Ziele:
Vermittlung funktionell brauchbarer Fähigkeiten - größtmögliche Selbständigkeit im Alltag, Förderung im motorischen, sprachlichen, geistigen, sozial-emotionalen Bereich, Vermeidung von weiteren Schäden (Sekundärschäden).
Diagnose:
Der momentane motorische Entwicklungsstand wird ermittelt: Was kann das Kind? Wie bewegt es sich? Wann und warum setzt es welche Bewegungsmuster ein? Welche Hauptprobleme?
Ganzheitliche Sichtweise: das Kind muss in seiner Gesamtentwicklung gesehen werden, Grundlage zum Erkennen abnormer Bewegungsmuster ist die normale motorische Entwicklung.
Prinzipien:
Das Bobath-Konzept basiert auf der lebenslangen Fähigkeit des Nervensystems, sich Reizen durch Strukturänderung anzupassen (Plastizität des Nervensystems, Neuroplastizität). Dem Nervensystem werden wiederholt richtige Lernangebote als Stimulation entgegengebracht. Selbst Bewegungen im Alltag können so zu einem Teil der Therapie werden.
Durch Regulation der Muskelspannung werden die abnormen Bewegungsmuster vermindert, um so die physiologische motorische Entwicklung zu fördern und harmonische Bewegungsabläufe zu erzielen und die Körper-Wahrnehmung zu verbessern.
Dies wird erreicht durch:
- Inhibitation: pathologische Bewegungsmuster werden von bestimmten Schlüsselpunkten aus gehemmt und
- Fazilitation: Gleichzeitig und von denselben Schlüsselpunkten aus werden die automatischen Mechanismen der Haltungsbewahrung (Stell-, Stütz- und Gleichgewichtsreaktionen) gebahnt.
Therapie:
Voraussetzung für eine optimale Behandlung sind:
- zentrale Wachheit, Motivation und Aufmerksamkeit,
- ein Angebot, das dem Alter und der Entwicklung des Patienten angemessen ist,
- alltags- bzw. situationsbezogenes Handeln.
Durch die gezielt angewendete äußere Reizgebung in der Therapie wird die Entwicklung von Haltungs- und Bewegungsmustern unterstützt, die dazu dienen, dem Patienten zur Verbesserung und Ausweitung seiner Möglichkeiten zu verhelfen. Je nach Notwendigkeit können Hilfsmittel zur Unterstützung eingesetzt werden. Sie sollen Erleichterungen für Patienten, Eltern und Betreuer schaffen.
Die Behandlung ist immer dem aktuellen Enwicklungsstand des Kindes angepasst-damit ist gemeint- so viel Unterstützung wie nötig, so wenig wie möglich.
Die Bezugspersonen des Patienten - bei Kindern vor allem die Eltern - werden von Anfang aneinbezogen. Nach Möglichkeit wird mit ihnen zusammen die individuell geeignete Vorgehensweise erarbeitet.
Literatur:
Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V. (Hrsg.): Kinder mit cerebralen Bewegungsstörungen (S.3 - 12 das Bobath-Konzept)







