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Informationen und Austausch zum Thema Klumpfuß
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25. November 2003

1982 mit einem KF geboren, in Magdeburg operativ (Achillessehne verlängert) behandelt, Gips, Nachtschiene und orthopädische Schuhe; Beinverkürzung ca 2cm. Bis 2000 Schuhe nach herkömmlicher Schuhbautechnik; ab und zu Schmerzen und Steifheit des Fußgelenkes nach längerer Belastung und anschließender Ruhe, seit 2000 dem Fuß bestens angepasste Schuhe von Ingnor in Erlangen; deutliche Abnahme der Beschwerden, aber ab und zu trotzdem Beschwerden wie oben. Da ich noch relativ jung bin und im Alter noch genauso Aktiv wie heute sein will, bin ich nun schon bei mehreren Orthopäden gewesen, bei denen ich meist ewig im Wartezimmer saß und nach 5 min wieder draußen war...und nicht viel schlauer war, was ich denn nun zur Vorbeugung von Hüft- und Knieproblemen tun kann...und mir als "Endlösung" immer nur eine Versteifung empfahlen.

1) Was kann ich zur Vorbeugung dieser Probleme tun?

2) Wie sinnvoll ist eine Magnetfeld/Spritzentherapie zum Knorpel/Gelenkschmiereaufbau im Fußgelenk (abgenutzt und wahrscheinlich davon die Schmerzen)

 

Antwort:

Zum Fuß selbst: Orthopädischer Schuh nach Maß ist sicher das Optimum, gute Abrollhilfe am Schuh ist wichtig. Knorpel-Aufbaukur mit Spritzen kann in Einzelfällen bei noch nicht zu fortgeschrittener Arthrose auch beim Klumpfuß sinnvoll sein.

Zu den Nachbargelenken: Dieser Aspekt wird m.E. zum Teil etwas überschätzt. Auch hier ist eine Harmonisierung und Schmerzfreiheit des Gangbildes z.B. durch Abrollhilfe das Wichtigste. Nach neueren Erkenntnissen führt eine Sprunggelenks-Arthrose weniger zu Knie-Verschleiß, eher schon zu Hüftgelenks-Verschleiß.


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23. November 2003

Sohn, 5 Monate alt; 3 Monate Gipsschalen, danach Behandlung mit Oberschenkelstauchungsschienen. Unser Sohn ist als Frühgeborener in der 26. SSW zur Welt gekommen mit beidseitigem stark ausgeprägtem Klumpfuß. Nach der Behandlung mit den Gipsschalen wurde nun die Behandlung mit den Stauchungsschienen begonnen, mit denen wir aber überhaupt nicht zufrieden sind. Es sind Schienen "von der Stange", welchen einen seitlichen Einstieg haben. Unserer Meinung nach sind sie gar nicht auf den Fuß unseres Sohnes abstimmbar und durch die Klettverschlüsse, welche sehr schlecht sitzen, verschlechtert sich der Vorfuß zusehends. Wie wir nun erfahren haben, sind sie zur Klumpfußbehandlung nicht geeignet, sondern nur zur Sichelfußkorrektur. Wir wissen uns derzeit keinen Rat mehr, wie wir nun weiter verfahren sollen und welche Schienen am besten geeignet sind.

 

Antwort:

Der Begriff der "Stauchungsschiene" ist mir nicht geläufig. - Der Schilderung nach handelt es sich um Lagerungsschienen, offenbar mit einer dynamischen Komponente zur Behandlung der Sichelfußkomponente des Klumpfußes (?). - Man kann nur ganz grundsätzlich dazu sagen: Die Schienenbehandlung ist grundsätzlich nicht einfach, besonders, wenn noch deutliche Fehlstellungskomponenten vorhanden sind. Nicht maßgefertigte Schienen sind in diesen Fällen oft problematisch. Wenn die Schiene - wie es in der Anfrage heißt - sichtlich "schlecht sitzt" und die Fußstellung sich hierunter verschlechtert, scheint der Verlauf nicht optimal. Grundsätzlich ist gegen eine Schienenbehandlung nach 3-monatiger Gipsredression dagegen nichts zu sagen.


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12. November 2003

Sohn, 9 Jahre alt; 1,5 Jahre Gips / OP - Entflechtung mit 2,5 Jahren; gutes Ergebnis - Fußform optisch fast gerade Seit ca 1/2 Jahr klagt mein Sohn über Schmerzen an der Ferse. Er tritt den Fuß nicht richtig durch und "trampelt". Längere Spaziergänge sind fast nicht mehr möglich. Der Arzt sagte die Achillessehnen sind zu kurz und er drückt das Knie zu sehr durch. Wir sollten Krankengymnastik versuchen da, der Fuß noch in die 90° Stellung kommt. Sollte es nicht besser werden - OP Verlängerung der Achillessehnen. Habe jetzt 20 x KG, etwas weicher und dehnbarer alles- aber seine Schmerzen sind noch da - besonders bei längerem Laufen. Jetzt weiß ich nicht so recht weiter, eine OP ist wohl nicht so einfach und bringt es etwas??

 

Antwort:

Schmerzen sind bei Klumpfußkindern eher selten und bedürften sicher einer genaueren Abklärung. - Die Aussagen, der Fuß sei optisch "fast gerade" einerseits, die Achillessehne aber noch verkürzt, schließen sich ja eigentlich gegenseitig aus. Wenn die Achillessehne bei einem 9-jährigen Kind mit Klumpfuß noch verkürzt ist, kann man das nach meiner Erfahrung mit Krankengymnastik allein in aller Regel nicht korrigieren, auch wenn diese natürlich trotzdem wichtig ist.


29. Oktober 2003

Mich interessiert es was für Auswirkungen Fußdeformitäten auf die Körperhaltung haben.

 

Antwort:

Kann man so allgemein nicht beantworten. Jedenfalls kriegen nicht alle Klumpfußkinder "Rückenprobleme", wie man manchmal aus elterlichen Vermutungen heraushört. Zunächst mal ist die Gliederkette der unteren Extremität viel mehr zu berücksichtigen: Knie-Überstreckung, Unterschenkel-Fehlrotation. Bei (unbehandelten) Beinlängen-Differenzen und bleibenden Gangstörungen sind Auswirkungen bis zur Wirbelsäule durchaus zu erwarten.


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24. Oktober 2003

Julian, 16 Monate, schwere KF beidseitig, operiert mit 8 und 9 Monaten (getrennte OP je Fuß), normaler Heilungsverlauf, Nachtlagerungsschienen, zweimal pro Woche Physiotherapie, Dehnübungen zu Hause Neulich stellte ich Ihnen ja einige Fragen, u.a. bezüglich der motorischen Entwicklung unseres kleinen Julian (schwerer angeborener KF beidseitig). Nun kann ich die erfreuliche Mitteilung machen, daß er vor zwei Wochen, mit knapp 16 Monaten, begonnen hat, frei zu laufen. Zunächst drei Schrittchen, sozusagen "im Sturzflug" in meine Arme, aber nun hat er schon viel Übung und geht in der Wohnung immer sicherer herum, kann bewußt die Richtung wechseln und gezielt anhalten. Natürlich plumpst er immer mal wieder hin (wobei er sich gut abfängt), rappelt sich dann aber unverdrossen wieder auf und marschiert weiter. Wenn er müde ist, krabbelt er noch, aber wenn er fit ist, findet er Laufen viel besser. Draußen traut er sich noch nicht, doch das kommt dann auch bestimmt bald. Da Sie oft Problemfälle im Forum geschildert bekommen, wollte ich auch einmal eine erfreuliche Nachricht schreiben.

Noch eine kleine Nachfrage zur Schuhversorgung: Seine Füße sind immer noch recht klein (ca. Größe 20). Unser OT meinte, Antivarusschuhe gäbe es zwar schon ab Größe 18, sie seien aber sehr steif und daher in dieser kleinen Größe noch nicht zu empfehlen, er würde erst ab ca. Größe 23 Antivarusschuhe für sinnvoll halten. Der Chefarzt sieht das auch so. Beide empfahlen mir, zur "Überbrückung" ganz normale weiche Kinderschuhe zu kaufen und verkehrt herum anzuziehen. Ist das eine sinnvolle Lösung?

Wie gesagt, draußen läuft er momentan sowieso noch nicht, und drinnen ist es warm genug für Stoppersocken, denn Barfußlaufen bzw. in Socken soll doch sowieso am besten sein, oder?

Es würde mich interessieren, ob Sie sich schon einmal näher mit der Ponseti-Methode (nichtoperative Behandlungsmöglichkeit von KF) befaßt haben und falls ja, welche Meinung Sie zu dieser Methode haben.

 

Antwort:

Zu Ihrer vorigen Anfrage: Antivarus-Schuhe dann, wenn noch Adduktus-Komponente besteht, sonst nicht, Schuhe verkehrt herum habe ich selber nie gemacht. -

Ponseti-Methode ist gut, ähnliche ältere "deutsche" Vorläufer dieses Verfahrens kommen ihm aber durchaus zumindest auch sehr nahe.


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16. Oktober 2003

bds. KF, nur mit Gipsen therapiert, nach 40 J. Diagnose: Sichelfuß bei fehlendem Os cuneiforme laterale, OP's im Abstand von 1 Jahr: Arthrodese im lateralen Mittelfuß

Bei dem Gespräch vor der letzten OP sagte mir der Arzt, daß die Schrauben in meinen Füßen auch mal brechen könnten. Nun bin ich vor ein paar Tagen aus größerer Höhe gesprungen und habe danach heftige Schmerzen im Fuß gehabt. (Die OP ist jetzt 7 Monate her.) Kann eine Schraube wirklich unter dieser Belastung brechen? Der Schmerz ist jetzt nur noch gering. Also denke ich eigentlich nicht, daß es soweit gekommen ist, aber der Schreck war erst mal groß.

 

Antwort:

Schrauben brechen immer dann, wenn Arthrodesen nicht heilen. Hier wäre ein Röntgenbild hilfreich.


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13. Oktober 2003

Durch einen "Unfall" bin ich in der 4. Woche schwanger und habe vor das Kind zu bekommen.

Der Vater des Kindes hat rechts einen Klumpfuß.

Meine Frage nun, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß mein Kind ebenfalls einen Klumpfuß haben wird, bzw. ist es überhaupt vererbbar?

 

Antwort:

Nach meiner Kenntnis wird der idiopathische Klumpfuß laut Literatur in unter 10% weitergegeben, meinem persönlichen Eindruck nach noch viel seltener. Da er heutzutage sehr gut behandelbar ist mit ausgezeichneten funktionellen Ergebnissen, wäre hier jeder Gedanke an eine vorgeburtliche Tötung des Kindes ("Abtreibung"), die ich aus ethischen Gründen ablehne, wohl vollständig abwegig (falls dies ein Hintergrund der Frage gewesen sein sollte).


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8. Oktober 2003

Julian, jetzt 15 1/2 Monate alt, schwere angeborene KF beidseitig, Redression und Oberschenkelgipstherapie, operiert mit etwa 8 und 9 Monaten (Februar und März 2003, beide Füße getrennte OP, Cincinnati), unproblematischer OP-Verlauf, gute Heilung, unauffällige Narben, nach jeweils 6 Wochen OP-Gips zur Ruhigstellung weitere Therapie in Form von Oberschenkelgipsschalen, die zunächst ganztags (bis auf KG, Baden) und nachts getragen wurden, jetzt nur noch nachts. So oft es geht zu Hause Dehnübungen und zweimal in der Woche KG in der Praxis (Bobath)

Meine Fragen habe ich bereits an Dr. Sinclair gestellt, mich würde aber auch Ihre Meinung dazu interessieren:

1.) Schienenversorgung

Nachdem unser Julian die OP-Gipse los geworden war, trägt er Oberschenkelgipsschalen, seit er sich alleine hinstellt nur noch nachts. Für "richtige Schienen" sind seine Füße, so die Ansicht von OT und Orthopäden, noch zu klein.

- Ist es nach Ihrer Erfahrung üblich, nach der KF-OP monatelang mit Gipsschalen zu therapieren und dann erst auf "richtige Schienen" umzusteigen?

- Gibt es ihres Wissens nach Kriterien, ab wann man von Oberschenkelnachtlagerungsschienen auf Unterschenkelschienen umsteigen kann? Julian wehrt sich abends des öfteren heftig gegen die Oberschenkelschalen, Unterschenkelschienen wären daher sicher eine große Erleichterung für uns und ihn.

2.) Laufenlernen und Schuhversorgung

Julian hat mit dem Krabbeln erst spät begonnen, da er mit Gipsen nie gekrabbelt ist. So war er fast ein Jahr alt, als er richtig zu krabbeln anfing. Recht bald danach begann er, sich überall hochzuziehen, um die Möbel herumzugehen und an der Hand herumzumarschieren. Seit ein paar Tagen beginnt er, sich aus der Hocke heraus in den freien Stand aufzurichten, kann das Gleichgewicht aber bislang nur relativ kurz halten und traut sich noch nicht so recht, alleine zu laufen. Man hat aber das Gefühl, daß er ganz kurz davor ist.

- Ist diese motorische Entwicklung für sein Alter im normalen Rahmen?

- Wann lernen KF-Kinder (mit beidseitigem KF) nach Ihrer Erfahrung im allgemeinen frei zu Laufen?

- Ab wann werden die ersten Schuhe benötigt?

- Sind Antivarusschuhe oder Einlagen oder eine Kombination von beidem angezeigt, oder hängt das vom individuellen KF ab?

- Reicht es, wenn die überwiegend getragenen Schuhe Antivarusschuhe sind, oder müssen z.B. Hausschuhe oder ein Ersatzpaar auch Antivarusschuhe sein bzw. mit passenden Einlagen versehen werden?

3.) Klinodaktylie

Außer beidseitig schweren KF hat Julian jeweils an den beiden kleinen Zehen sowie "Ringzehen" (oder wie man den zweitkleinsten Zeh nennt) Klinodaktylie. Das äußert sich durch deutlich schräg nach innen - Richtung großer Zeh - wachsende Fußnägel, was man bei diesen winzigen Nägelchen nur sieht, sobald sie etwas länger wachsen. Nach der Definition von Klinodaktylie, die ich gelesen habe, sind nicht nur die Zehennägel schief, sondern auch die Zehenknochen verkrümmt, was ich als Laie weder bestätigen noch auschließen kann. Uns sind die schief wachsenden Zehennägel erstmals aufgefallen, als Julian schon knapp ein Jahr war, unsere Orthopäden mußten wir darauf hinweisen, die haben es von sich aus gar nicht bemerkt (oder für nicht bemerkenswert befunden?) Sie meinten, dabei bestehe kein Behandlungsbedarf, ob es später mal Probleme deswegen beim Laufen gäbe, müsse man abwarten, wahrscheinlich eher nicht.

- Sind Ihnen in Ihrer medizinischen Laufbahn Fälle von Klinodaktylie (ggf. in Kombination mit KF) untergekommen?

- Falls ja, kam es dadurch zu irgendwelchen Problemen?

- Falls ja, was für Therapiemöglichkeiten sind angezeigt?

 

Antwort:

1. Art und Dauer der Schienenversorgung sind vom aktuellen Befund abhängig. Im 2. Lebensjahr kann man sicher auch "richtige" Schienen machen. Ich setze die Schienenbehandlung grundsätzlich nicht gerne vor Beginn der vollen Gehfähigkeit ab.

2. Die motorische Entwicklung scheint ganz normal zu sein, also zeitgerecht. Die Klumpfüßigkeit einschließlich der Behandlung verzögert den Gehbeginn etwas, aber meist nicht sehr. Schuhe dann, wenn das Kind nennenswerte Zeit-Abschnitte aufgerichtet verbringt, nicht "zum Laufenlernen". Die Art des Schuhes, Einlage etc. abhängig vom Befund!

3. Diese Einwärtsdrehung der Kleinzehen sieht man sehr oft. Sie läßt sich konservativ nicht wirkungsvoll behandeln. Operative Maßnahmen kommen nur bei wirklichen Problemen in Betracht, z.B. chronischen Nagelbett-Entzündungen etc., was zumindest im Kindesalter sicher selten vorkommt.


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29. September 2003

Zwillinge, 6 Monate alt; 7 Wochen Gips, 4 Monate Schiene, seit 1 Woche Wickelmethode nach Zukunft Huber Zunächst meine Frage: Welche Behandlungsmethode ist für Klumpfüße erfolgsversprechender:

a) Schiene und Krankengymnastik nach Bobath ?

b) oder Wickelmethode nach Zukunft Huber kombiniert mit manueller Therapie?

Bisher wurden unsere Zwillinge (beide haben Klumpfüße) nach a) behandelt. Vor 14 Tagen holten wir uns in der Kinderklinik Aschau eine zweite Meinung ein. Hier wurde uns eindringlich empfohlen auf Behandlung b) zu wechseln.

Argumente:

-Behandlung a) berücksichtigt unzureichend die Dreimisionalität des Fußes, -jeder einzelne Knochen muss berücksichtigt werden, was a) nicht leistet,

-Beweglichkeit des Fußes hat Vorang vor Geradestellung des Fußes. Wir stehen nun vor dem Dilemma unterschiedlicher Behandlungsansätze und wären dankbar für eine Empfehlung.

 

Antwort:

Die Frage ist sehr verständlich und berechtigt, wird sich aber wahrscheinlich so pauschal nicht beantworten lassen. Natürlich ist eine moderne "dynamische" Methode schon vom Gedanken her einer (herkömmlichen) "statischen" (Schiene) vorzuziehen. Das derzeit vieldiskutierte Konzept nach Ponseti ist vielleicht als eine Art Synthese beider Ansätze aufzufassen. - Für mich ist dies eine Frage, die im Einzelfall zu beantworten ist. Ich habe schon so viele schlecht gewickelte Klumpfüße (b) gesehen, daß diese Methode nicht in sich als besser zu bezeichnen ist. Richtig aber ist, daß alle Schienen weniger Korrektur-Verfahren als Retentions-(d.h. Halte-)Verfahren sind. Sie wollen bereits Erreichtes sichern und halten. Die Redressions-Korrektur-Kräfte müssen sehr gezielt und richtig einwirken (s. Ponseti-Verfahren), nicht grob und nur ungefähr die richtige äußere Form anstreben. Funktion hat damit Vorrang vor Geradestellung. - Trotzdem: b ist grundsätzlich besser als a). a) würde ich so nicht unterstützen.


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10. September 2003

Bianca; 48 Jahre alt, geboren mit Klumpfuß re., OP mit 2 1/2 - 3 Jahren, Einlagen bis ca. 14 Jahren, Schiene nachts bis ca. 4 Jahren. Keine Beh. bis 2002, Fersen-osteotomie. Behandlung unklar, da wenig Information von meiner Mutter. 2001 hatte ich einen häuslichen Unfall, meine Kniescheibe sprang heraus (bereits vorher 5 mal über mehrere Jahre). Es wurde eine Umstellungsosteotomie im Knie vorgenommen. Danach bekam ich Schmerzen im Fuß, besonders im Gelenk. Nach der Osteotomie an der Ferse, verlagerte sich der Schmerz in den Knöchelbereich. Das Gelenk im re. Fuß ist nur wackelig, gering beweglich, abrollen ist nicht möglich. Die Röntgenbilder zeigen eine schwere Arthrose. Mein Fuß ist sichelförmig, am Gelenk haben sich Knochenablagerungen gebildet, es ist dadurch verdickt. An der Außenseite hat sich ein Knubbel mit Hornhaut gebildet aufgrund der Belastung auf dem äußeren Rand. Außerdem habe ich einen Spitzfuß. Die Hacke ist auch nach der OP nicht auf dem Boden. Mein Bein ist um ca. 2 cm verkürzt. Meine Frage ist, gibt es auch für mich, in meinem Alter noch Möglichkeiten der Verbesserung der Funktionalität und im Aussehen?

 

Antwort:

Zunächst müßte eine genauere Untersuchung und Ganganalyse der Frage nachgehen, warum die Achillessehne eine chronische Entzündung zeigt und ob es überhaupt die Achillessehne ist oder eine andere Struktur in der unmittelbaren Umgebung (Schleimbeutel, Knochenhaut des Fersenbeines...). Auch wäre wichtig zu wissen, ob noch wesentliche Fehlstellungskomponenten vorhanden sind, ob der Fuß "plantigrad", d.h. die Sohle korrekt zum Untergrund ausgerichtet oder die Achillessehne verkürzt ist. Möglicherweise muß auch eine Kernspintomographie den Zustand der Sehne selbst näher beleuchten (degenerative Verändungen, Teil-Einrisse?). Eine Besserung sollte aber in jedem Fall möglich sein.


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5. Juli 2003

Kerstin, 18 Jahre alt.

Klumpfuß durch Dystonie (wahrscheinlich durch ICP ausgelöst). Bei Geburt leicht vorhanden und stabil, seit 4 Jahren immer progredienter, seit 4 Monaten stabil durch weiteres Medikament (Artane + Madopar). Ein Fuß nicht willkürlich beweglich, steif; anderer korrigierbar; Kg n. Bobath, manuelle Therapie.

Mehrmals wurde mir eine OP angeboten, da ich sonst bald nicht mehr laufen könne. Aber ich habe andere konservative Methoden noch nicht probiert, wie Botulinumtoxin (habe damit schon Erfolg im Rumpf, weil Skoliose).

Gibt es also noch weitere konservative Möglichkeiten zur Behandlung dieser Art Klumpfuß? Passiver Druck allein verstärkt eher.

 

Antwort:

Bei neurogenem Klumpfuß kann Botulinum (vorübergehend) gut helfen. Wenn sich der Fuß in einem Maßschuh nicht gut korrigieren läßt bzw. der passive Gegendruck wie beschrieben sich nicht günstig auswirkt, ist vermutlich eine Operation mit Sehnenverlagerung und Weichteil-Balancierung viel besser beim gehfähigen Patienten. - Man müßte den Patienten und den Fuß genauer untersuchen, aber alle Angaben deuten in Richtung eines operativen Vorgehens bei dieser Konstellation, auch wenn das Vorliegen einer dystonen Komponente (z.B. im Vergleich mit der reinen Spastik) immer etwas weniger Voraussagbarkeit des Ergebnisses mitbeinhaltet.


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