Kind, 7 Jahre; bisherige Behandlung: Redressionsgipse bis zur Klumpfuß-OP rechts mit 4 Monaten Vojta-Gymnastik, Einlagen.
Unser Orthopäde hat mir von einer Doktorarbeit einer Ärztin berichtet, welche über die Folgen der Vojta-Therapie schreibt. Kennen Sie diese Arbeit? Können Sie uns Tipps geben wie man an solche Informationen kommt?
Antwort:
Nein, mir leider nicht bekannt. Wenn aus der Dr.-Arbeit nicht eine Publikation wird, was häufig der Fall ist, erscheint sie nicht in den gängigen Literatur-Archiven. Vielleicht mal in einer Universitäts-Bibliothek nachfragen.
18. September 2006
Kind, 15 Jahre alt
bisherige Behandlung: Redressionsgipse ab Geburt (August) beidseits; Achillessehnenverlängerung und Entflechtung im Sprunggelenksbereich beidseits; bis zum 5. Lebensjahr Nachtschienen und orthopädische Schuhe bis zum 2. Lebensjahr; links gutes und konstantes Op-Ergebnis, rechts schon im 2. Lebensjahr wieder zunehmende Fehlstellung, 2.Op des rechten Fußes im 4. Lebensjahr; nach einem halben Jahr erneute Fehlstellung. Diagnose :"rebellischer" Klumpfuss. Auf Empfehlung des behandelnden niedergelassenen Orthopäden bei funktionaler Beschwerdefreiheit keine Behandlung während des Wachstums.
Belastungsabhängige Schmerzen treten in letzter Zeit auf. Sollen wir weiter abwarten oder gibt es eine andere Therapieempfehlung auch noch während des Wachstums? Wenn ja welche?
Antwort:
Bei Fehlstellungskomponenten durchaus auch operative Korrektur im Wachstum (mit 15 Jahren vermutlich ohnehin ausgewachsen), Beschwerden dagegen meist eher schuhtechnisch anzugehen, je nach Analyse des Einzelfalles.
14. September 2006
Frau, 28 Jahre alt; Gipsschienen nach der Geburt. Achhillessehnenverlängerung mit 4 Wochen mit 2 Jahren nochmal.
Mit 11 und 13 Jahren Patellafixirung nach Blauth rechts. Mit 14 Jahren HD Korrektur bds. in Markröningene.
Meine Füße haben einen eingeschränkten Winkel beim abrollen. Kaum Bewegung im Sprunggelenk. Seit der wiederholten Patellaluxation mit 11 Jahren ist der Knorpel im rechten Knie fast ganz abgenutzt. Wahrscheinlich durch die intuitive Entlastung und die Einschränkung der Sprunggelenke bds habe ich jetzt mit 28 Jahren starke Artrose in beiden Kniegelenken. Meine Hüfte und auch die Wirbelsäule sind funktionseingeschränkt. Ich habe zwei gesunde Kinder im Alter von 2 und 4 Jahren und kann mich kaum bewegen, da meine Knie rund um die Uhr auch nachts sogar im Ruhezustand stark schmerzen. Meiner Meinung nach ist es erst sinnvoll an den Knieen etwas zu machen, wenn die Füße optimiert sind und nicht nach einer Verbesserung der Knie bald der schmerzfrei Knorpel wieder aufreibt, bzw sich entzündet. Kann man in meinem Alter noch etwas an den Knien tun, oder welche Art von Schuhen oder orthopädischen Maßnahmen wären sinnvoll? Haben Sie Erfahrung mit so "alten" KF-Patienten?
Antwort:
Eine Verbesserung der Füße auf operativem Weg ist bei der geschilderten Konstellation nur selten möglich. - Daher sind die Knieprobleme zunächst ganz unabhängig davon zu sehen; vermutlich handelt es sich um eine Arthrose-Entwicklung im Gelenkabschnitt hinter der Kniescheibe. Hier hängt es ganz vom Ausmaß, dem Röntgenbefund und dem Beschwerdebild ab, ob Knorpel-Aufbaukuren mit Spritzen, physikalische Therapie, oder auch - eher selten - operative Maßnahmen in Frage kommen. Dies sollte jeder Facharzt für Orthopädie einschätzen können.
15. August 2006
Sohn, 3 Monate alt; Ponseti dann Alfa-Flex Schiene
Mein Sohn nimmt die Alfa-Flex Schiene absolut nicht an. Alle Versuche sind gescheitert und ich habe jetzt sehr große Sorge, dass sich seine Füße wieder zurückbilden! Man sagte mir es muss mit dieser Schiene gemacht werden und es gibt wirklich keine andere Möglichkeit! Stimmt das oder gibt es noch andere Schienen die nicht miteinander verbunden sind?
Antwort:
Die Denis-Browne-Schiene ist tatsächlich ganz wesentlicher Bestandteil des Ponseti-Konzeptes und seiner guten Ergebnisse. - Im Alter von 3 Monaten habe ich es noch nicht erlebt, daß es nicht geht, eher wird es bei älteren, schon mobileren und kräftigeren Kindern manchmal schwer.
Die Paßform sollte überprüft werden, die Schuhe müssen gut und ausreichend fest sitzen und dürfen nicht drücken, natürlich gibt es auch andere Modelle. Eine gewisse Zeit (wenige Tage) brauchen die Kinder zu Eingewöhnung, dann wird es ihnen in der Regel selbstverständlich, die Schiene zu tragen.
16. Juli 2006
Tochter, 8 Monate alt; Am Tag der Geburt wurden beide Füße eingegipst. Nach zwei Wochen bekam sie abnehmbare Gipse und Krankengymnastik. Dann nur noch Nachtlagerungsschienen. Nach 3 Monaten wurde die Behandlung abgeschlossen. Die Nachtlagerungsschienen sollten langsam abgewöhnt werden und Krankengymnastik wurde nicht mehr verschrieben.
Man achtet natürlich sehr auf ihre Füße. Sie robbt jetzt und drückt sich dabei mit den Füßen ab. Dabei fällt mir auf, daß sie manchmal die dicken Zehen nach innen abspreitzt (Füße sehen dann ein bißchen wie Sichelfüße aus). Sollen wir abwarten, bis sie laufen kann oder sollen wir jetzt irgendetwas unternehmen?
Vor einem Monat waren wir bei der U5. Der Kinderarzt sah damals keine Probleme. Ich weiß aber nicht, wie kompetent der ist?
Antwort:
Nach der Schilderung handelt es sich gar nicht um einen Klumpfuß, sondern vermutlich eher um einen leichten Sichelfuß. Über die Therapie kann man nur nach Untersuchung entscheiden.
3. Juli 2006
Sohn, 14 Monate alt; Gips, OP beider Füße mit 5 Monaten, Tag und Nachtschienen des Beines bis Februar 2006, seit Februar 2006 nur noch nachts Unterschenkelschienen.
Bei den Stehversuchen unseres Sohnes ist uns aufgefallen, dass er auf dem linken Fuß nur mit der Ferse steht. Der Orthopädietechniker sprach jetzt von einer kritischen Situation, weil dadurch seine Muskeln verkümmern?? Einen Termin in der zuständigen Uniklinik haben wir erst in zwei Wochen. Nun bin ich in Sorge und wende mich an Sie, mit der Frage, was wir tun können, um diese Entwicklung zu stoppen.
Antwort:
Dies kann harmlos sein in dieser Phase eines Gehbeginners, kann aber auch z.B. einer funktionellen Überkorrektur entsprechen und dann von erheblicher Bedeutung sein. All das kann man sicher nur durch eine persönliche Inaugenscheinnahme klären.
3. Mai 2006
Frau, 22 Jahre; Sprunggelenkversteifung, Sehnenverlängerung, Korrektur von Knochenfehlstellungen,... (über 6 OPs)
Meine Freundin hat seit der Geburt sehr stark ausgeprägte Klumpfüße. Sie klagt über permanente starke Schmerzen. Wir würden gerne etwas gegen diesen Dauerschmerz unternehmen. Sie hat schon Akupunktur versucht, was ihr sehr gut getan hat, doch auch die Kosten werden mittlerweile nicht mehr von der Krankenkasse übernommen... Können Sie vielleicht weitere Behandlungesmethoden gegen solche Schmerzen empfehlen? In wie fern darf die Krankenkasse die Zahlung verweigern wenn Dauerschmerzen vorhanden sind und die Akupunktur schon deutliche Schmerzlinderung gezeigt hat?
Antwort:
Zu den medizinischen Möglichkeiten, etwa einer weiteren operativen Behandlung, kann ohne Untersuchung nicht Stellung genommen werden. Ansonsten sind die schuh-technischen Möglichkeiten über den Arzt für Orthopädie am Ort zu beurteilen.
Die Krankenkassen richten sich hinsichtlich der Kostenübernahme ganz nach ihren Indikationslisten. Hier hat sich in letzter Zeit aber etwas geändert, ob auch für solche Fälle, entzieht sich meiner Kenntnis.
2. Mai 2006
Tochter, 9 Monate alt, kontrakter Klumpfuß bds., Redression und bds. zirkulärer Gips; mit 6 Mon. Op, Verlängerung der Achillessehnen und setzen der Kirschner Drähte. Opverlauf komplikationslos, Füße erreichen gute Stellung.
Mein Problem ist nicht so schlimm wie viele andere die ich hier gelesen habe, aber ich brauche einfach eine weitere Meinung. Unsere Tochter hat bisher ja alles gut überstanden und die Ärzte sind bislang auch zufrieden. Nun geht es aber um die Krankengymnastik. Die Kleine wird nach Vojta und Bobath behandelt und ich muß zugeben, daß ich sehr ungern zur Vojta Therapie gehe, da die Kleine sich wirklich wegschreit.
Meine Frage ist nun: Würde es nicht auch reichen nur die Bobath Therapie fortzuführen oder hätte sie dadurch gesundheitliche Nachteile? Muß es unbedingt Vojta sein? Sie ist in der Entwicklung absolut zeitgerecht, lediglich ihre Rückenmuskulatur ist etwas schwach durch das viele liegen.
Antwort:
Vojta-Behandlung ist in sich empfehlenswert, sicher nicht in allen Fällen unbedingt notwendig; Es ist bekannt, daß die Vojtabehandlung für Kind und Mutter anstrengend sein kann und manchmal deshalb nicht möglich bzw. nicht sinnvoll. Ich selber handhabe das relativ pragmatisch.







