besonderen Fall, keinen allgemeinen Rat geben. In der Behandlung von Klumpfüßen, kann es immer wieder zu recht ausgefallenen Sondersituationen kommen. Diese bedürfen dann einer individuellen Lösung. Solch eine Lösung kann man aber nur in genauer Kenntnis des klinischen Befundes unter Röntgenbilder finden. Somit kann ich Ihnen nur den Rat geben, ihr Anliegen nochmals mit ihren Orthopäden zu besprechen.


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16. Juli 2002

Julian wurde mit 5 Monaten operiert. Er hat KF bds. schwersten Grades. Der linke Fuß ist nach der OP gut geworden, ist beweglich und steht gerade auf dem Boden. Der rechte Fuß ist leider immer noch sehr steif und Julian läuft auf der Außenkante.

Unser Doc meint, er möchte den rechten Fuß nochmal operieren. Auch, weil Julian das Knie immer nach hinten durchbiegt. Laut unserem Doc tut er das auch wegen dem Spitzfuß.

Meine Frage: Ist es zu früh für eine weitere OP? Ich habe gelesen, dass jede Operation eine Gefahr birgt, dass der Fuß anstatt besser, schlechter ist. Soll ich lieber noch warten? Richte ich mehr Schaden an, wenn ich nicht operieren lasse? Ich habe keine Ahnung, was ich machen soll.

 

Antwort:

Natürlich hat jede Operation gewisse Risiken, damit meine ich allgemeine Operationsrisiken, über die Sie als Eltern vor der Operation ausführlich informiert werden müssen. Wenn der rechte Fuß allerdings schlecht beweglich ist und sich ein neuerlicher Spitzfuß ausgebildet hat (trotz intensiver Nachbehandlung) wird eine erneute operative Korrektur unvermeidbar sein. In diesem Fall sollte man mit der Operation nicht zu lange warten, da ein schlecht bewegliches Sprunggelenk für die Entwicklung des Fußes hinderlich ist. Anders formuliert gibt es keine Vorteile wenn man eine Operation hinausschiebt.


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15. Juli 2002

2.Zwilling mit KF links geboren. Nie eindeutiger Befung ob klassicher Klumpfuß oder Fehlhaltung im Mutterleib. Erst Uniklinik Köln. Gips, Schiene usw. In Volmarstein mit 10 Monaten operiert. Seitdem nur noch Einlagen. Kann auf Zehenspitzen, wie auf den Fersen super laufen. Gangbild unauffällig.

Benedikt möchte gerne in einen Trampolinverein gehen. Ich habe aber Bedenken wegen der hohen Belastung des Fußes. Ist diese Sportart nicht eher ungünstig?

 

Antwort:

Erst einmal freue ich mich, dass es Benedikt und seinen Füßen so gut geht. Im Prizip haben sie recht, dass Trampolinspringen mit seinen stossartigen Belastungen schon für einen „gesunden“ Fuß eine hohe Belastung ist. Ich will trotzdem kein kategorisches Verbot aussprechen, sondern die Entscheidung davon abhängig machen, ob der Fuß wirklich äußerlich und innerlich völlig unauffällig ist (D.h. klinische Untersuchung und Röntgenbild).


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5. Juli 2002

Vor 40 Jahren wurde ich mit beidseitigen Klumpfüßen geboren. Da ich ein Frühchen war und die Ärzte zu meiner Mutter sagten, "das Baby überlebt sowieso nicht", wurde erst nach etlichen Wochen mit der Therapie begonnen: zuerst Gips, später Einlagen und orthopädische Schuhe (bis zum 12. Lebensjahr). Seit ca. 2 Jahren habe ich Schmerzen beim Laufen. Nach etlichen unbefriedigenden Arztbesuchen (Chirurgen, Orthopäden) wurde die Diagnose "angeborener Klumpfuß und zunehmende Sichelfußfehlstellung und Schmerzhaftigkeit bei fehlendem Os cuneiforme laterale" gestellt. Vor zweieinhalb Monaten wurde der rechte Fuß in der Uniklinik Greifswald operiert "Arthrodese der lateralen Tarsometatarsalgelenke". Nach sieben Wochen wurde der Gips entfernt. Nun habe ich immer noch Probleme beim Abrollen und beim Stehen auf Zehenspitzen, bin aber mit dem optischen Ergebnis der OP zufrieden, der Fuß sieht nicht mehr so deformiert aus wie der andere.

A: 7 Wochen nach solch einer Operation muß man noch mit erheblichen Verbesserungen im Laufe der weiteren Heilung rechnen. Da müssen sie, hinsichtlich der Belastbarkeit ihres Fußes, noch etwas Geduld haben.

 

Kommt es häufiger vor, daß bei Klumpfüßen ein Knochen fehlt?

A: Nein, das ist eine Seltenheit!

 

Gibt es da irgendwelche Erfahrungen oder andere OP-Methoden? Liegt das Nicht-Abrollen-Können an der Arthrodese?

A: Nein, für das Abrollen ist das obere Sprunggelenk (OSG) zuständig, welches bei Ihnen nicht operiert werden mußte. Nach einer Gipsbehandlung klagen viele Patienten über eine Steifigkeit des Sprunggelenkes, die manchmal sogar einige Monate anhalten kann. Allerding haben "Klumpfußpatienten" im Erwachsenenalter nicht selten Probleme mit dem oberen Sprunggelenk. Beim Klumpfuß kann es zu einer Fehlentwicklung des Sprungbeines (der untere Gelenkknochen des oberen Sprunggelenkes) kommen, was einen vorzeitigen Verschleiß (Arthrose) des Gelenkes mit sich bringen kann. Das macht sich in frühen Stadien als eine "Steifigkeit" des Gelenkes bemerkbar.

 

Meine beiden Kinder haben gesunde Füße, kann bei ihnen trotzdem die gleiche Fehlbildung sein?

A: In der Medizin laute die Antwort auf eine Frage die mit "kann" beginnt immer "ja". Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings extrem gering. Und außerdem hat es überhaupt keine Konsequenzen. Den Füßen ihrer Kinder scheint es ja doch gut zu gehen.


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21. Juni 2002

Tochter, 3 Monate alt, bisher mit redressierenden Gipsen behandelt. Elena ist Typ IV. Wann ist der sinnvollste Zeitpunkt für eine OP. Tatsächlich schon mit 4 Monaten oder doch erst mit 6 Monaten oder älter??

Wenn eine OP durchgeführt wird, aber die Nachsorge nicht so ist, wie wir sie uns vorstellen, ist es dann eine Schwierigkeit, nach einigen Monaten (z.B. wenn nach der postoperativen Gipsphase mit Schienen angefangen wird), zu einem anderen Arzt zu wechseln??

 

Antwort:

Sie schreiben in Ihrer Mail, dass Elena Typ IV sei. Ich entnehme daraus, dass bei ihrer Tochter ein sehr ausgeprägter, rigider Klumpfuß vorliegt, der sich durch die Gipsbehandlung nur wenig beeinflussen lässt. Dies würde dann einem Grad IV in der Klassifikation nach Dimeglio entsprechen.

Bei solch „hartnäckigen“ Fällen ist im Allgemeinen eine ausgedehnte Operation erforderlich. Für diese Operation sollte der Fuß eine gewissen Größe haben, die meist im Alter von 6 Monaten erreicht ist. Sollte es sich um ein sehr zartes, kleines Kind handeln kann es auch schon mal erforderlich sein noch etwas zu warten. Früher habe ich aber bisher nur in seltenen Fällen operiert.

Sie fragen weiter, ob man nach Abschluss der Operation bzw. der Gipsnachbehandlung den Orthopäden wechseln kann. Meiner Erfahrung nach ist das eher die Regel als die Ausnahme, und das ist einer meiner Kritikpunkte am deutschen Gesundheitswesen. Im Krankenhaus wird operiert, der niedergelassene Orthopäde behandelt nach. Und die Kontinuität bleibt auf der Strecke – zu Lasten der Patienten.

Ideal ist es meines Erachtens wenn Vorbehandlung, Operation, Nachbehandlung und weitere Betreuung des Kindes in einer Hand liegen.


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29. Mai 2002

Tegenne (3,5 Jahre alt): Gipstherapie ca. 11Monate, dann Laufschiene, Antivarusschuhe und Drei-punkt-Einlagen. Mit 2,5 Jahren Op (med. Entflechtung bds., Verlängerung des musculus abductor hallucis bds., Reposition des Kahnbein und Kirschnerdrahtfixierung li.).

Anfangs hatteTegenne ausgeprägte Klumpfüße, welche sich unter der Gipstherapie jedoch so gut entwickelt haben (Fersenhochstand war links völlig "verschwunden" und re. kam sie auf 90° Beugung) dass eine Op mit einem halben Jahr nicht als notwendig erachtet wurde. Mit ca 2 Jahren stellte sich dann eine verschlechterung ein und Tegenne entwickelte ausgeprägte Ballenhohlfüße mit metatarsus adductus bds. Nach der Op sollte sie laut behandelndem Arzt weder Schuhe noch Einlagen o.ä. tragen, was eine Verschlimmerung beider Füße zur Folge hatte. In Absprache mit dem Arzt bekam sie dann wieder Antivarusschuhe und Einlagen mit mäßigem Erfolg. Der Vorfuß zeigt immer noch nach innen und der Ballenhohlfuß ist mäßig immer noch vorhanden.

Der behandelnde Arzt sprach schon bald nach der ersten Op von einer weiteren. Da der Erfolg jedoch so geringfügig ist, möchte ich davon vorerst jedoch absehen. Und da der Doc immer auf´m Sprung ist und wenig Zeit für Fragen bleibt, wende ich mich heute mal an Sie. Wie schon gesagt möchte ich eigentlich mit einer weiteren Op warten wollen, weiß jedoch nicht, welche Konsequenzen sich daraus für meine Tochter ergeben, wenn die Op dann ggf. erst zum Ende der Pupertät hin durchgeführt wird. Beeinflusst dass das Op-Ergebnis negativ? Bekommt sie Schmerzen wenn die Füße nicht operiert werden? Worin besteht der Vorteil wenn man so frühzeitig operiert, ausser dass der Fuß bei der Krankengymnastik noch nicht so verhärtet ist?

Ein weiteres Problem für mich stellt meine jüngere Tochter Shereena (1,5 Jahre alt) dar. Sie hat leichte Sichelfüße, welche anfangs mit Federschühchen behandelt wurden. Danach war der Doktor - entgegen meiner Meinung - der Ansicht, dass sie keine Schuhe oder dergleichen mehr tragen müsste. Derzeitiger Stand ist der, dass der Talus (?) der Knochen mittig an der Fußaussenseite rechts ziemlich "herausschaut" und die Maus den Fuß stark nach innen dreht beim laufen (das hat ja an sich nicht´s mit dem Krankheitsbild zu tun). Daraufhin war ich Anfang des Jahres beim Arzt und habe mir Einlagen verschreiben lassen und nun war plötzlich ein großes Geschrei von wegen: hach so schlecht... Ein bißchen sauer bin ich darüber schon, da die Füße halt von Geburt an nicht wirklich schlecht waren und ich der Überzeugung bin, dass man sie mit einer konsequenten Therapie gut hinbekommen hätte (der Doc hat mir nicht mal Kg aufgeschrieben). Nun ist jedoch auch von Op die Rede...

Meine Frage dazu ist ähnlich wie die zu meiner großen Tochter.

 

Antwort:

Liebe Eltern, sie werden verstehen, dass man eine umfassende medizinische Beratung nicht per E-Mail durchführen kann, da man sich als Arzt zunächst intensiv mit den einzelnen Behandlungsunterlagen beschäftigen muss, dann das Kind untersucht und eventuell sogar noch aktuelle Röntgenaufnahmen anfertigen muss. Dennoch will ich versuchen zur ihrem Problem Stellung zu nehmen: Ein Grundproblem scheint mir zu sein, dass ihr behandelnder Arzt relativ wenig Zeit hat bzw. unter zeitlichem Druck arbeitet. Diesen Punkt sollten sie auf jeden Fall ansprechen! Andernfalls ist zu befürchten, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Arzt darunter leidet. Ich habe Ihrer E-Mail einige Fragen entnommen:

1. Kann man mit einer Operation nicht eventuell auch warten? Leider gibt es einige recht gut etablierte Operationen in der Klumpfußchirurgie, die sich nur an einem kindlichen Fuß durchführen lassen. Der kindliche Fuß kann sich im Laufe des weiteren Wachstums an die veränderten Verhältnisse nach der Operation sehr gut anpassen. In dieser Hinsicht hat der erwachsene Fuß deutlich größere Probleme.

Weiterhin ist es wichtig, dass die Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk wiederhergestellt wird. Bei schlechter Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk kann das Sprungbein mit der Zeit leiden und es können irreparable Schäden auftreten.

2. Hinsichtlich der Frage bezüglich ihrer zweiten Tochter, möchte ich anmerken, dass wenn der Talus auf der Außenseite des Fußes deutlich prominent ist, dies auf eine Fehlstellung im hinteren Teil des Fußes hinweist. In diesem Fall liegt der Verdacht nahe, dass es sich nicht um einen Sichelfuß handelt, sondern ebenfalls um einen Klumpfuß. Somit gäbe als auch in diesem Fall einige Argumente für eine rechtzeitige Operation.


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27. Mai 2002

Ich habe einen Klumpfuß links und würde gerne wissen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass meine Kinder auch einen Klumpfuß bekommen bzw. ob es überhaupt sein kann, dass sie einen bekommen. Gibt/Gäbe es eine Möglichkeit dem vorzubeugen? Bei uns in der Familie gibt es keine weiteren Fälle von KF.

 

Antwort:

Beim idiopathischen Klumpfuß geht man mittlerweile davon aus, dass es sich um eine genetisch verursachte Erkrankung handelt. Dabei ist nicht ein Gen alleine, sondern die Zusammenwirkung mehrerer Gene für die Ausprägung eines Klumpfußes bzw. die Nicht-Ausprägung eines Klumpfußes verantwortlich. Ich darf an dieser Stelle bereits anfügen, dass es einen Gentest leider nicht gibt. Im allgemeinen ist die Wahrscheinlichkeit, einen Klumpfußes zu bekommen 1 zu 1000. Hat ein Elternteil bereits einen Klumpfuß ist die Wahrscheinlichkeit des Kindes, einen Klumpfußes zu haben, erhöht. Selbst wenn beide Elternteile einen Klumpfußes haben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind einen Klumpfuß haben wird noch unter drei Prozent. Anders ausgedrückt liegt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind einen Klumpfußes haben wird bei 1 zu 40.


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13. Mai 2002

Meine Tochter hat einen Klumpfuß, rechts, geb. 29.04.2001.

Bisherige Behandlung: 5 Wochen Gipstherapie, 5 Wochen Unterschenkelschiene, seither Wickeln nach Zukunft-Huber. Außerdem machen wir Krankengymnastik ( Vojta und Dehntechnik nach Zukunft-Huber).

3 Mal ( 29.10 2001 , 28.01.2002 und 08.04.2002 ) erfolgte eine Vorstellung beim evtl. Operateur und 3 Mal wurde eine Operation noch nicht für erforderlich gehalten , da sich Fortschritte in der Behandlung (nach klinischem Befund und auch auf dem Röntgenbild) nachweisen ließen. Der Orthopäde hält Lizzy´s Fuß für einen " Grenzfall" bezüglich einer erforderlichen OP (meine Interpretation). Gegenwärtig ist der Stand der, daß wir warten werden, wie sich der Fuß beim freien Laufen einstellen wird. Dann soll evtl. doch noch operiert werden.

Der Fuß selbst läßt sich gegenwärtig wie folgt beschreiben : Der Vorfuß dreht stark nach innen, die Ferse ist fast unten (würde sagen, im 2-3 Millimeterbereich), der Rückfuß sieht (allerdings nur, wenn sie richtig steht) "normal" aus, ansonsten steht ein Knochen unterhalb des Außenknöchels leicht nach außen. Dieser Knochen läßt sich bei der KG jedoch "an seinen Platz" drücken. Passiv läßt sich der Fuß insgesamt in die richtige Stellung bringen. Beim Stehen stellt sie den Fuß manchmal richtig auf und manchmal mehr auf der Fußaußenseite (das korrigieren wir dann immer). Den KF belastet sie nicht richtig, steht meist mit dem ganzen Gewicht auf dem anderen Fuß. Die Fußlänge ist sehr gut, der Fuß ist im Prinzip genau so lang wie der linke. Lizzy ist jetzt ein Jahr alt. Sie läuft (auf Spitzen) am Tisch/Möbeln entlang. Frei laufen kann sie noch nicht.

Nun meine Fragen : Halten Sie es (aus der Ferne und nach meiner Beschreibung) für sinnvoll, den Laufbeginn und eine damit evtl. einhergehende Besserung des Fußes abzuwarten? Gibt es Ihrerseits diesbezüglich Erfahrungen? Könnte durch das Warten über den Laufbeginn hinaus eine negative Entwicklung des Fußes erfolgen?

Welche Schuhe / Einlagen etc. würden sie empfehlen?

Welcher Zeitpunkt wäre aus Ihrer Sicht der richtige für Schuhe/Einlagen? (Gegenwärtig hat sie noch nichts)

 

Antwort:

Ich habe schon den Eindruck, dass ihr Orthopäde den Verlauf der Behandlung bzw. die Fortschritte bei der Behandlung intensiv kontrolliert. Der Klumpfuß ist leider keine Erkrankungen, die man hat oder nicht hat, sondern ein kontinuierliches Spektrum hinsichtlich des Ausprägungsgrades. Das heißt, es gibt ganz leichte Klumpfüße, die sich durch eine Gips- oder Redressionsbehandlung bereits ausreichend korrigieren lassen und somit nicht operiert werden müssen, wogegen schwere Fälle ausgiebig operiert werden müssen. Im Fall ihres Kindes scheint es sich eher um einen leichten Klumpfuß zu handeln. Insofern halte ich es durchaus für möglich, dass eine Operation nicht erforderlich ist. Wenn sie berichten, dass ihr Kind auf Zehenspitzen läuft, spricht das meines Erachtens noch nicht zwingend für eine Operation. Viele Kinder laufen zu Beginn des laufen Lernens auf den Zehenspitzen. Wichtig scheint mir wie sich das obere Sprunggelenk bei der klinischen Untersuchungen nach oben bewegen lässt. Aber dies wird von ihrem betreuenden Orthopäden sicherlich regelmäßig überprüft.


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27. März 2002

Mein Sohn und ich sind hier in Nord-Finnland. Daher kann ich meine Frage leider nicht mit den richtigen Fachbegriffen stellen. Ich hoffe trotzdem, dass ich mich verständlich mache.

Wir haben hier das Problem, dass in unserer Region höchstens ein Baby pro Jahr mit KF geboren wird und die Ärzte daher wenig Erfahrung haben.

Meine Frage: Kann durch falsche Gipsbehandlung so etwas wie ein "Wippenfuß" entstehen? Ich meine damit, dass der Mittelfuß nachgibt, wenn der Spitzfuß zu früh zu stark korrigiert wird. Wie heißt der richtige Fachausdruck für sowas? Was ist eine dorsiflexio-Korrigierung (oder so ähnlich)? Vielleicht die Korrigierung des Spitzfußes?

 

Antwort:

Der Wippen- oder Schaukelfuß ist leider eine gefürchtete Komplikation der Gipsredressionsbehandlung. Allerdings scheinen sich die Ärzte dort schon dieses Probleme bewusst zu sein, sonst hätte man diese Problematik ihnen gegenüber ja gar nicht erwähnt.


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14. März 2002

Mein Sohn (6 Monate alt) hat bis heute keine Krankengymnastik erhalten. Kann ich darauf bestehen ?? Da er ein etwas Speckiger ist, schwitzt er in der Schiene. Dadurch sind andauernd Hautreizungen sowie Wunden an seinem Bein vorhanden. Nachdem ich die Ärzte sowie den Schienenhersteller darauf hingewiesen habe, bekam ich nur die Antwort: Was wollen Sie? Einen krummen Fuß oder einen wunden Fuß?

Ich dürfte die Schiene nicht länger als 1 - 2 Tage (?) in der Woche abnehmen und da ich regelmäßig zum Babyschwimmen gehe, ist also die Zeit sehr schnell vorbei. Was kann ich denn noch machen, das sich die Haut etwas erholt ? Ist es denn auch normal, das das Bein sowie der Fuß kleiner und kürzer ist? Dann die letzte Frage: der kleine Mann sitzt schon ganz alleine und er zieht sich jetzt langsam überall hoch. Die Ärzte sagen ich soll vermeiden, das er viel auf den Beinen steht. Stimmt das ?

 

Antwort:

Eine krankengymnastische Behandlung nach Ende der Gipsbehandlung nach Klumpfußoperation ist nach meiner Erfahrung sehr ratsam. Allerdings können Sie keinen Orthopäden zwingen Ihnen ein Rezept auszustellen, jedoch jederzeit den Orthopäden wechseln.

Auch sollten Sie nochmals mit ihrem Orthopädietechniker reden, da die Aussage was wollen Sie: einen krummen Fuß oder einen wunden Fuß so nicht hingenommen werden kann. Entweder muss ein Strumpf über das Bein gezogen werden oder in die Schiene ein Polstermaterial eingearbeitet werden. Leider bleibt der Klumpfuß, auch nach idealer Behandlung, oft etwas kleiner als der normale Fuß. In aller Regel ist auch die Wade etwas dünner, was gemeinhin als Klumpfußwade bezeichnet wird.

Meiner Einschätzung nach können und müssen sie nicht vermeiden, dass ihr Kind auf den Beinen steht. Stehen und Laufen ist nach meiner Erfahrung förderlich für die Dehnung der Wadenmuskulatur, was der Entstehung eines erneuten Spitzfußes entgegenwirkt.


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1. März 2002

Julius (15 Monate alt) soll nach bisher erfolgter Einlagenversorgung nun einen Antivarusschuh mit Schaleneinlage erhalten, da er seit 4 Wochen im Vorderfußbereich recht stark nach innen tendiert. Ist hier nicht eine 3-Backen-Einlage sinnvoller? Kann die Tendenz nach innen auch daran liegen, daß die Einlagen einfach zu klein geworden sind und dadurch den Fuß nicht mehr richtig stützen?

 

Antwort:

Zur Korrektur einer eventuell noch leicht vorhandenen Sichelfußfehlstellung, können verschiedene Hilfsmittel eingesetzt werden. Zur Anwendung kommen häufig Einlagen, Antivarusschuhe oder dynamische Schienen wie z. B. die Kopenhagener Schiene. Jeder Orthopäde hat seine Präferenzen. Ich persönlich bevorzuge die 3-Backen-Einlage. Ob die für Julius angefertigte Einlage korrekt sitzt, und in ihrer Größe noch ausreichend ist, kann ich natürlich per E-Mail nicht beurteilen.

Leider habe ich in letzter Zeit häufiger Einlagen gesehen, die nicht korrekt gearbeitet waren und deshalb natürlich auch keinen Effekt hatten.


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1. März 2002

Julian hat sehr starke KF bds. Die OP verlief sehr gut. Leider sind die Füße auch heute noch ziemlich steif. Man kann sie zwar bewegen, aber man muss schon zulangen. Julian läuft seit zwei Monaten. Er belastet den Fuss doch mehr auf der Außenkante, was warscheinlich an den noch vorhandenen Sichelfüßen liegt. Wir bekamen nun eine neue Schiene um die Archillessehne zu halten. Sowohl mir als auch unserem KG viel auf, daß sich der Fuß seit dem Tragen der Schienen wieder verschlechtert. Er dreht beim Laufen nun noch mehr nach innen. Kann es sein, dass er sich so gegen die Schienen wehrt, daß die Außenmuskulatur des Beines immer schwächer wird und die Innenmuskulatur immer stärker und er dadurch so eindreht? Auch unser Orthopädietechniker meint, daß er in den Schienen so arbeitet, daß er gleich Blasen an den Zehen bekommt. Wäre es vielleicht besser, die Schienen nicht zu tragen? Soll er lieber den ganzen Tag Antivarusschuhe tragen?

 

Antwort:

Sie werden verstehen, dass eine genaue medizinische Auskunft nur nach Studium der Vorgeschichte des Patienten und einer eingehenden Untersuchung möglich ist. Dennoch will ich versuchen auf ihre Fragen einigermaßen zu antworten:

Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, gibt es nicht "den" Klumpfuß, sondern ein ganzes Spektrum hinsichtlich des Ausprägungsgrades der Fehlstellung. Handelt es sich um eine leichte Fehlstellung, ist für den Laien häufig nicht zu erkennen, dass sich überhaupt um einen Klumpfuß handelt. Leider gibt es auch Klumpfüße, die extrem schwierig zu behandeln sind und sich als überaus rebellisch und steif erweisen. Bei solch ausgeprägten Fehlstellungen, kann es trotz ausgiebiger Operation zu einem Wiederauftreten der Fehlstellung kommen. Natürlich werden solche Klumpfüße immer mit einer Schienen nachbehandelt. Beobachtet man dann ein Wiederauftreten des Klumpfußes könnte man zu der Einschätzung kommen, das Wiederauftreten läge an der Schiene. Tatsächlich ist es leider meist der Klumpfuß, der trotz Schienen wiederkommt.

Wenn eine Schiene überhaupt einen Effekt haben soll, muss sie den Fuß stabil fassen. Dabei sollte sie so stark drücken, das gerade eben keine Hautschäden entstehen. Denn wenn ein Hautschaden entsteht, muss die Schienenbehandlung vorübergehend beendet werden und Zeit zur weiteren Redression des Klumpfußes geht verloren. Wie sie diesen Ausführungen entnehmen, ist die Behandlung mit Schienen eine echte Kunst. Sie erfordert deshalb die enge Zusammenarbeit zwischen Orthopädietechniker und Arzt. Sollten also bei der Schienenbehandlung Probleme auftreten, ist unbedingt ein gemeinsames Gespräch von Arzt, Orthopädietechniker und den Eltern erforderlich. Ich möchte Sie deshalb ermutigen, ein solches Gespräch zu initiieren.


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8. Februar 2002

Klumpfuß rechts bei Geburt, ab dem 2.Tag Gips, Redression, ab dem 2.Monat Langette, jetzt 3,5 Monate alt. Der Fuß hat sich zum Sichelfuß verändert. Der betreuende Arzt in der Uniklinik Ffm rät zur Operation. Ein anderer Arzt in der Uniklinik hat sich geäußert, daß es auch ohne gehen würde. Nun meine Frage:

Kennen Sie vielleicht im Raum Frankfurt am Main noch einen Spezialisten, der eine Meinung äußern könnte? Wir hoffen, es würde ohne Operation gehen. Denn uns hat noch keiner die weiteren Schritte erklärt. Wie man im Internet liest, kommt es oft zu wiederholten Operationen. Wir haben täglich Krankengymnastik, so daß sich der Fuß super redressieren läßt.

 

Antwort:

Leider kann ich Ihnen in Frankfurt keinen weiteren Spezialisten nennen, der zu dieser Fragestellung eine Meinung abgeben könnte. Dies soll nicht heißen, dass es nicht auch in Frankfurt kompetente Orthopäden gibt, die sich mit der Behandlung des Klumpfußes auskennen, mir ist nur leider keiner persönlich bekannt. Sie haben in dem zweiten Teil Ihrer E-Mail darauf angespielt, dass sie gelesen hätten, dass es beim Klumpfußes gehäuft zu Operationen komme. Ich muss aus meiner Erfahrung leider bestätigen, dass der Klumpfuß eine innewohnende Neigung hat eine erneute Deformität auszubilden. Dies heißt jedoch nicht, das es in jedem Falle zu einer erneuten Operation kommen muss, da es wiederum unterschiedliche Schweregrade der Ausprägung gibt. Wenn im Fall ihres Kindes bereits darüber diskutiert wird, ob eine Operation überhaupt erforderlich ist, würde ich davon ausgehen das es sich eher um einen leichten Klumpfuß handelt, so dass ich nicht mit einer nochmaligen Operation rechne. Allerdings sind auch die Fälle, die gänzlich ohne Operation behandelt werden, können selten. Somit würde ich in ihrem konkreten Falle, optimistisch davon ausgehen, dass es mit einer einmaligen Operation zu einer ausreichenden Korrektur kommt.


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16. Januar 2002

Unser Sohn Luca hat links einen Klumpfuß. Bereits einen Tag nach der Geburt bekam er dann von einem Ortophäden einen Gips angelegt. Dabei konnte der Fuß bereits in die richtige Stellung gedreht werden. Bedingt durch die gute Stellung des Gipses wurde dieser erst nach zwei Wochen gewechselt. Der zweite Gips wurde nach einer Woche entfernt. Seit dem 10.01.2002 trägt Luca keinen Gips mehr.

Den Fuß hält er schon von alleine fast gerade. Es ist wirklich nur noch eine minimale Drehung nach innen zu sehen. Tagsüber trägt er einen Spezialschuh. Nachts eine Schiene. Beide verhindern, dass er den Fuß wieder nach innen dreht. Zudem massieren wir jeden Tag den Fuß.

Nachdem der Gips abgenommen wurde, war der Fuß etwas geschwollen. Die Schwellung nimmt auch nur sehr langsam ab. Ist das normal? Zudem ist das Fersenbein noch nicht ganz unten. Der Arzt hofft, dass dies noch geschieht. Ansonsten müßte eine Sehne verlängert werden. Wie sehen Sie die Heilungschancen? Ist der geschwollene Fuß normal? Was können wir weiter machen?

 

Antwort:

Sie werden verstehen, dass eine genaue medizinische Auskunft nur nach Studium der Vorgeschichte des Patienten und einer eingehenden Untersuchung möglich ist. Dennoch will ich versuchen auf ihre Fragen einigermaßen zu antworten: Zunächst einmal freue ich mich zu hören, dass die Behandlung ihres Kindes so gute Fortschritte gemacht hat. Es ist aus meiner Erfahrung in der Tat möglich, dass man eine Achillessehnenverlängerung später durchführen muss. Sie sollten aber auf jeden Fall den weiteren Fortschritt der Behandlung abwarten und sich nicht vorzeitig Sorgen machen. Nun zu ihrer Frage: Auch ich beobachte häufig, dass nach Entfernung eines Gipses eine Schwellung des Beines bleibt. Dies liegt vor allen Dingen daran, dass während der Gipsbehandlung die Bewegungen des Beines ausgeschaltet sind. Die Bewegungen des Beines, insbesondere die Aktivität der Wadenmuskulatur trägt aber nun maßgeblich zum Abtransport der Lymphflüssigkeit bei. In aller Regel bilden sich die Schwellungszustände des Beines im weiteren Verlauf zurück. Sie dürfen dies als einen regelrechten Verlauf nach einer Gips oder während einer Gipsbehandlung betrachten. Sie können zur weiteren Abschwellung des Beines beitragen, indem sie das Bein vorsichtig massieren und durch bestreichen der Fußsohle die Muskeltätigkeit im Bein stimulieren. Sie sollten sich allerdings von einer Krankengymnastin zeigen lassen wo und wie der Fuß am besten stimuliert werden kann. Diese Stimulationsübungen sind eine sehr hilfreiche Ergänzung durch die Eltern. Dabei wird man beim Klumpfuß eher den Außenrand des Fußes stimulieren. Das soll vor allen Dingen die Muskulatur anregen, die aus der Klumphaltung herausarbeitet.


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10. Januar 2002

Was bedeutet bei einem KF der Ausdruck "massive Verdrehung der Knöchelgabel"?

 

Antwort:

Sie werden verstehen, dass eine genaue medizinische Auskunft nur nach Studium der Vorgeschichte des Patienten und einer eingehenden Untersuchung möglich ist. Dennoch will ich versuchen auf ihre Fragen einigermaßen zu antworten: Die Knöchelgabel wird von Innenknöchel und Außenknöchel geformt. Beim Klumpfuß ist nun häufig zu beobachten, dass der Außenknöchel weiter hinten als gewöhnlich vorzufinden ist. Hätte der Fuß dann nicht auch noch die "Bohnenform", die gemeinhin als Sichelfußkomponente bezeichnet wird, würde der gesamte Fuß wie bei Charlie Chaplin nach außen stehen. (Ich bitte mir diesen Vergleich zu verzeihen). Diese Drehung der Knöchelgabel scheint in Ihrem Fall bzw. im Fall ihres Kindes sehr ausgeprägt zu sein, so dass der Operateure von einer massiven Verdrehung gesprochen hat.


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10. Januar 2002

Mein Kleiner (6 Jahre) ist wegen eines schweren Knick-Senk-Fußes mit Spitzfußkomponente operiert worden (Arthrolyse oder so). Er kann jetzt zwar den Fuß wieder mit der vollen Fläche aufstellen, die starke Außenrotation ist aber bestehen geblieben. Er bekommt Krankengymnastik bzw. mache ich mit Ihm natürlich auch zu Hause. Des weiteren hat er eine Nachtlagerungsschiene. Seit der OP humpelt er irgendwie beim Laufen. Das Knie scheint nicht richtig durchgedrückt zu sein. Der Orthopäde konnte nichts feststellen. Was kann man noch tun um das Gangbild zu verbessern. Sowohl bei der Rotation wie auch beim Humpeln?

 

Antwort:

Sie werden verstehen, dass eine genaue medizinische Auskunft nur nach Studium der Vorgeschichte des Patienten und einer eingehenden Untersuchung möglich ist. Dennoch will ich versuchen auf ihre Fragen einigermaßen zu antworten:

Zunächst einmal wäre es wichtig zu wissen, wie lange die Operation zurückliegt. Ich gehe weiterhin davon aus, dass nach der Operation eine Gipsbehandlung durchgeführt worden ist. Im Allgemeinen brauchen die Kinder eine gewisse Zeit, um die Beweglichkeit ihrer Gelenke zurückzugewinnen. Zum Glück kommt es aber bei Kindern fast nie zu länger andauernden Einschränkungen nach einer Gipsbehandlung. Dies scheint daran zu liegen, dass Kinder im Laufe des Wachstums vieles wieder ausgleichen können. Bei Erwachsenen sprechen Ärzte von einer so genannten "Frakturkrankheit" wenn es nach einer längeren Gipsbehandlung zu einer Steifigkeit der Gelenke gekommen ist. Diese "Frakturkrankheit" ist bei Kindern nicht bekannt. Sie sollten bei dem nächsten Nachuntersuchungstermin mit ihrem behandelnden Arzt auf jeden Fall über ihre Sorgen sprechen. Vielleicht lässt sich schon an Hand der dokumentierten Gelenkbeweglichkeit (in der Krankenakte) ein Fortschritt bzw. eine Verbesserung so objektiv belegen, dass ihre Sorgen zerstreut werden können.


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8. Januar 2002

Tom hat rechts einen starken Sichelfuß. Wenn ich den Fuß in die Hand nehme, stehen die Zehen mehr oder weniger gerade. Belastet er allerdings den Fuß (beim Stehen oder Gehen) so spreizt der Grosszeh sich von den restlichen Zehen ab, so dass ein Abstand von ca 1 cm zwischen Grosszeh und 2tem Zeh entsteht.

Kann dieser Abstand durch Schienen, Einlagen und KG verbessert werden ?

 

Antwort:

Sie werden verstehen, dass eine genaue medizinische Auskunft nur nach Studium der Vorgeschichte des Patienten und einer eingehenden Untersuchung möglich ist. Dennoch will ich versuchen auf ihre Fragen einigermaßen zu antworten:

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sieht der Fuß bei ihrem Kind relativ normal aus, wenn er nicht belastet ist. Im Stand, unter Belastung jedoch beobachten Sie, dass die Großzehe deutlich zur Innenseite abweicht. Dieses Phänomen ist bei vielen Klumpfußkindern zu beobachten. Auch bei Kindern mit "normalen" Füßen ist solch ein Abweichen der Großzehe manchmal zu sehen. Natürlich haben Schienen oder gar Schuhe hier einen korrigierenden Effekt . Unterschiede sind allerdings im Ausprägungsgrad zu beobachten. Aus diesem Grunde fällt es mir auch überaus schwer eine Prognose abzugeben, wie der Fuß sich weiter entwickeln wird. Ich möchte sie zumindestens dahingehend beruhigen, dass man Ihrer Mail entnehmen kann, dass sie sämtliche zur Verfügung stehenden Behandlungsoptionen bereits ausschöpfen. Auch ist es sicher ein gutes Zeichen, dass der Fuß im unbelasteten Zustand schön gerade ist.


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8. Januar 2002

Es besteht zwar kein Klumpfuß sondern ein Knick-Senk-Fuß mit Spitzfußkomponente, aber vielleich können Sie mir ja trotzdem Rat geben. Nach der OP kann mein Sohn den Fuß wieder mit der vollen Fläche aufstellen, die starke Außenrotation besteht aber weiterhin. In der KG wird Gangschule gemacht, wenn er aber den Fuß gerade stellt, dann ist das Knie völlig verdreht. Er humpelt auch immer noch obwohl dies vor der OP nicht war. Was kann noch getan werden?

 

Antwort:

Sie werden verstehen, dass eine genaue medizinische Auskunft nur nach Studium der Vorgeschichte des Patienten und einer eingehenden Untersuchung möglich ist. Dennoch will ich versuchen auf ihre Fragen einigermaßen zu antworten:

Bei der Beurteilung des Knick-Senk-Fußes ist es von entscheidender Bedeutung, ob der Fuß weich und flexibel ist. Bei weichen und beweglichen Füßen ist in der Regel keine Behandlung erforderlich. Sollte der Fuß aber schmerzhaft sein oder sich Schwielen an untypischer Stelle bilden, wäre über eine Einlage nachzudenken. Ganz anders liegt die Situation im Falle eines nicht beweglichen, also rigiden Fußes. Sie schreiben in Ihrer Mail, dass eine Spitzfußkomponente vorläge . Diese Spitzfußstellung muss sicherlich behandelt werden. Häufig ist in solchen Situationen, also bei Spitzfußstellung von schon etwas älteren Kindern, eine erneute Operation erforderlich. Sie sollten in jedem Falle mit ihrem behandelnden Orthopäden besprechen, wie ausgeprägte der Spitzfuß ist und welche Behandlung geplant ist.


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10. Dezember 2001

Bei der KG nach Vojta ist unser Sohn Timon (6 Monate) nur am Schreien, was für Kind und Eltern sehr unangenehm ist. Hingegen macht Timon die KG nach Bobath vergnügt mit. Ist KG nach Vojta für den Behandlungserfolg unbedingt notwendig oder können wir auch nach Bobath turnen? Wäre vielleicht ein Mix aus Vojta-Bobath sinnvoll?

 

Antwort:

Sie werden verstehen, dass eine genaue medizinische Auskunft nur nach Studium der Vorgeschichte des Patienten und einer eingehenden Untersuchung möglich ist. Dennoch will ich versuchen auf ihre Fragen einigermaßen zu antworten:

1. Ich muss zunächst vorausschicken, dass ich weder ein ausgebildeter Bobath- oder Vojta Therapeut bin, noch eine konsequenter Anhänger einer der beiden Methoden. Ich kenn Patienten die mit beiden Methoden "erfolgreich" behandelt wurden. Ich habe allerdings immer wieder erlebt, dass zunächst mit den Kindern (vor allem wenn sie noch sehr klein sind) nach dem Vojta Konzept gearbeitet wurde und später auf Bobath gewechselt wurde, da die Kinder größer und kräftiger wurden und sich dann gegen Vojta gewehrt haben. Es handelte sich dabei allerdings meistens um Kinder, die eine Form der Spastik hatten. Mit anderen Worten: Ihre Probleme sind gut bekannt.

2. Mischen sollte man die Konzept nicht.


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6. Dezember 2001

Bei meiner Tochter Sarah (4 Jahre alt) ist mir seit einiger Zeit aufgefallen, daß sie beim Mutter-Kind-Turnen anders läuft als andere. Sie stellt bei ca. jeden 5 Schritt die Füße nach innen; wenn sie müde ist, wird es schlechter. Daraufhin war ich bei 2 Orthopäden, die beide nichts feststellen konnten und meinten:"Das gibt sich schon mit der Zeit". Da ich in einer Kinderklinik arbeite, ließ ich Sarah von der dortigen Krankengymnastin mal anschauen. Sie hat sofort Sichelfüße diagnostiziert. Da sie schon 4 Jahre ist, war sie sich nicht sicher, ob es bei ihr noch Möglichkeiten zur Korrektur gibt. Jetzt wollte ich bei ihnen mal nachfragen, ob sie mir Therapiemöglichkeiten vorschlagen könnten.

Wie muß ich weiter vorgehen? Reicht ein Gang zum Orthopädietechniker? Kann der Sarah Einlagen empfehlen? Oder muß ich nochmals zum Orthopäden? Dies möchte ich eigentlich nicht so gerne, da sie mich bisher schon sehr enttäuscht haben. Oder würde Krankengymnastik helfen?

 

Antwort:

Sie werden verstehen, dass eine genaue medizinische Auskunft nur nach Studium der Vorgeschichte des Patienten und einer eingehenden Untersuchung möglich ist. Dennoch will ich versuchen auf ihre Fragen einigermaßen zu antworten:

1. In meiner Kindersprechstunde stellen sich oft Kinder vor, bei denen ein "Einwärtsdrehen" der Füße beobachtet wurde. In der Regel wird dieses "Einwärtsdrehen" deutlicher wenn die Kinder ermüden. Natürlich können Sichelfüße für solch ein "Einwärtsdrehen" verantwortlich sein, häufiger beobachte ich allerdings eine vermehrte Drehung der Hüfte. Diese vermehrte Drehung der Hüfte wächst sich meistens im Laufe des weiteren Wachstums aus.

2. Einen Sichelfuß kann man und sollte man auch im Alter von 4 Jahren noch korrigieren. Es besteht die Möglichkeit einer Einlagenversorgung. Sehr ausgeprägte Fehlstellungen (die scheint bei ihrem Kind nicht vorzuliegen) müssen manchmal operativ korrigiert werden.

3. Der Orthopädietechniker benötigt zum Anfertigen der Einlagen ein Rezept, d.h. sie müssen noch mal zu einem Orthopäden.

4. Krankengymnastik ist nach meiner Erfahrung nicht erfolgversprechend. Abschließend möchte ich noch hinzufügen, dass vor einer Behandlung in jedem Fall geklärt werden muss, worin denn die Ursache des "Einwärtsdrehens" liegt. Andernfalls ist ja nicht klar was man denn behandeln möchte.


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3. Dezember 2001

Wie müssen die Knochen beim "gesunden" Fuss stehen? Welche Grad bzw. Winkel richtig sind? Bis zu welchem Alter KANN sich das durch Kg verändern?

 

Wie kommen die Abstufungen (Grad 1-4 ?) zu stande?

 

Gibt es auf dem Röntgenbild vor der Op bestimmte Winkel etc. die dafür ausschlaggebend sind? Wenn ja, welche?

 

Antwort:

Die hier vorliegenden Fragen sind etwas unscharf, weshalb ich keine spezifische Empfehlung geben werde, sondern allgemein antworten möchte:1. Wie die Knochen beim Gesunden stehen müssen, füllt ganze Lehrbücher. Auf Kinderorthopädischen Kongressen wird häufig eine Arbeit von Vanderwilde zitiert, in der entsprechende Winkel angegeben sind:Vanderwilde 1988, Journal of Bone and Joint Surgery 70-A, 1988, Measurement on radiographs of the foot in normal infants and children, Seite 407-415.2. Die Frage bis wann sich durch KG eine Korrektur erreicht werden kann, ist überaus schwierig. Wenn man sich für eine Behandlung durch KG (ohne OP) entscheidet, ist es m.E. unverzichtbar, dass man den Erfolg der Behandlung regelmäßig objektiv kontrolliert, z.B. durch eine Untersuchung und ein Röntgenbild.3. Die Frage zu den Abstufungen kann ich so leider nicht beantworten. Es gibt zu viele Klassifikation in der Klumpfußbehandlung, als dass aus der Abstufung 1-4 sogleich die Klassifikation ersichtlich und damit erklärbar wäre.


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