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Informationen und Austausch zum Thema Klumpfuß
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6. Dezember 2003

Sohn, 15 Jahre alt; im Alter von 8 Monaten und 2 Jahren Klumpfuß-OP; 1x Jährlich Kontrolle beim Arzt.

Jetzt ist der Fuß um 1,5 cm zu kurz, somit steht die Hüfte falsch und außerdem hat er eine Schuhdifferenz von ca. 3-4 Schuhnummern.

Welche Behandlungsmethoden kann man noch nützen, weil er keine Schuherhöhung möchte, was ich auch verstehen kann.

 

Antwort:

Eine Beinlängendifferenz wird häufiger bei Klumpfußdeformitten beobachtet. Eine Differenz von 1,5 Zentimetern kann ohne weiteres mit Schuherhöhung ausgeglichen werden. Es besteht bei einer echten Beinlängendifferenz die Möglichkeit über einen kleinen Eingriff während des Wachstums die Beinlängen auszugleichen. Hierbei wird mit einer kleinen Titanklammer die Wachstumsfuge des längeren Beins gefasst und am Wachstum gehindert. Hat das kürzere Bein die Differenz "aufgeholt" können die Klammern entfernt werden und die Wachstumshemmung des ursprünglich längeren Beins aufgehoben werden.

Dies ist ein sehr kleiner Eingriff mit sehr geringem Risiko. Sind die Wachstumsfugen jedoch bereits verschlossen, besteht diese Option nicht mehr. Es ist daher ratsam möglichst bald eine Röntgenaufnahme des Kniegelenkes anfertigen zu lassen um ein vorhandenes Restwachstum festzustellen. Besteht dieses kann der Eingriff erfolgen.

Die unterschiedlichen Schuhgrößen sind das größere Problem. Ein Ausgleich ist hier nicht möglich. Bei mehr als 2 Größen empfiehlt sich entsprechend Schuhe unterschiedlicher Größe zu besorgen.

 


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1. November 2003

Was genau ist ein peritalares Entflechtung?

 

Antwort:

Das peritalare Entflechtung ist das Lösen aller Kapselstrukturen um den Talus herum. Also nicht nur ein dorsales Entflechtung (hinten an der Achillessehne und Kapsel, und auch nicht ein dorsomediales Entflechtung (sprich hinten und innen=medial). Beim peritalaren Entflechtung wird das Gelenk zwischen Tibia und Talus = oberes Sprunggelenk, das Gelenk zwischen Talus und Calcaneus = unteres Sprunggelenk, das Gelenk zwischen Talus und Naviculare in seiner Gesamtheit und häufig auch das Gelenk zwischen Calcaneus und Cuboid gelöst. Hinzu kommt die Durchtrennung FAST aller Ligamente, sprich Bänder, die das obere und untere Sprunbggelenk stabilisieren und die Reposition des Talus in seine korrekte Position verhindern. Einige wenige, wirklich wenige Strukturen werden belassen. In den meisten Fällen werden dann die Sehnen der Zehenbeuger und der Tibialis posterius verlängert.


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31. Oktober 2003

Sohn, knapp 2 Jahre alt; Gipsbehandlung vom ersten Tag, leider ohne Erfolg. OP steht bevor. Da die Gipsbehandlung leider bei meinem Sohn nicht wirklich hilfreich ist, soll er in Kürze operiert werden.

Jetzt wollte ich fragen ob man bei ihm die Ponsetimethode noch anwenden kann?

 

Antwort:

Auf jeden Fall sollte die Ponseti-methode versucht werden. Ich denke, je nach Befund, könnte eine entsprechende Gipstherapie den Fuß verbessern. Evtl. auch eine Operation vermeiden. Warum wird erst so spät behandelt?


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20. September 2003

Sohn, 9 Wochen alt; aufgrund eines Sichelfußes links und eines Klumpfußes rechts anlegen von Gipsen 5 Tage nach der Geburt (18.07.03). Nach 6 Wochen 1Woche Pause für den linken Fuß. Und jetzt nach 9 Wochen, als Versuch, beide Füße gipsfrei.

Die Füße stehen laut Orthopädin und Krankengymnastin ganz gut. Meiner Meinung nach müssten zumindest nachts oder auch tagsüber die Füße in dieser Stellung gehalten werden, ansonsten muss sicher nächste Woche wieder gegipst werden. Jost hält Sie schon ganz gut, aber ob das ausreicht????

Ich habe mal etwas über Bebax-Schuhe gehört. Ab welchem Alter kann man diese Schuhe einsetzen. Oder gibt es irgendeine andere Möglichkeit in dem Alter die Füße in dieser Stellung zu halten, ausser mit Gips?

 

Antwort:

Es wäre zunächst interessant zu wissen, nach welcher Technik gegipst wurde. Wurde nach Ponseti gegipst könnte bei einem Klumpfuß unter Umständen die Korrektur eines KF erfolgen, hiernach müsste aber in jedem Fall eine Weiterbehandlung mit entsprechenden Orthesen erfolgen (Denis Browne Schiene). Wurde nach " konventioneller" Methode therapiert, so kann ich mir eigentlich eine komplette Korrektur bei echten KF nicht so recht vorstellen. Eine weitere Möglichkeit ist die eines positionellen KF oder KF-Haltung. Hier kann durch Gipstechnik der Fuß auskorrrigiert werden und bedarf dann keiner weiteren Therapie. Letzlich verrät uns das klinische Bild und das Röntgenbild ob der Fuß ein KF oder eine KF-Haltung aufweist. Bei einem echten KF wäre ich jedoch sehr besorgt, den Fuß nach relativ kurzer Zeit ohne jegliche Schiene zu belassen.


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24. Oktober 2003

Auf diesem Wege vielen Dank für den engagierten Ponseti-Vortrag in St. Augustin. Ich habe noch ein paar Nachfragen dazu, die ich nicht mehr persönlich stellen konnte, daher auf diesem Wege:

1.) Können Sie mir bitte nochmal die Namen derer nennen, die Einteilungen der Klumpfüße aufgestellt haben? Einer war wohl Dimeglio, aber die anderen sind mir entfallen. Sie hatten zwei Schaubilder dazu.

2.) Sie zeigten das Photo einer "Live-Tenotomie" (heißt das korrekterweise so?), die Sie auf einer Ärzteweiterbildung vor Publikum gemacht haben. Andererseits sagten Sie, während Ponseti die Tenotomie ohne Handschuhe macht, legten Sie großen Wert auf steriles Arbeiten auch bei so einer Mini-OP. Läßt sich das vor Publikum denn machen?

3.) Sie zeigten im Uganda-Klumpfußprojekt DBB-ähnliche "Gestelle", die vor Ort preiswert von den lokalen Handwerkern gebaut werden können und daher für eine weitreichende Versorgung geeignet sind. Sind diese "Behelfs-DBB" therapeutisch genauso gut wie in Deutschland weitaus aufwändiger und teurer angefertigte DBB, oder gibt es entscheidende Unterschiede in der Wirksamkeit?

4.) Gibt es Ausprägungen von KF, bei denen Sie von vornherein nicht mit der Ponseti-Methode ansetzen würden sondern stattdessen zu einer Operation raten? Ich meine jetzt nicht zu alte Kinder oder schlecht vorbehandelte Füße, sondern bei einem neugeborenen Kind, das ohne Vorbehandlung zu Ihnen gebracht wird. Sie sprachen davon, eines der von Ihnen behandelten Kinder hätte trotz Ponseti-Behandlung nachher doch operiert werden müssen, da es nicht genug auf die Behandlung angesprochen habe. Lag da eine Besonderheit beim Fuß vor? War das eine ganz seltene Form von KF? Warum ging es nicht ohne OP?

 

Antwort:

zu 1. Einteilung nach Dimeglio, Einteilung nach Pirani

zu 2. Ich glaube das Ponseti die Tenotomien inzwischen gar nicht mehr selbst macht. Auch denke ich dass das ohne Handschuhe die Regel ist/war. Auch hat sich in Sachen Hygiene in den letzten 30 oder 40 Jahren einiges getan. Ein paar sterile Handschuhe und unterlagen gehören einfach dazu. Ob nun 5 Medizinstudenten oder 5 Eltern zuschauen ist der Achillessehne egal. Eltern sind genauso steril wie Medizinstudenten.

zu 3. die Steinbeek Orthese (so heißt die Uganda-Orthese) ist genauso effektiv wie jede andere. Sie ist vielleicht nicht so schön anzuschauen, hat etwas härteres Leder und zwickt und zwackt überall ein bißchen. Ich denke aber, dass in einem Land wie Uganda die Probleme und letzlich auch die Ansprüche weit hinter den unseren liegen.

zu 4. Man muß ehrlich gestehen, dass keine Methode eine 100% Erfolgsrate hat. Mit der Ponsetimethode liegt diese weit über 90%. Das ist eigentlich für eine medizinische Behandlung absolut bahnbrechend. Das manche Füße nicht ansprechen ist vorher leider nicht zu ersehen. Ich würde daher prinzipiell alle Füße zunächst auf diese weise Gipsen. Bei Kindern mit anderen Syndromen wäre ich bezüglich des Ergebnisses evtl. von vornherein etwas skeptischer.


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27. September 2003

Julian, geboren am 18.6.2002, jetzt also gut 15 Monate alt, schwere angeborene KF beidseitig, Redression und Oberschenkelgipstherapie, operiert mit etwa 8 und 9 Monaten (Februar und März 2003, beide Füße getrennte OP, Cincinnati), unproblematischer OP-Verlauf, gute Heilung, unauffällige Narben, nach jeweils 6 Wochen OP-Gips zur Ruhigstellung weitere Therapie in Form von Oberschenkelgipsschalen, die zunächst ganztags (bis auf KG, Baden) und nachts getragen wurden, jetzt nur noch nachts. So oft es geht zu Hause Dehnübungen und zweimal in der Woche KG in der Praxis (Bobath)

Ich habe eine Reihe von Fragen an Sie gesammelt und hoffe, daß Sie mir vielleicht alle oder zumindest einige davon beantworten können, auch wenn sie sich nicht auf Ihr Spezialgebiet (Ponseti) beziehen.

 

1.) Schienenversorgung

Nachdem unser Julian, inzwischen rund 15 Monate alt, die OP-Gipse los geworden war, trägt er Oberschenkelgipsschalen, seit er sich alleine hinstellt nur noch nachts. Für "richtige Schienen" sind seine Füße, so die Ansicht von OT und Orthopäden, noch zu klein. - Ist es nach Ihrer Erfahrung üblich, nach der KF-OP monatelang mit Gipsschalen zu therapieren und dann erst auf "richtige Schienen" umzusteigen? - Gibt es ihres Wissens nach Kriterien, ab wann man von Oberschenkelnachtlagerungsschienen auf Unterschenkelschienen umsteigen kann? Julian wehrt sich abends des öfteren heftig gegen die Oberschenkelschalen, Unterschenkelschienen wären daher sicher eine große Erleichterung für uns und ihn.

 

2.) Laufenlernen und Schuhversorgung

Julian hat mit dem Krabbeln erst spät begonnen, da er mit Gipsen nie gekrabbelt ist. So war er fast ein Jahr alt, als er richtig zu krabbeln anfing. Recht bald danach begann er, sich überall hochzuziehen, um die Möbel herumzugehen und an der Hand herumzumarschieren. Seit ein paar Tagen beginnt er, sich aus der Hocke heraus in den freien Stand aufzurichten, kann das Gleichgewicht aber bislang nur ganz kurz halten. - Ist diese motorische Entwicklung für sein Alter (rund 15 Monate) im normalen Rahmen? - Wann lernen KF-Kinder (mit beidseitigem KF) nach Ihrer Erfahrung im allgemeinen frei zu Laufen? - Ab wann werden die ersten Schuhe benötigt? - Sind Antivarusschuhe oder Einlagen oder eine Kombination von beidem angezeigt, oder hängt das vom individuellen KF ab? - Reicht es, wenn die überwiegend getragenen Schuhe Antivarusschuhe sind, oder müssen z.B. Hausschuhe oder ein Ersatzpaar auch Antivarusschuhe sein bzw. mit passenden Einlagen versehen werden?

3.) Klinodaktylie

Außer beidseitig schweren KF hat Julian jeweils an den beiden kleinen Zehen sowie "Ringzehen" (oder wie man den zweitkleinsten Zeh nennt) Klinodaktylie. Das äußert sich durch deutlich schräg nach innen - Richtung großer Zeh - wachsende Fußnägel, was man bei diesen winzigen Nägelchen nur sieht, sobald sie etwas länger wachsen. Nach der Definition von Klinodaktylie, die ich gelesen habe, sind nicht nur die Zehennägel schief, sondern auch die Zehenknochen verkrümmt, was ich als Laie weder bestätigen noch auschließen kann. Uns sind die schief wachsenden Zehennägel erstmals aufgefallen, als Julian schon knapp ein Jahr war, unsere Orthopäden mußten wir darauf hinweisen, die haben es von sich aus gar nicht bemerkt (oder für nicht bemerkenswert befunden?) Sie meinten, dabei bestehe kein Behandlungsbedarf, ob es später mal Probleme deswegen beim Laufen gäbe, müsse man abwarten, wahrscheinlich eher nicht.

- Sind Ihnen in Ihrer medizinischen Laufbahn Fälle von Klinodaktylie (ggf. in Kombination mit KF) untergekommen?

- Falls ja, kam es dadurch zu irgendwelchen Problemen?

- Falls ja, was für Therapiemöglichkeiten sind angezeigt?

 

Antwort:

Frage 1:

In der Regel kann der Wechsel von Ober zu Unterschenkelschienen nach Steh-/Gehbeginn erfolgen. Wir haben hier in Hamburg viel mit kleinen Patienten zu tun, kleine Schienen sind in der Manufaktur kein Problem. Sie können diesbezüglich auch nochmal Herrn Hoffmann im Expertenforum ansprechen. Ich denke die eigentliche Frage lautet: Wie lange muß er überhaupt noch Schienen tragen. Kann man, bei gutem Befund, nicht eventuell auf fersenumfassende Einlagen zurückgreifen? Wie lange muss die nächtliche Redression erfolgen? Da Julian nun schon 15 Monate alt ist würde ich mir keine Verbesserung durch nächtliche " Korrekturschienen" erhoffen.

Frage 2:

Julians motorische Entwicklung scheint Ihren Angaben nach völlig Zeitgerecht. In der Regel holen Kinder nach Gipsbehandlung Ihren initialen Rückstand schnell wieder auf. Bzgl. Einlagen hatte ich bereits kommentiert. In der Regel genügen normale Schuhe, evtl. mit Einlagen. Antivarusschuhe können in wenigen Fällen helfen, ich verschreibe sie jedoch eher selten.

Frage 3:

Häufig sehen wir nach konservativer oder auch operativer Therapie eine Krallenstellung der Zehen. Dies liegt einerseits an der neuen "korrigierten" Fußposition und an der Länge der Beugesehnen. Die Beugesehnen kommen vom hinteren Unterschenkel, hinter dem Innenknöchel und über die Fußsohle zu den Zehen. Je mehr der Fuß in korrigierter Stellung ist, desto " Kürzer" wird die Sehne (relativ zur Wegstrecke die sie nun bis zur Zehe zurücklegen muss). Es resultiert ein in Beugung eingezogener Zeh, meist ist der 4. und 5. am meisten betroffen. Wir empfehlen in der Regel Dehnungsübungen durch die Eltern und haben im Verlauf in den meisten Fällen eine deutliche Besserung des Befundes erkennen können. Manchmal müssen wir das Schuhwerk etwas ändern, damit weniger Druck auf die 4. und 5. Zehe einwirkt (vor allem bei Ponseti Kindern). Eine schwerwiegende Folge bei verbleibender Zehen-Restdeformität ist aber nicht zu erwarten.


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17. September 2003

Sohn, 2 Jahre, 3 Monate alt; Gipsbehandlung 3 Wochen nach Geburt; Vojta; OP mit 6 Monaten; Wechsel zu Bobath; Wechsel zur Manualtherapie.

Alexander hat einen KF links. Motorisch ist er sehr gut entwickelt. Allerdings ist sein KF Beinchen muskulär doch recht unterentwickelt, auch in der Motorik eingeschränkt sowie in der Wahrnehmung gestört. Unsere Physiotherapeutin ist der Meinung, dass Einlagen nach Nancy Hilton ihm weiterhelfen könnten. Deshalb würde ich Sie als Experten um Ihre Erfahrungen mit den Einlagen nach Nancy Hilton bitten. Sehr interessieren würde mich auch eine unabhängige Studie zu diesem Produkt. Allerdings wurde mir gesagt, es gäbe solch Studie nicht. Sollten Sie jedoch doch eine Studie zu diesen Einlagen kennen, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mich darüber informieren könnten.

 

Antwort:

Seit wenigen Jahren gibt es eine Nancy Hilton Bewegung, die in ihrem Ausmaß sicher nicht gerechtfertigt ist. Bei einem idiopathischen Klumpfuß gibt es keinen Grund von einer gestörten Wahrnehmung auszugehen.

Die Nancy Hilton Orthese ist sicherlich nicht für Klumpfußkinder konzipiert. Die Schiene ist sehr teuer und wird daher in der Zwischenzeit von vielen Kassen nicht mehr bezahlt (Da, wie sie bereits sagten, keine Studie dies belegen). Ich würde Ihnen keine NHO empfehlen. Je nach Beschwerdebild sollten Einlagen oder auch eine entsprechende orthetische Versorgung erfolgen.


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17. August 2003

Sohn, 23 Monate alt, einseitiger Klumpfuß rechts; Gipsbehandlung ab dem 5. Lebenstag bis zur 12. Woche (Ärzte waren stets zufrieden mit der Beweglichkeit und Korrektur des Fußes) - Röntgenbild - Festsetzung Operationstermin zur Verlängerung Achillessehne - Operation (Dauer ca. 3 Stunden), der ganze Fuss musste lt. Aussage des Arztes "umgebaut" werden (Operationsmethode: MC-Kay-Simons/Zugang Cincinnati)- Gipsbehandlung - dann Lagerungsschiene für Tag und Nacht - bei Gehbeginn mit 1 Jahr: Anitvarusschuhe mit Einlagen und Nachtlagerungsschiene - optisch sieht der Fuß gut aus (lt. Aussage des behandelnden Arztes) und in der Bewegung ist die Plantarflexion leicht beeinträchtigt.

Wir waren letzte Woche mit unserem Sohn bei unserem behandelnden Orthopäden in Österreich zur dreimonatigen Kontrolluntersuchung, bei welcher der Fuß geröngt wurde. Vor dem Röntgen war der Arzt sichtlich zufrieden mit dem Fuß, nach der Ansicht des Röntgenbildes leider gar nicht mehr. Soviel wir verstanden haben, befindet sich das Fersenbein nicht in der richtigen Stellung und zwar steht es zu weit nach links, was zur Folge hat, daß der Fuß nun in Plattfußstellung ist (kommt von der Überkorrektur bei der Operation, lt. Aussage des Arztes). Der Orthopäde kann sich das Aussehen des Fußes im Gegensatz zum Röntgenbild eigentlich nicht erklären und muß die weitere Behandlung mit anderen Orthopäden abklären.

Eine Überlegung des Orthopäden war: Knochen aus dem Becken unseres Sohnes zu entnehmen und damit das Fersenbein zu verlängern. Wir sind über diesen Vorschlag sehr beunruhigt, da wir eigentlich dachten die gröbste Opteration wäre bereits erfolgt. Die Rede war bisher eigentlich nur von eventuellen kleinen Eingriffen in den nächsten Jahren.

Wir haben leider erst seit kurzem das Internet und im Krankenhaus wurden uns überhaupt keine Alternativen zur Operation aufgezählt. Viel zu spät haben wir von der Methode des Dr. Ponseti gelesen und sind sehr enttäuscht, diese Möglichkeit der Behandlung nicht genutzt zu haben.

Dr. Ponseti legt wohl weniger Wert auf das Röntgenbild, mehr auf die Funktion? Muß bei unserem Sohn, obwohl der Fuß optisch und in der Beweglichkeit gut ist, jetzt der Weg der Operationen weitergegangen werden? Können jetzt keine konservatien Behandlungen mehr helfen? Ist das nun zu spät? Vielleicht können Sie uns einen Rat geben. Ausserdem möchte ich noch fragen, warum in Westeuropa noch so viel Wert auf die operative Behandlung gelegt wird, wo doch Dr. Ponseti`s Methode so großen Erfolg bringt und dazu noch viel einfacher wäre.

 

Antwort:

Mit Ihren kritischen Fragen bezüglich der gegenwärtigen Klumpfußtherapie sprechen Sie mir aus der Seele. Die Funktion des Fußes sollte den höchsten Stellenwert in der Beurteilung des Fußes haben. Sollte ich sie richtig verstanden haben, hat Ihr Sohn keine Beschwerden und eine sehr gute Beweglichkeit. Bei den meisten Füssen ist die Dorsalflexion, also das anheben des Fußes limitiert. Ein Mangel an Plantarflexion, sollte dieser nicht ausgeprägt sein, ist kaum hinderlich. Ein Röntgenbild allein, bei völlig unauffälliger Klinik, sollte keine Indikation zur Operation ergeben. Daß Ponseti erst jetzt in Deutschland aktuell wird ist für Sie natürlich ärgerlich. Sie wissen bestimmt, daß es die Behandlung selbst bereits seit langem gibt. Glücklicherweise findet sie nun auch vermehrt Anwender, nur in Deutschland ist die Entwicklung noch schleppend. Die neue Popularität der konservative Methoden ist sicherlich auch durch die vielen Probleme bei operativer Behandlung begründet. Ich würde Ihnen empfehlen eine 2. Meinung einzuholen bevor Sie einer Operation zustimmen. Evtll ist eine entprechend Einlagenversorgung eine Möglichkeit.


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31. Juli 2003

Ich habe bereits ein Kind mir Klumpfuß li. In wie weit besteht die Mögilchkeit, dass ein 2. Kind auch mit einem Klumpfuß geboren wird?

 

Antwort:

Die Häufigkeit von Klumpfüßen variiert stark. In Mitteleuropa liegt sie bei ca 1,5 in 1000 Geburten. Haben Eltern ohne Klumpfuß einen Jungen mit Klumpfuß, so liegt die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Jungen bei 1:40. Für ein Mädchen ist die Wahrscheinlichkeit viel geringer. Hat ein Elternteil einen Klumpfuß ist die Wahrscheinlichkeit für ein Kind mit Klumpfuß 17 x höher.


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13. Juli 2003

Sohn, 10 Monate alt; 1.Lebenstag Gips bis 4 Monat dann OP(Achillessehne)und nochmal 8 Wochen Gips, danach Schiene und bis jetzt Krankengymnastik, Schiene nur noch Nachts.

Ist es für das Füßchen schädlich,wenn mein Baby im Gehfrei läuft?

Durch das Gehfrei ist er sehr mobil geworden und möchte nur noch laufen (was ich aber nicht zulasse). Er läuft auch schon an der Hand,und wenn er könnte würde er auch alleine loslaufen. Er entwickelt sich sehr gut,und macht eigentlich das was Babys in seinem Alter ohne Klumpfuß auch machen.

Meine Frage:

Ich mache 2x am Tag Gymnastik und gehe 1x in der Woche zur Therapie, ist dann auch noch Ergo erforderlich?

Denn das möchte mein Orthopäde. Dominik bewegt sich sehr viel,und außerdem mache ich die Übungen die in der Praxis gemacht werden auch zu Hause! Ich muß dazu sagen, das der Klumpfuß bei Dominik kein schlimmer war, und außerdem nur einer. Doch mein Orthopäde macht mir immer Vorwürfe ich würde nicht genug tun, sagt aber im gleichen Atemzug das der Fuß viel besser aussehen würde wie beim letzten mal. Ich weiß nicht was ich davon halten soll?!

Darf Dominik richtige Lauflernschuhe tragen?

Ich war bei zig Ärzten und jeder sagt was anderes. Der eine sagt, das wird wieder, der kann wenn er läuft, Fußball spielen,der andere wiederum, das ich 2 Paar Schuhe kaufen muß, weil er verschiedene Füße haben wird (im moment an beiden Füßen Größe 16). Der 3. sagte das Dominik nochmal operiert werden muß. Ich frag mich was das soll, ich bin mit meinen Nerven wirklich am Ende, weil ich immer wieder was anderes zu hören bekomme. Ist es denn wirklich so schlimm wie die Ärzte sagen, oder soll ich mich auf mein Gefühl verlassen, was für mein Baby gut ist (denn das wurde mir auch geraten). Der letzte Besuch bei meinem Orthopäden war niederschmetternd, weil er sagte, ich solle Dominik auf keinen Fall laufen lassen, er soll nur krabbeln. Doch er möchte doch so gerne laufen!! Was soll ich machen? Den Orthopäden wecheln, denn daran habe schon gedacht, auf eine Meinung mehr kommt es jetzt auch nicht mehr an. Ich hoffe von ganzem Herzen, daß sie mir helfen können und mein kleiner Dominik ein ganz normales Leben führen kann wie Kinder ohne Klumpfuß. Ich bin sehr aufgeregt und habe ziemlich durcheinander geschrieben, aber ich kann auch wirklich nicht mehr.

 

Antwort:

Um zu entscheiden, ob eine weitere Operation notwendig ist, sind 2 Punkte entscheidend. Der erste, wichtige Punkt ist die Funktion des Fußes. Hierzu gehören Fragen wie: Hat Dominik Beschwerden? Wie bewegt sich das Sprunggelenk? Besteht ein Spitzfuß? Läuft Dominik auf der Fußaußenkante? Wie belastet er seine Füße? Der zweite Anhaltspunkt ist das Röntgenbild. Aus dem Röntgenbild kann man die noch bestehende Fehlstellung der Fußwurzelknochen zum Talus (Sprunggelenrolle) ersehen. Obwohl das Röntgen sehr wichtig ist, kommt es letztlich auf die Position und Funktion des Fußes an. Ob eine weitere Operation nun notwendig ist, kann ich mit der wenigen Information letzlich nicht beurteilen. Sicher ist jedoch, daß Kinder, auch nach Klumpfußoperationen hingestellt werden können. Es spricht meiner Ansicht nach nichts dagegen Dominik gehen zu lassen. Ein Bremsen seiner motorischen Entwicklung halte ich für falsch. Je nach Schweregrad können Kinder mit Klumpfüßen ein völlig normales Leben führen. In einigen Fällen kann eine Einlagenversorgung notwendig werden. Orthopädische Schuhe sind in der Regel nicht notwendig. Auch das Kaufen von 2 Paar Schuhen würde ich erst ab einem Unterschied von 2 Größen befürworten.


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26. Juni 2003

Sohn, heute 13 Jahre alt. Kein Gips, keine Therapie. Später mit 3 Jahren leichte Sichelfußstellung festgestellt. Matthias bekam Nachtschienen und Einlagen und seit 2 Jahren orthopädische Schuhe. Er kann nur noch kurze Strecken laufen, längere Wege kann er nur noch mit einem Rollstuhl bewältigen. Sein rechter Fuß hat sich dermaßen verformt, daß er beim Laufen extrem hinkt. Der Bodenkontakt des Fußes erfolgt mit der Außenfläche. Beim linken Fuß beginnt die Verkrümmung ebenfalls.

Wäre eine Operation möglich? Es wird immer schlimmer und irgendwann wird Matthias ganz im Rollstuhl sitzen.

 

Antwort:

Ihren Angaben zufolge ist die Fußdeformität erst im 3. Lebensjahr aufgetreten und seither zunehmend. Offensichtlich schränkt ihn dies sehr ein und es muss eine Therapie für ihn gefunden werden. Wichtig hierfür ist die Ursache der zunehmenden Fehlstellung genauer zu untersuchen. Ich würde Ihnen daher zunächst Raten einen Neurologen zur weiteren Abklärung zu konsultieren. Eine Kernspintomographie (MRT) des Schädels und der Wirbelsäule sollten ebenfalls veranlasst werden. Angeborene Fehlbildungen, manchmal können dies Verklebungen zwischen den Nervenwurzeln und dem Rückenmarkkanal sein ( man nennt dies tethered cord), können zu Fußfehlstellungen führen. Eine Korrektur der Füße ist sicher nach Abklärung der Ursache möglich und sinnvoll. Wichtig hierbei ist die Verbesserung der Fußstellung. Häufig sind bei einem Kind im Alter von 3 Jahren Osteotomien, also korrigierende Operationen an den einzelnen Fußknochen notwendig. Der klinische Eindruck und das aktuelle Röntgenbild entscheidet letztlich über das genaue Vorgehen.


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11. Juni 2003

Tochter, 9 Monate alt; Klumpfuß OP, Nachtschienen, tagsüber Orthesen Seit Geburt hat meine Tochter Lea nicht nur Klumpfüße, sondern auch "eingewickelte/eingeknickte" Daumen, d. h. beide Daumen sind Richtung Handteller eingeknickt. Sie kann greifen, aber es ist schwierig. Z. B. einen Ball hält sie nur mit den Fingern. Pinzettengriff teilweise möglich.

Besteht ein Zusammenhang zwischen den Daumen und den Füßen??? Was können Sie mir raten, damit meine Tochter ihre Daumen richtig einsetzen kann?

 

Antwort:

Ein in den Handtelller "gelegter" Daumen kann Hinweis für eine Arthrogrypose sein. Hier müssen verschieden Formen der Arthrogrypose unterschieden werden. Häufig sehen wir bei der peripheren Form (häufig vererbt) diese Daumendeformität in Kombination mit Klumpfüßen. Der eingeschlagene Daumen ist auch bei Kindern mit spastischen Bewegungsstörungen zu sehen. Auch hier sind KF häufig vorhanden. Sicherlich ist diesen Hinweisen bereits nachgegangen worden. Ist dies aber nicht der Fall sollte es nachgeholt werden. Je nach Ursache der eingeschlagenen Daumen können Verbesserungen der Daumenposition und damit der Funktion durch einen operativen Eingriff erreicht werden.


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21. Mai 2003

Sohn, 3 Wochen alt, KF links, Oberschenkelgips. Gips wurde bereits mehrmals abgestrampelt. Mein Sohn bekommt morgen eine Lagerungsschiene angepaßt ( Schiene bis unterhalb des Kniegelenks ) die er dann ab Freitag mit nach Hause bekommt.

Wie lange sollte die Redression durch Eingipsen behandelt werden ??? Wie sollte der Redressionsgips aussehen ? Oberschenkelgips, Gipsstärke, Ausschnitt für Zehen? Ab wann sollte dann auf Lagerungsschienen umgestellt werden ? Wie sollte eine Lagerungsschiene aussehen und beschaffen sein? (Schienbeinlänge oder bis zum Oberschenkel, Material der Schiene, Verschlüsse der Schiene )

 

Antwort:

Ich werde versuchen die vielen Fragen zu beantworten, sollte ich Ihnen die eine oder andere schuldig bleiben, sei mir verziehen. Das Abstrampeln des Gipses ist häufig bei Kindern ein Problem. Insbesondere wenn die Füßchen sehr kurz sind und die Kinder etwas schwerer sind. Es gibt jedoch einige Tricks mit denen fast alle Füße gehalten werden können. Zb. das Gipsen des Oberschenkels weit nach oben, die Sohle nicht zu weich gipsen, die Zehen aus dem Gips an Sohle und Fußrücken ausschneiden oder, wenn all das nicht hilft mit einem Hautkleber (Mastix) die Polsterung etwas an der Haut fixieren. Die Haut toleriert dies sehr gut, auch wenn der Kleber stark an PATEX-Geruch erinnert. Eine Lagerungsschiene unter das Knie halte ich persönlich für eine ungenügende Redression. Bin jedoch insgesamt von der Redression mit Schienen nicht überzeugt. Eine Korrektur kann kaum erreicht werden, und dies sollte bei einem 3 Wochen altem Kind sicherlich das Ziel sein. Die Gipsbehandlung sollte bis zur Korrektur der Deformität durchgefürt werden. Nach dem konventionellen Prinzip wird je nach Klinik ca. 4 Monaten gegipst. Danach wird die Entscheidung über die Notwendigkeit (in den meisten Fällen) und Ausmaß der Operation entschieden. Nach Ponseti werden in der Regel 6 bis 10 Gipse angelegt. Gipse sollten immer den Oberschenkel mitfassen. Gipsstärke: so leicht wie möglich und fest genug. Mit schnell härtendem Gips kann der Gips in der Regel etwas dünner gehalten werden. Lagerungschienen können für den Zeiraum zwischen Gipsen und OP-Termin angelegt werden, um die erzielte Korrektur zu halten. Notwendig sind sie meiner Ansicht nach nicht.


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8. Mai 2003

Sohn, 2 Jahre alt, Klumpfüße bds., OP mit 5 Monaten, jetzt bekommt er Nachtlagerungsschienen, Einlagen u. Antivarusschuhe Ich hätte mal eine Frage zum Wachstum der Füße meines Sohnes:

Er hat jetzt erst Schuhgröße 20, trotz das der Fuß ja operiert wurde. Ist das normal, das die Klumpfüße soooo langsam wachsen?

 

Antwort:

Durch die Operation des Fußes wird die Länge des Fußes nur gering beeinflusst. Wie auch die schmalen Waden bei Klumpfußkindern auffällt, ist der Fuß in der Regel kürzer als ein nicht betroffener Fuß. Wievel der KF kleiner ist als der "gesunde" Fuß ist sehr unterschiedlich. Bei beidseitigem KF ist dies in der Regel (auf Grund der fehlenden Vergleichsmöglichkeit) weniger ein Problem. Eine Therapie zur "Vergrößerung" des Fußes gibt es nicht. Wichtigstes Kriterium sollte die Funktion des Fußes sein.


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7. Mai 2003

Ich habe grade von einer anderen Mutter gelesen, dass sie mit ihrem Kind die Therapie nach Ponseti gemacht hat. Was verbirgt sich dahinter und kann ich diese Art der Therapie mit meinem Sohn auch noch machen. Irgendwie sehe ich durch die Bobath-Therapie keine Erfolge und ich möchte keine 2. OP über ihn (und mich) ergehen lassen.

 

Antwort:

Die Methode nach Ponseti wird in der Website gut beschrieben. Viele Adressen im Internet, unter anderem die Homepage des Virtual Hospital in Iowa, USA gibt viele Infos darüber hinaus. Leider ist die Methode Füßen vorbehalten, die noch nicht operiert wurden. Sinn ist die Beweglichkeit des Fußes durch eine Vermeidung der OP zu bessern. Trotzdem hat das bisherige Konzept auch gute Resultate erbracht. Letzlich kann sich eine Methode nur durch Erfolge etablieren. Ob eine weitere Operation bei Ihrem Sohn notwendig ist, hängt einerseits vom klinischen Bild und andererseits von möglichen Beschwerden ab. Leider kann ich hierzu über das Medium Internet keine konkrete Empfehlung aussprechen.


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30. März 2003

Juli 1998 wurde Björn geboren. Bei der Geburt wurde kein Sichelfuß festgestellt. Erst später beim Kinderarzt wurde uns bestätigt, daß die Fußstellung nicht normal sei - ein leichter Sichelfuß rechts und kaum zu sehen links.

Es wurde kein Wert auf eine schnelle Therapie gelegt. Aus dem dann beim Orthopäden angefertigten Gips (Fuß und Knöchel) strampelte Björn sich nachts heraus. Daraufhin sollte er Antivarusschuhe mit Einlagen tags und auch nachts tragen. Zwei mal wöchentlich wurde außerdem Krankengymnastik verschrieben (inzwischen nur noch einmal wöchentlich). Mit zwei Jahren hörten wir auf Björn die Schuhe nachts anzuziehen. Er ist jetzt viereinhalb und trägt immer noch fast ausschließlich Antivarusschuhe.

Wir haben nicht den Eindruck, daß sich sein rechter Fuß wesentlich gebessert hat. Der Arzt rät weiter von einer OP ab, da der Sichelfuß nicht stark ausgeprägt wäre. Björn solle die Schuhe wenigstens noch bis zur Schule tragen, da die Knochen so lange noch weich und formbar wären. Wir halten die Antivarusschuhe auf diese Dauer getragen für eine starke Beeinträchtigung unseres Kindes. Björn ist überdurchschnittlich bewegungsfreudig, tobt, klettert, rennt; tut dies aber, als ob er Eimer an den Füßen hätte sehr polterig - er kann mit diesen steifen, schweren Schuhen ja nicht abrollen.

Ist diese Hemmung in der motorischen Entwicklung je wieder auszugleichen?

Schwerwiegender noch: Björns sprachliche Entwicklung scheint inzwischen deutlich hinter derjenigen seiner Altersgenossen in Kindergarten und Freundeskreis zu liegen (geringerer Wortschatz, Mangel zeitliche und räumliche Beschreibungen zu geben). Auch feinmotorisch scheint er weniger weit entwickelt - erst seit wenigen Wochen malt er in Malbüchern vorgegebene Flächen relativ genau aus.

Ist eine Beeinträchtigung der motorischen, neurologischen oder lernpsychologischen Entwicklung denkbar durch die lange Behinderung in der Fortbewegung durch die Antivarusschuhe (vor allem innerhalb der ersten zwei Lebensjahre - Tag und Nacht)? Wäre es dann möglicherweise eher im Sinne der Entwicklung unseres Kindes, auf die weitere Behandlung mit den Schuhen zu verzichten? (Unser Orthopäde antwortet darauf mehr als ausweichend!). Welche Folgen hätte das orthopädisch gesehen für Björn, bei einem so leichten Sichelfuß?

 

Antwort:

Mit 4,5 Jahren ist ein Therapieerfolg mit konservativen Massnahmen unwahrscheinlich. Obwohl mir das Ausmaß der Fehlstellung nicht bekannt ist, würde in diesem Fall eine Operation zur Korrektur des Sichelfußes notwendig werden. Nur ein sehr kleiner Anteil der Sichelfüße muss auf diese Weise therapiert werden. Bei Kleinkindern ist eine Operation der Weichteile im Sinne einer Muskelverlängerung zur Reduktion der deformierenden Kräfte möglich. Bei Björn würde ich eher einen knöchernen Eingriff am Mittelfuß empfehlen. Hierdurch kann man sicher eine gute Korrektur erreichen. Die Nachbehandlung erfolgt durch Ruhigstellung im Unterschenkelgips. Meines Wissens nach sind keine psychologischen Spätfolgen durch Sichelfüße oder nach Tragen von Antivarusschuhen bekannt. Wie bereits erwähnt würde ich einer konservativen Therapie zu diesem Zeitpunkt keine Chance einräumen. Sie können diese Maßnahmen, die Ihnen ja auch Kopfschmerzen bereiten, abbrechen. Stellen sie sich in einer kinderorthopädischen Abteilung zur Festlegung des weitern Vorgehens vor.


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