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Informationen und Austausch zum Thema Klumpfuß
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16. November 2004

Den Ablauf der Behandlung weiß ich nicht mehr so genau. Jedenfalls 2 Jahre im Gips. Operation an der Achilliessehne. Ich bin jetzt 43 Jahre alt und bekamm vor 13 Jahren immer mehr Probleme: Hüftschmerzen, Bandscheibenvorfall, Knieschmerzen. Ohne ortophädische Schuhe kann ich nicht mehr Laufen, spazieren gehen usw. War bis vor 13 Jahren eigentlich Fit. Habe sogar Leistungssport betrieben.

Jeder Arzt sagt zu mir ist doch alles gut verheilt. Mein Leben wird immer eingeschränkter. Können Sie mir sagen ob das Normal,ist oder ob die Ursache nicht von meinen Klumfüßen kommen kann.

 

Antwort:

Klumpfüße können Spätprobleme machen in Gestalt von Fußgelenk-Verschleiß und hiervon ausgehend Schmerzen verursachen. Dies kann zu Gangstörungen und Fehlbelastungen höhergelegener Gelenke führen. Dies kann im Einzelfall nur durch eine genaue Untersuchung, ggf. auch mit Röntgen etc. näher beantwortet werden.


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12. November 2004

Ich habe bereits ein KF-Kind und bin nun wieder schwanger (ca. 31. / 32. Woche), wobei ich allerdings nicht weiß, ob das zweite Kind auch KF haben wird. Einem großen Ultraschall stehe ich eher skeptisch gegenüber und habe ihn nicht durchführen lassen, weiß aber, daß viele Frauen schon vor der Geburt ihres Kindes auf diesem Wege erfahren, daß das Kind (mit großer Wahrscheinlichkeit) KF haben wird. Nun ist ja bekannt, daß es bei der erfolgreichen Therapie von KF sehr wichtig ist, so früh wie möglich, optimalerweise noch am Tage der Geburt, mit der Behandlung (Gipsredression) zu beginnen. In diesem Zusammenhang bewegt mich folgende Frage:

Gibt es eigentlich von ärztlicher Seite aus Nutzen-Risikenabwägungen dazu, ein Kind, bei dem so eindeutig wie möglich im Mutterleid KF diagnostiziert worden sind, vielleicht etwas verfrüht, sagen wir eine oder zwei Wochen vor dem errechneten Termin, per Kaiserschnitt zu holen, wenn es von seiner gesamten Entwicklung dafür reif genug erscheint, um eben diese Zeitspanne beim Gipsen der KF zu gewinnen? Unser Julian kam - voll entwickelt - etwas über zwei Wochen vor seinem errechneten Termin auf natürlichem Wege zur Welt, und ich dachte von Anfang an, das war klug von der Natur, da wir bei seinen schweren angeborenen KF eben diese Zeit gewonnen haben. Wenn Frauen sogar ohne medizinische Indikation immer öfter einen Kaiserschnitt auf Wunsch bekommen, wären KF doch vielleicht tatsächlich eine echte Indikation für einen Kaiserschnitt etwas vor errechnetem Termin? Sind Ihnen Überlegungen in dieser Richtung bekannt, oder erscheint das völlig abwegig?

 

Antwort:

Angesichts der guten Behandelbarkeit auch noch einige Lebenswochen nach Geburt erscheint es mir nicht sinnvoll, den Geburtstermin von der Tatsache eines vorliegenden Klumpfußes in irgendeiner Weise abhängig zu machen. Die Redression sollte meines Erachtens in den ersten Lebenstagen beginnen, nicht unbedingt schon Stunden nach der Geburt. Bei guter Redressionstechnik ist eigentlich immer ein guter Behandlungsfortschritt durch Redression möglich.


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11.Oktober 2004

Ich bin in der 21. SSW und habe heute in einer Praxis für Praenatalmedizin beim ausgiebigen Ultraschall erfahren, das mein noch ungeborener Sohn wahrscheinlich einen linksseitigen "Klumpfuß" haben wird. Die Ärztin dort sagte mir, daß ein Klumpfuß oftmals mit einer Hasenscharte bzw. auch mit einer geistigen Behinderung auftreten kann und sie mir daher zu einer Fruchtwasseruntersuchung rät. Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, das eine geistige Behinderung in Zusammenhang mit dem "Klumpfuß" steht? Über eine schnelle Antwort würde ich mich freuen.

 

Antwort:

Bin in dieser Frage nicht wirklich kompetent, habe aber selber noch kein einziges Kind erlebt unter meinen Klumpfußkindern, das eine Hasenscharte hatte. Bei übergeordneten Syndromen mögen geistige Behinderung und Klumpfuß gemeinsam vorkommen; insgesamt erscheint mir die Auskunft dieser Ärztin, wenn sie wirklich so getätigt wurde, geradezu abstrus, gelinde gesagt.

Der Klumpfuß ist eine sehr gut behandelbare Fußdeformität mit meistens geringen Dauerfolgen. Die Irrtumswahrscheinlichkeit des pränatalen Ultraschalls ist darüberhinaus hinsichtlich des Klumpfußes immer noch hoch. Vielleicht liegt aber doch an irgendeiner Stelle hier ein Mißverständnis vor?


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6. August 2004

Zwar weiß ich, daß Sie nicht nach Ponseti behandeln, trotzdem hätte ich zwei Nachfragen zur Ponseti-Methode, die Sie mir vielleicht auch beantworten können.

a) Warum kommt die Ponseti-Methode erst Jahrzehnte nach ihrer Entstehung von den USA - ganz langsam und zögerlich - nach Deutschland?

b) Ein ganz wichtiger Teil der klassischen Ponseti-Methode ist ja Behandlung mit den DBB, es heißt immer bis ins Alter von 3 bis 4 Jahren konsequent immer nachts. Irgendjemand schrieb im Elternforum, da Ponseti ja nicht operiert, sondern "nur" die Knochen in die richtige Position schiebt, sei diese nächtliche Nachbehandlung noch wichtiger als bei operierten Füßen, bei denen die Nachtschienen das OP-Ergebnis eigentlich nur stabilisiert. Das erscheint mir insofern schon einsichtig. Nur wundert mich dann die vergleichsweise "kurze" Tragedauer von nur 3 bis 4 Jahren, da meines Wissens ein KF-Rezidiv bis zum Auswachsen der Füße immer wieder auftreten kann, also bis etwa in die Pubertät hinein, insbesondere bei Wachstumsschüben. Und auch nach dem Alter von 3 bis 4 Jahren haben Kinder doch noch Wachstumsschübe. Die meisten Kliniken, die KF herkömmlich operieren, lassen Nachtschienen zwar schon recht früh weg, im Vergleich dazu erscheinen die 3 bis 4 Jahre bei Ponseti lang. Unsere Klinik (die KF herkömmlich operiert) benutzt aber die Nachtschienen nach dem, was unser behandlender Arzt sagt, normalerweise wesentlich länger, eben bis die Gefahr eines Rezidivs ausgeschlossen ist, also möglichst bis Wachstumsende.

Daher frage ich mich und in diesem Falle Sie, ob bei der Ponsetimethode nach diesen 3 bis 4 Jahren konsequenter nächtlicher Tragedauer der DBB keine Residivgefahr mehr gegeben ist. Wie lange verschreiben Sie in etwa Nachtschienen für Kinder, die bei Ihnen herkömmlich am KF operiert wurden?

 

Antwort:

Das sind alles sehr viele Fragen, auf die man sehr differenziert antworten könnte - und müßte, um den Tatsachen gerecht zu werden."Neu" an der Ponseti-Methode sind vielleicht im wesentlichen drei Sachen:

1. Die Art der Redression,

2. Der kleine perkutane Ersteingriff,

3. Die speziell extrem aussenrotierenden DBB-Schienen.

Zu 1.: Dies haben viele, z.B. auch ich, schon seit Jahren übernommen (med. Cavuskorrektur, Gegenhalt am lat. Taluskopf usw...). Hier irrten viele Vorgänger Ponsetis; wie die Korrektur zu erfolgen hat, nämlich peritalar, wußten aber z.B. auch schon die Inauguratoren des peritalaren Releases ("Cincinnati"), haben es nur eben auf andere Weise bewerkstelligt.

Zu 2.: Der perkutane Ersteingriff war mir bisher zu "unorthopädisch", zu ungezielt, zu gefährlich. Vielleicht sind diese Ängste wirklich alle unbegründet, die Zukunft wird es zeigen. Jedenfalls lag dieser etwas "brutale" Schritt wohl zu weit außerhalb des bisherigen mitteleuropäischen Mainstreams, als daß er viele Anhänger hätte finden können.

Zu 3.: Die Schiene war bis vor ganz kurzem hier gar nicht zu haben, obwohl z.B. ich sie aus dem angloamerikanischen Raum bestimmt schon 12 Jahre prinzipiell kenne. Sie hätten wohl jeden einzelnen Zuweiser von Klumpfußkindern erst persönlich von dieser Schiene überzeugen müssen, so weit lag auch sie aus dem mitteleuropäischen Spektrum des Üblichen.

Man sollte das Ponseti-Konzept als ganzes betrachten, denn alle Anwender sagen ja übereinstimmend, daß keines seiner Teile weggelassen werden darf.

Postoperative Schienungen waren nach ausführlichen Korrektureingriffen in der Regel nur bis etwa zum Anfang des zweiten Lebensjahres gedacht, allerdings je nach Verlauf sehr verschieden. Diese Eingriffe sollen ja eben die volle Korrektur in einem Schritt erbringen und "Nacharbeiten" möglichst weitgehend überflüssig machen. - Ein anderes Konzept. -

Klumpfüße müssen lange nachbeobachtet, nicht aber regelhaft bis zum Wachstumsende geschient werden. Die meisten "Rezidive" sind wohl doch primäre Unterkorrekturen.


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15. Juli 2004

Da ich wieder schwanger bin und bereits ein Kind mit KF habe, befasse ich mich verstärkt mit dem Thema der pränatalen Diagnostik. Man liest immer wieder von Frauen, bei denen bereits in der Schwangerscaft beim Feinultraschall KF diagnostiziert wurden. Hierzu meine Frage: kann man mit diesem Diagnoseverfahren wirklich einen echten KF von einer KF-Haltung unterscheiden, und falls ja, woran kann man diese Differenzierung festmachen?

 

Antwort:

Man kann das seit einigen Jahren mit wohl zunehmender Genauigkeit vorhersagen. Die ersten mir bekannten Mitteilungen kamen aus Israel. Wie alle sonographische Diagnostik ist dies sicher sehr Untersucher- und Geräte-abhängig. Ich kann Ihnen die aktuelle Irrtumswahrscheinlichkeit nicht genau beziffern, vor einigen Jahren sprach man von ca. 30% oder mehr. Die Unterscheidung zur Klumpfuß-Haltung ist sicher genau das Problem. Bei schweren Klumpfüßen ist die Vorhersage-Genauigkeit sicher besser als bei leichten.


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15. Juli 2004

Schwanger in der 30. Woche; per Ultraschall Diagnose Klupfüße beidseitig

Bei der sehr interessanten Info-Veranstaltung bei Ihnen in München zum Thema Klumpfuß sagten Sie, daß Sie die Behandlung nach "Ponseti" auch machen, wenn Sie das Schienen-Problem (Orthopädietechnik) gelöst haben. Können Sie jetzt schon nach "Ponseti" behandeln? Für mich und meine Tochter wäre dann der Weg bis zum nächsten Arzt nicht so weit, sprich meiner Bequemlichkeit käme dies sehr gelegen.

Auch, wenn Sie sagen dies wäre Ihr erster "Ponseti"-Fall, würde ich mich mit Ihnen in Verbindung setzen. Die Geburt meiner Tochter ist Ende September ausgerechnet(26.09.04).

 

Antwort:

Kann ich gerne machen, bin Ende August aus dem Urlaub zurück. Bitte über Mail mit mir Kontakt aufnehmen, mache dann Spezial-Termin mit etwas mehr Zeit.


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7. Juli 2004

KF-OP beids.; mit ca. 2 Jahren Achillessehnenverlängerung; mit ca. 5 Jahren. X-Bein OP bds.; mit 17 Jahren Einlagen, orthopädische Schuhe, Medikamente, KG-Kuren.

Ich habe seit über einem Jahr eine sehr schmerzhafte Sehnenscheidenentzündung im li Sprunggelenksbereich. Spritzen helfen nur 1 Tag. Ibuprofen, Voltaren, Novalgin usw helfen nichts. Nachts habe ich nun eine Gipsschiene und unter Tags seit kurzem eine Orthese zur Ruhigstellung, damit ich etwas gehen kann, da ich 3 Kinder zu versorgen habe. Was für Möglichkeiten habe ich noch? Mein Orthopäde meinte ich solle mich, wenn das nun nichts bringt in MÜ-Harlaching vorstellen.

 

Antwort:

Sehnenscheidenentzündungen haben meist ihren Grund in einer übergeordneten Funktionsstörung, sind also nur Folge einer anderweitigen, bei Ihnen vermutlich mit dem Klumpfuß zusammenhängenden Problematik, wie z.B. einer chronischen Fehlbelastung, einem "Ausweichen", vielleicht einem beginnend arthrotischen Gelenk oder einem Anschlag-Phänomen eines Gelenkes. Oder es sind bestimmte Sehnen nach vorangegangenen Eingriffen "verklebt". Die von Ihnen angesprochenen Maßnahmen sind allesamt symptomatisch, also durchaus sinnvoll, aber nicht an der "Wurzel" des eigentlichen Problemes angreifend. Es sollte daher geprüft werden, ob durch orthopädie-technische Maßnahmen oder (selten) sogar operativ Abhilfe zu schaffen wäre.


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28. Juni 2004

erneute Arthrodese nach Pseudarthrose, Tarsometatarsalgelenke IV + V

Meine OP ist nun 13 Wochen her. Ich hatte insgesamt 6 Wochen Liegegips, 3 Wochen Gehgips, 4 Wochen Vacoped-Stiefel, davon 2 Wochen nur stundenweise.

Im Moment bemerke ich gar keine Besserung beim Laufen, habe oft heftige Schmerzen im OP-Bereich und in den kleinen Zehen.

1.) Ist das nach so langer Zeit noch normal?

2.) Soll ich den Fuß lieber noch schonen, oder einfach die "Zähne zusammenbeißen" und laufen?

3.) Der Fuß ist im OP-Bereich oft sehr heiß. Ist das ein Grund zur Beunruhigung? Das letzte Röntgenbild (10.06.) war in Ordnung, den nächsten Termin habe ich erst am 29.07.

 

Antwort:

Sie sollten sich ganz an die Angaben des Operateurs halten, weil der alle Informationen besitzt, einschließlich aktuellem Röntgen-Verlauf etc. - Die außenseitigen Tarsometatarsalgelenke heilen gerne auch einmal nicht zusammen, da sie einen hohen Bewegungsbedarf haben, gerade beim Klumpfuß, so daß Pseudarthrosen grundsätzlich sicher nicht ungewöhnlich sind. - Alles weitere kann man nur in Kenntnis des gesamten "Falles" beurteilen.


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26. Juni 2004

Da ich gerade wieder schwanger bin, informiere ich mich z. Zt. intensiv über Möglichkeiten und Gefahren der pränatalen Diagnostik. Unter www.9monate.de/Amniozentese.html fand ich beim Stichwort Frühamniozentese folgenden Eintrag, den ich hier, um nichts zu verfälschen, ungekürzt zitieren möchte, auch wenn es etwas lang ist:

Eine Amniozentese, die vor der 15.Schwangerschaftswoche durchgeführt wird, birgt besondere Gefahren. Eine kanadische Studie, an der knapp 4.000 Schwangere teilnahmen, zeigt, dass Amniozentesen, die vor der 15. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden, wesentlich risikoreicher sind als jene nach der 15.Schwangerschaftswoche. Bei der Hälfte der Frauen führte man bereits vor der 13. Schwangerschaftswoche (SSW) eine Amniozentese durch, während der Eingriff bei der anderen Hälfte erst nach der 15. SSW erfolgte. Sämtliche Punktionen der Amnionhöhle wurden unter kontinuierlicher Ultraschallüberwachung durchgeführt. Nach dem Eingriff registrierte man, ob es zum Fruchtwasserabgang oder gar zum Abort kam; Mutter und Kind wurden in der 20. bis 22. SSW und etwa 5 Wochen nach der Geburt erneut untersucht. Ergebnisse der Studie: Mehr Fehlgeburten - mehr Babys mit Klumpfüßen Hinsichtlich der Komplikationsraten gab es klare Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Fehlgeburten waren nach Frühamniozentese statistisch signifikant häufiger (7,6% vs. 5,9%). Nach einer Frühamniozentese kamen deutlich mehr Babys mit Klumpfüßen zur Welt (1,3% vs. 0,1%) als nach Amniozentese in der 15. bis 16. SSW. Fruchtwasser ging bei Frauen, die sich dem Eingriff im 1. Trimenon unterzogen, mehr als doppelt so häufig ab wie bei Schwangeren, bei denen man die Amniozentese erst im mittleren Schwangerschaftsdrittel durchführte. Wenn nach der Frühamniozentese Fruchtwasser verloren ging, war die Klumpfußrate besonders hoch. Diese Beobachtungen zeigen, dass Fruchtwasseruntersuchungen in der 11. oder 12. SSW ein deutlich höheres Risiko für einen Abort oder eine Klumpfußbildung bergen, als wenn man die gleiche Untersuchung 3 bis 4 Wochen später durchführt.

Autor: Gabriele Grünebaum

Da ich weiß, daß man nicht allem Glauben schenken kann, was man im Internet liest, würde mich sehr interessieren, ob Sie einen solchen Zusammenhang zwischen Frühamniozentese und Klumpfußbildung (der mir völlig neu ist) schon einmal gehört haben oder Ihnen vielleicht sogar Fälle eigener Patientinnen bzw. Müttern von KF-Kindern bekannt sind, bei denen in der Schwangerschaft eine Frühamniozentese durchgeführt wurde und dann das Kind mit KF zur Welt kam.

 

Antwort:

Eine praktisch wichtige Frage! - Da ich mit dem Thema der pränatalen Diagnostik als Orthopäde nicht direkt beschäftigt bin, kann ich nicht fundiert antworten. Es ist bekannt, daß z.B. eine (seltene) angeborene Kniegelenks-Luxation nach Amniozentese gehäuft auftritt, vermutlich auch hier mit der - temporären - räumlichen Enge nach Fruchtwassermangel zu erklären. Insofern könnte ein Zusammenhang zur Klumpfuß-Entstehung durchaus möglich sein. - Meine private Meinung ist, daß mit diesem Verfahren viel zu achtlos umgegangen wird und man hier noch manche Zusammenhänge entdecken wird, aber das ist nicht streng "wissenschaftlich".


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21. April 2004

angeborener Klumpfuß mit fehlendem Os cuneiforme laterale.

OP März 2003: Arthrodese calcaneocuboidal & in der calcaneometatarsalen Reihe IV & V links

OP vor einem Jahr, anschließend 7 Wochen Gips, danach Physiotherapie. Wegen immer öfter auftretenden Schmerzen habe ich noch mal den damals operierenden Arzt aufgesucht. Das Röntgenbild zeigte dann: Eine der Klammern war gebrochen.

Erneute OP März 2004. Diagnose: Pseudarthrose. Es wurde eine erneute Arthrodese durchgeführt.

Nun meine Frage: Ist eine Pseudarthrose nicht eindeutig beim Röntgen feststellbar? Ich wurde nach der ersten OP insgesamt 3x geröngt, zuletzt nach der Gipsabnahme. Da schien alles in Ordnung zu sein. Unmittelbar nach der Gipsabnahme wurde der gesamte Fuß blau - es sah aus wie ein einziger "blauer Fleck"...(Gips war aber nie zu fest.) Kann eine Pseudarthrose durch mangelnde Durchblutung entstehen?

Ich bin sportlich sehr aktiv. Wie lange sollte man nach solch einer OP pausieren? Wann ist der Fuß Ihrer Meinung nach wieder voll belastbar?

 

Antwort:

Sicher ist es ein ungewöhnlicher Fall, wenn eine "calcaneo-metatarsale" Versteifung nötig war. Arthrodesen können immer im Sinne einer Pseudarthrose nicht zusammenwachsen, wie angestrebt; dies erkennt man in der Regel in den ersten 4 - 6 Monaten nach der Operation. Es gibt aber auch in Ausnahmen spätere "Lockerungen", dies kann man alles ohne nähere Kenntnis nicht genau beantworten und besonders die Frage nach der Belastbarkeit kann nur vom Behandler beantwortet werden.


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27. März 2004

Julian, 1 3/4; schwere KF beidseitig, Gipstherapie, operiert mit 8 bzw. 9 Monaten, nach dem Ablegen der postoperativen Gipse zunächst (nur nachts) Oberschenkelgipsschalen, dann Oberschenkelschienen, nun Unterschenkelschienen, normaler Laufbeginn mit knapp 16 Monaten, z.Z. sehr erfreuliche motorische Entwicklung, gute Beweglichkeit der Füße und gutes Gangbild. Trägt tagsüber normale Schuhe ohne Einlagen und zu Hause Stoppersocken.

Gerade habe ich von einer anderen Mutter eines KF-Kindes gelesen, daß die dort behandelnden Ärzte für KF ab Laufbeginn ohne individuelle Abwägung mit Antivarusschuhen therapieren. Das Kind sträubt sich sehr heftig dagegen und mag mit den Antivarusschuhen überhaupt nicht laufen.

Das kann meiner Meinung nach nicht der Sinn der Sache sein. Das Kind soll doch Laufen lernen, ihm soll nicht das Laufen verleidet werden, so sehe ich das wenigstens. Wie stehen Sie zu diesem Thema? Werden bei Ihnen KF-Kinder sozusagen auch "automatisch" mit Antivarusschuhen versorgt? Oder was für ein konkreter Befund muß vorliegen, damit Antivarusschuhe angebracht sind? Ist es üblich, daß KF-Laufanfänger solche großen Probleme mit Antivarusschuhen haben? Bewirken Dreibackeneinlagen grundsätzlich etwas anderes als Antivarusschuhe? Und was bewirken dann wiederum propriozeptive Einlagen? Ich als betroffene Mutter finde diese ganze Thematik sehr undurchsichtig und verwirrend und würde mich freuen, wenn Sie mir ein bißchen Klarheit verschaffen können.

 

Antwort:

Aus meiner - subjektiven - Sicht sind Dreibackeneinlagen und Antivarusschuhe dann indiziert, wenn eine Rest-Adduktus-Fehlstellung noch besteht, wobei m.E. gut gefertigte Dreibackeneinlagen noch präziser und wirksamer sind.


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28. Februar 2004

Sohn, 2 Jahre und 4 Monate alt; Sichelfuß beidseits seit Geburt,Hüfte o.b., nicht vererbt -ab 6 Lebenswoche IPOS-OrthesenTag und Nacht -dazu kam KG nach Voijta -tagsüber wickeln nach Zukunft-Huber; nachts Orthesen - deutlicher Besserung! -mit ca. 14 Monaten Antivarusschuhe dazu KG - seit ca.4 Monaten eher Verschlechterung - laut Dr.Marques in Volmerstein OP erforderlich; knöchern, da Weichteil-OP geringern Erfolg bringt anschließend 6 Wochen Gips ohne Belastung.

Wie heißt die Knöcherne-Op und was wird wie operiert? Unter-oder Oberschenkelgips mit Fenster? Darf 6 Wochen gar nicht belastet werden, oder Teilbelastung nach evtl. zwei Wochen möglich? Welche Folgen könnten ohne OP auftreten (WS,Hüfte ect.)? Wie wahrscheinlich sind etwaige Folgeschäden prozentual,wenn keine OP erfolgt?

 

Antwort:

Es gibt - relativ selten unter dem häufig-beobachteten Sichelfuß des Säuglings - gelegentlich ausgeprägte Fälle, die auf die herkömmlichen - hier beschriebenen - Therapieformen nicht genügend ansprechen. In diesen wenigen Fällen kommt eine operative Korrektur in Frage. Diese ist laut Lehrbuch (soviel Literatur gibt es hierzu nicht) beim kleineren Kind bis etwa 4 - 5 Jahre unter Umständen noch rein weichteiliger Art, beim größeren dann knöcherner Art. - Ich selbst habe die weit- aus besten Ergebnisse mit knöchernen Korrekturen gesehen, allenfalls mit zusätzlichen Weichteilmaßnahmen, so daß ich ebenfalls in dem in Frage stehenden Alter grund- sätzlich eher knöchern operieren würde. - Ein Argument, nicht zu operieren, sondern abzuwarten, ist immer, daß sich die Sache oft "auswächst", belegt dadurch, daß man eigentlich nie ältere Kinder mit diesem Problem sieht. Hierbei wird oft vergessen, daß diese "Besserung" sich oft auf Kosten benachbarter Fußregionen ereignet, indem sozusagen der bestehende Fehler an den Nachbargelenken ausgeglichen wird. Dies ist ab einem gewissen Ausmaß natürlich nicht optimal. - Ob in diesem speziellen Fall und wenn ja welche Operation indiziert ist, hängt allein vom Ausmaß und dem Verlauf der letzten Zeit ab; hierzu kann ich nichts sagen. Der häufigste Eingriff in diesem Alter sind bei mir Umstellungen der Mittelfußknochen (2-4 oder 2-5) an ihrer Basis. Am ersten Strahl muß die Wachstumsfuge besonders beachtet und individuell vorgangen werden. - Ich gebe ca. 4 Wochen OS-Gips ohne Belastung, danach ca. 2-3 Wochen US-Gips mit Belastung.


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20. Februar 2004

Sohn, 4 Jahre alt; ab Geburt Gipsbehandlung, danach KF OP an beiden Füßen mit 4 Monaten, danach Gips, Schienen und Schuheinlagen, ab 2 1/2 Jahre Physiotherapie. Behandelnder Arzt ging in Rente, Zweitmeinung vom Uni-Kinderspital Basel Prof. Hefti eingeholt, Behandlung im Kinderspital St.Gallen geplant.

Die Füße sind eigentlich recht schön geworden. Die Komplikation handelt sich um das rechte und linke Schienbein, welche nun einen Rotationsfehler haben. Dadurch kann Stefan die Füße nicht gerade stellen. Es wurde uns von zwei Ärzten eine Operation (Schienbeinbruch mit Geradestellung) mit 6-wöchiger Gipsbehandlung empfohlen. Im Spital wo wir nun die Behandlung durchführen sollten, wurde uns gesagt, dass dies mit Fixateuren gemacht werde. Nun sind wir etwas verunsichert wegen der verschiedenen Behandlungsformen. Werden die Fixateure von Kindern akzeptiert? Wieso wird am einen Ort gegipst und am anderen nicht. Welche Behandlung ist besser?

 

Antwort:

Zur Fehlstellung und damit zur Indikation überhaupt kann ich so nicht viel sagen (innengedreht oder außengedreht?). Rotationsosteotomien sind eigentlich eher selten indiziert, früher wurden sie manchmal - aus heutiger Sicht kontraproduktiv - dazu verwendet, nicht vollständig korrigierte Füße zu begradigen. Gedreht werden sollte nur, wenn die Fehlstellung wirklich im Unterschenkel selbst gelegen ist, aber das ist ja eigentlich selbstverständlich. - Gipsfixation ist sicher allgemein etwas üblicher. In Basel schätzt man Fixateure sehr und verwendet sie häufig, mit großer Erfahrung und Expertise sicherlich. Argumente sind z.B. schnelle Remobilisierung (Geh- und Belastungsfähigkeit, besonders bei beidseitiger Operation) und sichere Fixation durch die Fixateure. - Das sind aber keine ganz grundsätzlichen Unterschiede letztlich. Kindlicher Knochen heilt erfahrungsgemäß schnell und sicher. Fast wichtiger ist die Indikation (Entscheidung zur Operation) selber, d.h. ob und wieviel gedreht wird.


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15. Februar 2004

Sohn, 9 Jahre alt, KG und Ergo; Tim kam in der 42. SSW gesund zur Welt. Mit 13 Monaten fing er an zu laufen. Seitdem er 3 Jahre alt ist, läuft er nur noch auf den Zehenspitzen.Die Ärzte sind ratlos. Tim ist ein ruhiges und verträumtes Kind. Er ist ein guter Sportler. Haben Sie eine Idee für uns, welche Untersuchungen sinnvoll wären? Was könnte die Ursache dafür sein?

 

Antwort:

Ein Neuropädiater sollte das Kind sehen und ggf. weitere Untersuchungen anregen, z.B. MRT der Lendenwirbelsäule, Muskel-Enzyme o.ä. - Wenn sich dabei nichts findet - und oft ist es so - so handelt es sich wahrscheinlich um eine "idiopathische" Achillessehnenverkürzung, die ich nicht selten sehe. - In diesem Fall und in diesem Alter hilft dann meist nur eine operative Verlängerung der Sehne.


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13. Februar 2004

Sohn, 20 Monate alt; schwere KF beidseitig, Gipstherapie, operiert mit 8 bzw. 9 Monaten, nach dem Ablegen der postoperativen Gipse zunächst ( nur nachts)Oberschenkelgipsschalen, dann Oberschenkelschienen, nun Unterschenkelschienen, normaler Laufbeginn mit knapp 16 Monaten, z.Z. sehr erfreuliche motorische Entwicklung, gute Beweglichkeit der Füße und gutes Gangbild.

Schon eine ganze Weile denke ich darüber nach, worin eigentlich der grundlegende Unterschied zwischen "herkoemmlichen" Nachtlagerungsschienen und den DBB besteht. DBB sind ja wohl, wenn ich das richtig sehe, mit der Ponseti-Methode kombiniert und die anderen Schienen mit den herkömmlich operativen Methoden. Aber bewirken sie eigentlich was Unterschiedliches? Bei den DBB sind die Füße durch einen festen Metallstab verbunden und dann durch die nach aussen gedrehten Schuhchen in ihrer Position festgelegt, bei den Schienen werden die Beine einzeln fixiert (zunächst bis über das Knie, später dann als Unterschenkelschiene) und die Füße bzw. der Vorfuß im Bezug auf die Ferse ebenfalls nach aussen gedreht. Ich sehe in meiner laienhaften Vorstellung also lediglich einen Unterschied darin, wie man die Füße fixiert, um dann die gewünschte Aussenrotation - als Vorbeugung bzw. Verhinderung eines KF-Rezidivs - zu erzielen, der bewirkte Effekt kommt für mich auf das Gleiche heraus. Daher meine Frage: Lässt sich das Ergebnis der Ponsetibehandlung (Gipse, eventuell "Mini-OP") anschliessend auch mit normalen Nachtlagerungsschienen halten und könnte man andererseits als Nachbehandlung einer "grossen" KF-OP auch die DBB als Nachbehandlung verwenden? Oder widersprechen sich diese Konzepte? Falls man DBB und Nachtlagerungsschienen egal nach welcher Vorbehandlung verwenden kann, wäre vielleicht Kindern geholfen, die Probleme mit einer der beiden Methoden haben.

 

Antwort:

Das ist eine Frage, die mich z.Zt. auch bewegt. Da ich selber über keinerlei eigene Erfahrung mit Dennis-Brown-Schienen verfüge, kann ich - genau genommen - hierzu gar nichts sagen. Ich bin zur Zeit auf der Suche nach einem Hersteller (Firma), bei der diese Schiene, möglichst als dynamische Schiene (d.h. mit beweglichen Zwischen-Schienen) zu beziehen ist. Bisher habe ich aber noch keinen gefunden. Dies wäre doch mal eine Rundfrage über die Internet-Seite wert!!! - Ich suche möglichst keinen Eigenbau o.ä., sondern etwas richtig so zu Beziehendes. Zur Frage: Alle, die etwas von der Ponseti-Methode verstehen, halten die längere Anwendung von Dennis-Brown-Schienen (2-4 Jahre!) für essentiell für dieses Konzept. Wenn man diesen Baustein aus dem Konzept wegließe, heißt es, funktioniert es nicht in dergleichen Weise. - Bei genauer Nachfrage unter solchen Therapeuten, die das Ponseti-Konzept nachahmen, gibt es aber solche, die die Dennis-Brown-Schienen nicht verwenden, sondern mischen. - Meine Sicht: Die Dennis-Brown-Schiene kann besonders gut auf die Innenrotation eingehen, bzw. diese beherrschen. Diese ist ja z.B. auch nach herkömmlichen Klumpfußkorrekturen vielleicht das häufigst "Rest-Problem". Die Innenrotation ist m.E. mit Unterschenkel- Lagerungsschienen fast überhaupt nicht zu beherrschen, weil sich die Schiene mit dem Unterschenkel mitdreht. Mit Oberschenkel-Schienen kann die Rotation natürlich eingestellt werden und muß in vielen Fällen außengedreht sein. Der Nachteil der Dennis-Brown-Schienen dürfte dagegen sein, daß sie wenig "präzise" arbeitet. Ich hätte z.B. Bedenken, einen peritalar vollständig gelösten und daher zunächst etwas instabilen Fuß einfach mit Dennis-Brown-Schiene stark in die Außenrotation zu zwingen; da ist m.E. eine gut gearbeitete OS-Schiene zielgenauer. Ich würde die Dennis-Brown-Schiene gerne probieren entweder im Rahmen des Ponseti- Konzeptes oder aber bei z.B. 1-2-jährigen Kindern mit "Rest-Adduktus", wie ich es nicht ganz selten sehe.


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31. Januar 2004

Sohn, 5 Monate alt;

Unser Sohn hat einen Klumpfuß ersten Grades. Er wurde bisher mit Gipsschiene und Physiotherapie behandelt. Der behandelnde Arzt rät jetzt zu einer OP, die Physiotherapeutin möchte lieber abwarten und es mit einer Therapie nach Zukunft-Huber ausprobieren.

Was könnte es für (negative) Konsequenzen haben, wenn wir uns für den Therapieversuch entscheiden? Kann es zu Komplikationen führen, wenn der Klumpfuß erst 12 Monate später operiert wird? Wenn eine Verschiebung üblicherweise nicht zu Problemen führt, könnten wir mit dem Therapieversuch eigentlich nichts verlieren.

 

Antwort:

Was hier mit "ersten Grades" gemeint ist, ist mir so nicht ganz ersichtlich, deshalb kann ich zur OP-Indikation grundsätzlich nicht viel sagen. Daß der Arzt die Operation vorschlägt, die Physiotherapeutin eher abrät, entspricht fast der üblichen Rollenverteilung, und alle Argumente scheinen auf Seiten der Physiotherapeutin, wie Sie schon andeuten (denn wer möchte schon gerne die Operation).

Über den günstigsten Zeitpunkt für den operativen Ersteingriff gibt es tatsächlich unterschiedliche Meinungen, die so vom 4. bis 14. Lebensmonat reichen. Wahrscheinlich ist dies sogar von der Art des gewählten Ersteingriffes etwas abhängig. Ich operiere z.B. bei großem Korrekturbedarf eher etwas später als bei geringem.

Ein wichtiges Argument ist natürlich, möglichst bis zum Gehbeginn alles abgeschlossen zu haben, einschließlich der Ruhigstellungsphase nach der Operation. Von daher ergibt sich schon, daß man in der Regel den Ersteingriff nicht viel später als etwa zum 9. Lebensmonat ansetzt. Genaueres hängt aber - wie gesagt - vom Einzelfall ab.


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6. Januar 2004

Tochter, 7 Monate alt; Operation mit 5 Monaten (Verlängerung der Achillessehne, danach wieder 8 Wochen Gips, danach Krankengymnastik und Schienen Tag und Nacht)

Bitte können sie mir einen Rat geben, was die Schienen auch nach der OP bewirken? Es liegen unterschiedliche Meinungen vor. Ärzte raten uns 24 Std. tragen der Schienen, die Krankengymnastin rät, 8 Stunden sind ausreichend. Was raten Sie mir?

 

Antwort:

Schienen nach Klumpfuß-Operationen können grundsätzlich zwei Zielrichtungen haben:

1. Retention, d.h. das Halten des in der Operation erreichten Ergebnisses auch gegen möglicherweise noch verbliebene Ungleichgewichte der Muskulatur und gegen die Rezidiv-Neigung insgesamt.

2. Redression, d.h. weitere Stellungsverbesserung einzelner Klumpfuß-Komponenten, die in der Operation vielleicht nicht vollständig beseitigt werden konnten.

Schienen insgesamt sind im gesamten Behandlungskonzept sehr wichtig und dienen der Wuchslenkung des Fußes und damit der Sicherung des Ergebnisses. Erneute Fehlstellungen nach Klumpfuß-Korrekturen sind ja auch heute nicht ganz selten. Konkret müssen solche Fragen immer ganz vom Einzelfall her besprochen werden, d.h. der behandelnde Arzt, der den Fuß in der Operation "von innen" gesehen hat, sollte solche Fragen individuell entscheiden.


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