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Informationen und Austausch zum Thema Klumpfuß
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21. Oktober 2003

Sohn, 16 Monate alt; Gips, OP im Dezember 2002, jetzt Antivarusschuhe und Nachtlagerungsschiene Gleichen die Markenschuhe (Elefanten, Däumling etc.) nicht den Antivarusschuhen?

Wo ist der Unterschied? Kann ich auch die Schuhe von Rodalbkinder bestellen oder kaufen? Ist das egal von welchem Sanitätshaus oder ähnliches?

 

Antwort:

Kinderschuhe von Elefanten, Däumling, Rodalb oder sonstigen Herstellern sind für normale Kinderfüße gemacht und nicht als Ersatz für Antivarusschuhe geeignet. Der wesentliche Unterschied besteht in der Sohlenform.

Wie in der kleinen Abbildung unterhalb dargestellt, folgt ein normaler Kinderschuh der normalen (schwarzen) Fußform. Ein AV-Schuh soll die Vorfußstellung im Sinne der Abduktion (grauer Fuß) überkorrigieren. Wichtig ist, das nur der KF einen AV-Schuh bekommt, der gesunde einen Normalschuh. In beide Schuhe gehört jedoch mindestens eine Weichpolstereinlage. In den AV-Schuh unter Umständen auch eine KF-Korrektursicherungseinlage.

Bei welchem Sanitätshaus Ihr die Schuhversorgung machen lasst ist eigentlich egal. Nur die Korrektursicherungseinlage sollte von einem Techniker gemacht werden, der was von KF versteht. Übrigens müsst Ihr zu dieser Spezialschuhversorgung 45€ zuzahlen.




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17. August 2003

Sohn, 14 Monate alt; bei der Geburt Diagnose: beidseitig schwerer KF, Oberschenkelgipsbehandlung direkt ab dem Tage nach der Geburt (zweimal wöchentlich Gipswechsel, später einmal, ungepolsterte Oberschenkelgipse, ab und zu Gipspause zur Erholung der Haut), OP des linken Fußes im Februar und des rechten Fußes im März 2003, danach jeweils sechs Wochen Gips, seitdem (Ende April 2003, Alter 11 Monate) Oberschenkelgipsschalen, die zunächst fast rund um die Uhr (bis auf die KG), seit Julian sich hochzieht und an Möbeln stehen kann, nur noch nachts getragen werden, zweimal pro Woche KG in der Physiotherapiepraxis nach Bobath, Dehnübungen zu Hause, wie sie sich in den Alltag einbauen lassen.

Unser Julian ist nun 14 Monate. Die Gipsschalen mussten wir zunächst mit meterlangen Mullbinden befestigen, was sich mit zunehmender Mobilität unseres Babies nicht mehr bewerkstelligen liess (bzw. nur noch mit zwei Erwachsenen und fast unter Gewaltanwendung). Nun haben wir Klettverschlüsse an den Gipsschalen, die das Anziehen sehr erleichtern, trotzdem muss man sehr schnell sein, sonst ist Julian schon wieder schwupps auf den Bauch gedreht oder am anderen Ende vom Bett. Gerade in der letzten Zeit, als es so heiss war, erschien es mir wie eine Tortur, ihm die schweren Schalen mit den orthopaedischen Strümpfen drunter anzuziehen, aber wir haben es dennoch durchgezogen. Nun hoffen wir darauf, dass er bald "richtige" Schienen bekommt, die doch wesentlich "graziler" und sicher nicht so warm und klobig sind. Aber bei der Kontrolle am 12.8. sagte uns der zuständige Orthopädietechniker, die Füße seien noch zu klein, um Schienen anzufertigen, dafür sei auch die Fußform(!) entscheidend etc. Er könne uns z.Z. höchstens Kunststoffschalen anbieten, wobei er mir den Vorteil gegenüber den Gipsschalen nicht so ganz klarmachen konnte, jedenfalls klang die Anfertigung sehr aufwändig. Anfang Oktober sollen wir uns wieder vorstellen, dann wird Julian 16 Monate sein. Gibt es wirklich eine Mindestgröße zur Anfertigung von Schienen? Wie groß? Von welchen Faktoren hängt es ab, wann Schienen gefertigt werden können? Ausserdem habe ich gehört, dass es sich zunächst wieder um Oberschenkelschienen handelt, die dann "irgendwann" gekürzt werden. Wann ist denn "irgendwann" bzw. wovon hängt das nun wieder ab? Korrigieren Oberschenkelschienen die Fußhaltung besser als die Unterschenkelschienen? Ich hätte Probleme, die ganze Zeit mit angewinkelten Knien zu schlafen... Für die Knie kann das doch nicht gut sein. Manchmal denke ich, für die Orthopäden hört ein KF-Kind oberhalb der (KF-)Wade auf.

Wie lange müssen die Nachtschienen erfahrungsgemäß getragen werden? Bis zum Wachstumsabschluss mit ca. 15 Jahren? Man hört darüber sehr unterschiedliche Angaben. Vielleicht können Sie mir mit Ihrer Erfahrung weiterhelfen und eine kompetente Meinung zu meinen Fragen abgeben.

 

Antwort:

Ich werde versuchen Eure Fragen so kurz wie möglich zu beantworten.

1. Es gibt keine Mindestgröße der Füße für eine Schienenversorgung. Üblicherweise erfolgt die Gipsredressionstherapie bis zur 12. Lebenswoche bzw. nach den Operationen. Danach baue ich Schienen damit auch Physiotherapie gemacht werden kann (egal wie groß oder klein die Füße sind). Abnehmbare Kunststoffschienen sind viel leichter als Gipse und schränken den Bewegungsdrang der Kleinen schon deshalb weniger ein. Zum Baden kann man die Schienen ablegen und die Haut lässt sich besser pflegen. Wenn die Schienen (wie bei mir) aus transparentem Material gefertigt sind kann man den Sitz und die Passform besser überprüfen.

2. Oberschenkellange Schienen werden gebaut solange die Kinder noch nicht stehen. Danach werden unterschenkellange angefertigt. Nur wenn die Innenrotation der Füße noch sehr stark ist und einer konservativen Therapie zugänglich sind, müssen die Oberschenkelschalen auch mal länger getragen werden. Nur so kann der Fuß vernünftig außenrotiert werden. Inwieweit dabei die Kniegelenke falsch belastet werden, kann ich auch nicht mit Sicherheit sagen. Die so behandelten Kinder haben jedoch später keine Auffälligkeiten in diesem Bereich. Wenn die Druckpunkte am Fuß korrekt gesetzt werden habe ich allerdings auch wenig Bedenken, daß die Knie Schaden nehmen. Wesentlicher Faktor für die Entscheidung welche Schienen verwendet werden, ist neben der medizinischen Indikation die Toleranz unserer kleinen Patienten. Schließlich steht Euch noch eine lange Therapiezeit bevor. Die muß aber an die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes angepasst werden.

3. Die Gesamttherapiezeit hängt immer eng mit dem Therapiestand zusammen. Nur muß man eines immer beachten! Ein Klumpfuß bleibt ein Klumpfuß, auch wenn er operiert oder konservativ korrigert ist. Wenn also der Befund gut ist und sich eine Behandlungspause anbietet, kann man das machen. Dann aber bitte in kurzen Abständen (1/2jährlich) kontrollieren lassen ob sich der Fuß wieder verschlechtert. Bereits erreichte Korrekturen sollten nicht wieder verloren gehen.


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23. Juni 2003

Sohn, 2 Jahre alt, seit 02/2003 propriozeptive Einlagen und Nachtlagerungsschiene erst medial jetzt dorsal

Wir vermuten bei unserem Sohn einen Klumpfuß, der bislang nicht entdeckt wurde, da Fabian viele Probleme bei der Geburt hatte und regelrecht um sein Leben kämpfen mußte. Er hat eine rechtsbetonte spast. Hemi, überstreckt rechts sein Knie, hat einen Spitzfuß, den er mit einem Knickfuß ausgleicht, ein hohes Fußgewölbe, krallt oft die Zehen, kann den rechten Fuß nicht heben, insbesondere die äußeren Zehen nicht. Er hat Fußfalten an beiden Fußrücken, sowie sehr breiten Fuß, der in Längsrichtung kaum wächst. Der Orthopäde ist jedoch trotzdem nicht der Meinung er habe einen Spitzfuß. Zudem ist das linke Bein oft gebeugt und der rechte Hüftknochen wandert aus dem Becken.

Ich halte die Fußversorgung bei weitem nicht für ausreichend. Was raten Sie? Wenn es wirklich ein Klumpfuß ist, wäre eine schnelle Op ratsam, um schlimmeres zu vermeiden oder Botulinum?

 

Antwort:

Vorab kann ich Euch schon sagen, daß es ganz ganz schwer ist zu Eurer Gesamtproblematik Stellung zu nehmen, da die Sache sehr komplex erscheint.

Wichtig ist, das einem klinischen Verdacht eigentlich immer eine weitergehende Diagnostik folgt (z.Bsp.: Röntgenaufnahmen), die Klarheit bringen soll. Es ist für mich aber schwer vorstellbar, dass ein Orthopäde einen Klumpfuß nicht entdeckt. Jedenfalls wäre so ein echter Fersenbeinhochstand (Spitzfuß) nachweisbar. Wenn das nicht der Fall ist könnte der Spitzfuß tonusbedingt sein, was zum Krankheitsbild der spast. Hemiparese passen würde. In diesem Fall ist die Behandlung mit dynamischen Lagerungsorthesen und propriozeptiven Fußorthesen indiziert. Auch eine Botolinum - Therapie könnte sinnvoll sein.

Eine Operationsindikation zu stellen kommt mir als Techniker nicht zu und ist auch an dieser Stelle unmöglich, da man dazu den Fabian sehen muß. Sollte Fabian wirklich einen Klumpfuß haben, so muß man verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Betracht ziehen. Sicher hat die konservative Therapie (Physiotherapie & Schienen) bei ausreichender Aussicht auf Erfolg den Vorrang. Es gibt aber auch viele KF die operativ korrigiert werden müssen.

Wichtig scheint mir noch, dass Ihr die Hüfte im Auge behaltet. Die sollte auf keinen Fall aus der Pfanne rutschen!!!


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14. Mai 2003

Mein Sohn Philipp hatte bei der Geburt zwei schwere Klumpfüße, die auch operiert wurden. Sie sehen eigentlich von der Form ganz gut aus, klappen aber immer noch so stark nach innen. Von der Orthopädin haben wir Dreibackeneinlagen verschrieben bekommen und Antivarusschuhe.

Meine Fragen dazu:

1. Ich habe jetzt gelesen, das die Dreibackeneinlagen einige Nachteile mit sich bringen, u. a. das der Fuß nicht abgerollt werden kann und sich nicht richtig bewegen kann, weil die Einlage so hart ist. Gibt es für die kleinen Kiinder auch beweglichere Einlagen, vor allem welche, die über den ganzen Fuß gehen? Ich habe gehört, da gibt es Leder-Kork-Einlagen oder so ähnlich.

2. Ich bekomme laut meiner Krankenkasse (Salus BKK) nur 2 Paar Antivarusschuhe genehmigt. Im Forum haben mir die anderen geschrieben, das sie auch mehr genehmigt bekommen. Was ist denn nun richtig?

 

Antwort:

1. Eine Dreibackeneinlage ist eine Korrektursicherungseinlage. Das heißt, sie soll den Fuß in der bestmöglichen Korrekturstellung halten. Zu diesem Zweck müssen rigide Kräfte am Fuß wirken, was den Rück- und Mittelfuß in seiner Beweglichkeit einschränkt. Eine gute Einlage ist so konstruiert, dass die Abrollung dadurch nicht beeinträchtigt wird. Sie sollte also nur bis unter die Fußballen reichen. Außerdem darf die Großzehenlasche nur bis ca. 5-8 mm über die Basis des 1. Mittelfußstrahles hinausgehen. Die Führung der Großzehe übernimmt der Antivarusschuh. Aus welchem Material die Einlagen bestehen spielt keine Rolle. Die Funktion ist entscheidend!!!

2. Manche Krankenkassen wollen die Anzahl der Spezialschuhversorgungen gerne begrenzen. In Wirklichkeit hat Philipp Anspruch auf alle medizinisch indizierten Versorgungen. Dazu gehören meiner Meinung nach 1 Paar Hausschuhe, 1 Paar geschlossene (Winter-) Schuhe und eventuell 1 Paar Sandalen. Diese müssen immer dann ersetzt werden, wenn sie nicht mehr passen. Es kann nicht erwartet werden, dass Ihr z.Bsp. dieses Jahr die Sandalen so groß auswählt, dass sie im nächsten Jahr noch passen. Dies würde auch den therapeutischen Nutzen in Frage stellen. Außerdem weiß keiner wie schnell die Füße wachsen werden. Sagt Eurer Kasse, dass Ihr die Spezialschuhe nicht zum Spass verwendet. Ihr würdet lieber normale Kinderschuhe kaufen (die bekommt man ja manchmal auch preiswerter), aber die ärztliche Behandlung kann ja nur von Erfolg gekrönt sein wenn Ihr Euch an die verordneten Therapieen haltet. Und dazu gehört eben auch das Tragen der Spezialschuhe die notfalls auch öfter als zweimal im Jahr erneuert werden müssen.


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13. Mai 2003

Ich wende mich an Sie, da ich in Dresden wohne und vor 4 Wochen bei der Feindiagnostik während der Schwangerschaft bei meinem Sohn die Diagnose Klumpfüßchen bds. festgestellt wurde. Ich stehe nun vor der Wahl, in welchem Krankenhaus ich entbinden will, denn davon hängt ja nun die folgende Behandlungen des Kleinen ab. Ich habe schon Gespräche mit Dr. Fieber in Friedrichstadt und Dr. Dvorazeck in der Uniklinik geführt und fand eigentlich beide sehr überzeugend. Welche Erfahrungen haben sie denn gemacht? Fr. Fieber behandelt ja mehr "gipsfrei", allerdings hatte ich das Gefühl, in der Uniklinik würden mehr Kinder behandelt, was ja auch eine größere Erfahrung bedeutet.... aber vielleicht liege ich da ja falsch. Vielleicht haben sie ja den einen oder andren Tipp für mich.

 

Antwort:

Ehrlich gesagt fällt es mir doch ein bisschen schwer Euch eine Empfehlung für die Entbindungsklinik zu geben. Im Wesentlichen wird sich die moderne Klumpfußbehandlung der beiden großen Dresdner Häuser nicht unterscheiden. Leider habe ich nur wenige Patienten von Fr. Dr. Fieber in Behandlung. Sie lässt die Schienchen (wenn sie denn erforderlich sind) von einem anderen Betrieb bauen. Besser bekannt ist mir das Behandlungsregime der Uniklinik welches von Herrn Prof. Günther vorgegeben ist und der aus seiner Zeit in Ulm sehr viel Erfahrung mitgebracht hat. Der Stationsarzt der Kinderorthopädie heißt Dr. Thielemann. Mit ihm mache ich jede Woche eine Kindersprechstunde (natürlich nicht nur mit Klumpfußkindern) und schätze ihn als sehr kompetent ein. Soweit ich weiß gibt es in Friedrichstadt leider keine Kinder- und Säuglingsstationen in der Orthopädie und in der Uniklinik werden diese gerade umgebaut (und wohl im August 2003 fertig sein). An Eurer Stelle würde ich davon ausgehen, daß die Behandlung in diesen beiden Krankenhäusern korrekt verlaufen wird. Ich denke Ihr solltet die Entscheidung von Eurem persönlichen Eindruck von dem Team abhängig machen, welches Euch dann betreuen wird wenn es soweit ist. Es ist ja auch noch garnicht klar in welchem Umfang Euer kleines Würmchen überhaupt behandlungsbedürftig ist. Es ist zwar gut, wenn Ihr von der Möglichkeit, daß Euer Kind vielleicht Klumpfüßchen hat nicht überrascht werdet, aber die Gefahr, sich zu dolle den Kopf zu zerbrechen besteht natürlich auch.

P.S. Wenn Ihr unser Techniker-Team kennenlernen möchtet kommt doch am 14.06.03 in´s Vital - Center auf der Fetscherstrasse 70. Da gibt´s ein großes Kinderfest und wir weihen unsere neue Kinderabteilung ein.


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10. Januar 2003

Sohn, 20 Monate alt, OP bei beidseitigem Klumpfuß, gute Korrektur. Bekommt jetzt Nachtlagerungsschienen und Einlagen.

Woran liegt das, das er, wenn er die Schuhe mit den Einlagen an hat, stärker nach innen läuft, als wenn er die anderen Schuhe trägt? Die Einlagen passen noch, sind nämlich neu und die Schuhe sind auch noch ausreichend?

 

Antwort:

Für den von Euch beschriebenen Effekt kann ich mir drei Ursachen vorstellen.

1. Der verwendete Antivarusschuh ist relativ reichlich gewählt, und der Fuß ist im Schuh trotzdem noch in seiner Fehlstellung. Dann sieht es nur so aus als ob die Innenrotation geringer ist, da der Schuh wegen seiner besonderen Form im Vorfußbereich nach außen zeigt.

2. Die Normalschuhe in denen Philipp die Einlagen trägt sind eventuell schon etwas knapp. Dadurch kann die Einlage den Vorfuß nicht richtig nach außen korrigieren, weil außen nicht genug Platz im Schuh ist.

3. Das innnenrotierte Gangbild ist NICHT ausschließlich auf die postoperativ verbliebene Sichelfußform zurückzuführen. D.h. der Rotationsfehler liegt im Sprunggelenk, Unterschenkel oder Hüftgelenk. Da kann man mit einer KF-Korrektureinlage nicht viel machen.

Besprecht das Problem mit Eurer Physiotherapeutin. Sie hat noch die besten Chancen etwas zu beeinflussen.


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8. Januar 2003

Seit neuestem hat Henning Kunststoffeinlagen (vorher Blech mit Leder bezogen, mit denen er super klar kam und die auch ich gut fand), mit der Begründung das die Rohlinge für diese Blecheinlagen nicht mehr hergestellt würden und damit nicht mehr herstellbar seien. Stimmt das wirklich? Ist das so?

Die neuen Kunststoffeinlagen verursachen bisher mehr Druckstellen als die alten Blechdinger (oder aus was auch immer diese Metalleinlagen waren), zudem machen sie sämtliche Strümpfe kaputt. Und zwar am Vorfuss, dort, wo die Einlage aufhört. Was kann ich machen, um das zu verhindern? Bzw. was kann unser OT dagegen tun?

 

Antwort:

Ich baue eigentlich alle Korrektursicherungseinlagen aus Kunststoff. Das ist technisch einfacher und von den Möglichkeiten der Formgebung auch genauer. Wenn man die Einlagen aus Metall fertigen möchte stehen uns bis zu einer bestimmten Schuhgröße Rohlinge zur Verfügung. Über diese Größe hinaus müsste man diesen Rohling aus Aluminium-Plattenmaterial selbst herstellen (was wir übrigens zu Ostzeiten immer gemacht haben).

Fazit: Wenn man will kann man Henning´s Einlagen wie bisher aus Metall bauen. Sollen die Dinger aus Kunststoff gebaut werden stehen uns auch wieder Rohlinge zur Verfügung, die ich allerdings nicht verwende, da mir das Material zu dick ist. Ich baue jedes Paar nach Maß und verwende 3mm starkes Polypropylen-Plattenmaterial, welches ich thermoplastisch verarbeite.

Druckstellen sind immer ein Passformproblem. Da müsst Ihr nachbessern lassen. Kaputte Strümpfe kommen meist von schlecht verarbeiteten Einlagenrändern. Diese kann man aber nachpolieren oder mit Leder oder anderen Polstermaterialien überdecken.


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14. September 2002

Lucas, 4 1/2 Jahre alt. Er hat einen Hacken/Knick Fuss Talus Verticales und trägt ständig Orthesen. Er ist mehrfach operiert worden (3x rechts und links)

Wir sind auf der Suche nach Gummistiefeln. Da er nur ein paar Schuhe hat ist es schwer ihn bei schlechtem Wetter immer zu Hause zu halten.

Wissen Sie ob es welche gibt oder ob man welche machen lassen kann?? Da er ja die Orthesen hat, kommt er nicht in normale Stiefel hinein, der Spann ist einfach zu eng und auch bei Schuhen die 2 Nummern zu groß sind.

 

Antwort:

Leider weiß ich nicht wie Lucas Schienen genau aussehen (hab aber ´ne Vorstellung). Euer Problem ist mir aber durchaus bekannt, und es ist mir wie bei den Problemen mit den Hausschuhen auch hier noch nicht gelungen, die Hersteller von Spezialschuhen zur Sortimentserweiterung zu bewegen. Die einzigen wasserfesten Schuhe bietet die Firma Schein an. Diese Modelle sind mit GoreTex gearbeitete Knöchelschuhe und auch mit Fellfutter zu haben. Problematisch ist, dass sie für einseitige Versorgungen nicht unpaarig lieferbar sind. Außerdem gehören sie zu den schwersten Schuhen dieser Kategorie. Eine andere Möglichkeit besteht in der Verwendung von Modellen der Firma Pisana. Diese sind leicht, gefüttert und unpaarig erhältlich und haben ein glattes Oberleder welches mit Schuhcreme relativ wasserfest zu machen ist. Die meisten anderen Anbieter haben fast nur Rauhlederschuhe oder solche mit Textileinsätzen. Da gibt´s mit Sicherheit nasse Füße.

Gehört hab ich auch schon von ganz normalen Gummistiefeln in die man einen wasserdichten Reißverschluss eingenäht hat. Ob das wirklich gut funktioniert weiß ich nicht, aber fragt doch mal bei Eurem einheimischen Schuhmacher nach (falls es noch einen gibt). Ich würde in diesem Fall den Reißverschluss an der Vorderseite des Stiefelschaftes bis zum Fußrücken einbauen lassen.

P.S.: Wenn Ihr das macht, würde mich das Ergebnis sehr interessieren!


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8. September 2002

Tamara bekam vor ca. 1 1/2 Wochen den festen Gips ab und hat für Nachts eine Gipsschiene bekommen. Fast sofort ist mir aufgefallen, daß das betroffene Bein beim Herumtragen blau anläuft. Ich war natürlich sofort beim Arzt mit ihr, aber er meinte ich hätte sie nur falsch getragen. Aber es kommt öfters vor und natürlich mache ich mir Gedanken.

 

Antwort:

Wenn Tamaras Bein wirklich nur beim Herumtragen blau wird solltest Du nachsehen, ob sich die Gipsschiene irgendwo in die Haut einbohrt. Wenn das der Fall ist, muss die Schiene eben so geändert werden, dass das nicht mehr passiert. Zu beachten wäre noch, dass die Binde zum Anwickeln der Schiene keine Einschnürungen am Bein erzeugt. Auch das könnte eine Ursache sein. Wenn das alles nicht der Fall ist passt die Schiene nicht richtig und Ihr müsst Euch eine neue machen lassen. Wenn es am Gewicht der Gipsschiene liegt, hilft nur eine leichtere aus Kunststoff. Die macht Euch Euer Orthopädietechniker.


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12. August 2002

Sohn, 4 Wochen alt, bisher 3 Wochen Vollgips, 1 Woche Gipsschale, 4x täglich Vojta-Gymnastik, 1x pro Woche Gymnastik durch eine Gymnastin.

Mein Sohn hat am linken Fuß einen Klumpfuß. Der behandelnde Arzt meinte, dass wahrscheinlich nicht operiert werden müsse. Außerdem sagte er, dass der Sichelfuß so bleiben würde. Meine Frage: Gibt es keine Möglichkeit diesen Sichelfuß zu begradigen?

 

Antwort:

Leandros Behandlung steht ja gerade noch am Anfang, und offenbar handelt es sich bei dem Sichelfuß um eine leichtere Fehlform. In der Regel spricht solch ein Fuß sehr gut auf die begonnene Behandlung an. Je nach dem, welches Ergebnis zwischen den Kontrolluntersuchungen erzielt wurde kann die Therapie dann geändert bzw. intensiviert werden. Wenn sich der Fuß doch als widerspenstiger erweisen sollte als vorhergesehen, könnte man über eine zusätzliche Korrekturschienentherapie nachdenken. Dabei kann eine Ausführung verwendet werden welche ausschließlich den Sichelfuß korrigiert, also nur den Fuß unterhalb des Knöchelgelenkes umfasst. In jedem Fall würde ich aber eine Maßarbeit bevorzugen.

Zur Prognose wage ich an dieser Stelle keine Aussage. Es ist aber davon auszugehen, dass sie um so besser ist, je weicher der Fuß ist. Also schön dran bleiben mit der Physiotherapie!


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6. Juni 2002

Bisher wurden von meiner Krankenkasse immer problemlos die orthopädischen Schuhe bewilligt. Dieses Jahr jedoch wurde die Leistung "Entlastungspolster im Schaft" gestrichen, mit der Begründung, dass es sich um einen kosmetischen Zusatz handeln würde. Das Entlastungspolster benötige ich jedoch wirklich um Druckschmerzen an Narben und ein Einschnüren des Schaftes (etwas mehr als Knöchel hoch) durch anschwellende Beine zu verhindern.

Die Krankenkasse meinte, dass ein Orthopädieschuhtechniker für ihre Entscheidung konsultiert wurde. Kann denn ein Orthopädieschuhtechniker ohne vorherige Begutachtung der Schuhe, bzw. der Füße entscheiden, dass das Entlastungspolster im Schaft angeblich eine kosmetische Leistung ist? Wissen Sie vielleicht, ob ein ärztliches Gutachten die Ablehnung der Leistung beeinflussen könnte?

 

Antwort:

Die Ablehnung Ihrer Krankenkasse bezüglich des Entlastungspolsters im Schaft ist so einfach nicht nachzuvollziehen, und ich würde auch gegen diese Entscheidung Widerspruch einlegen. Meiner Meinung nach ist ein Entlastungspolster kein kosmetischer Zusatz am Schuh, sondern ein Funktionselement. Am besten wäre es, wenn Ihr verordnender Arzt schriftlich dazu Stellung nehmen kann und den Einbau der erforderlichen Entlasungspolster ausdrücklich verlangt.

Übrigens kann weder ein Orthopädieschuhtechniker noch eine Krankenkasse nach Aktenlage (also ohne Begutachtung Ihrer Füße) beurteilen, ob Sie auf die vorgesehenen partiellen Entlastungspolster verzichten können. Im Zweifel muß es eben doch durch ein ärztliches Gutachten entschieden werden. (was für mich unverständlich wäre, da so ein Gutachten deutlich mehr Geld kostet als die paar Entlastungspolster. Aber..... Krankenkassen müssen sparen..... koste es was es wolle!!!!!)


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13. Mai 2002

Meine Tochter hat einen Klumpfuß, rechts, geb. 29.04.2001.

Bisherige Behandlung: 5 Wochen Gipstherapie, 5 Wochen Unterschenkelschiene, seither Wickeln nach Zukunft-Huber. Außerdem machen wir Krankengymnastik ( Vojta und Dehntechnik nach Zukunft-Huber).

3 Mal ( 29.10 2001 , 28.01.2002 und 08.04.2002 ) erfolgte eine Vorstellung beim evtl. Operateur und 3 Mal wurde eine Operation noch nicht für erforderlich gehalten, da sich Fortschritte in der Behandlung (nach klinischem Befund und auch auf dem Röntgenbild) nachweisen ließen. Der Orthopäde hält Lizzy´s Fuß für einen " Grenzfall" bezüglich einer erforderlichen OP (meine Interpretation). Gegenwärtig ist der Stand der, daß wir warten werden, wie sich der Fuß beim freien Laufen einstellen wird. Dann soll evtl. doch noch operiert werden.

Der Fuß selbst läßt sich gegenwärtig wie folgt beschreiben: Der Vorfuß dreht stark nach innen, die Ferse ist fast unten (würde sagen, im 2-3 Millimeterbereich), der Rückfuß sieht (allerdings nur, wenn sie richtig steht) "normal" aus, ansonsten steht ein Knochen unterhalb des Außenknöchels leicht nach außen. Dieser Knochen läßt sich bei der KG jedoch "an seinen Platz" drücken. Passiv läßt sich der Fuß insgesamt in die richtige Stellung bringen. Beim Stehen stellt sie den Fuß manchmal richtig auf und manchmal mehr auf der Fußaußenseite (das korrigieren wir dann immer). Den KF belastet sie nicht richtig, steht meist mit dem ganzen Gewicht auf dem anderen Fuß. Die Fußlänge ist sehr gut, der Fuß ist im Prinzip genau so lang wie der linke. Lizzy ist jetzt ein Jahr alt. Sie läuft (auf Spitzen) am Tisch/Möbeln entlang. Frei laufen kann sie noch nicht.

Nun meine Fragen: Halten Sie es (aus der Ferne und nach meiner Beschreibung) für sinnvoll, den Laufbeginn und eine damit evtl. einhergehende Besserung des Fußes abzuwarten? Gibt es Ihrerseits diesbezüglich Erfahrungen?

Könnte durch das Warten über den Laufbeginn hinaus eine negative Entwicklung des Fußes erfolgen? Welche Schuhe / Einlagen etc. würden sie empfehlen? Welcher Zeitpunkt wäre aus Ihrer Sicht der richtige für Schuhe/Einlagen? (Gegenwärtig hat sie noch nichts)

 

Antwort:

Um beurteilen zu können, mit welcher Potenz sich Lizzy´s Fuß in Richtung KF entwickelt, kann man nur abwarten und beobachten.

Sicher wäre es schön, wenn ihr eine OP erspart bleiben würde. Mit dem Laufbeginn ändern sich die Belastungsverhältnisse des Fußes und es ist anzunehmen, daß dies Einfluß auf die Entwicklung des Fußes hat. Es ist also durchaus möglich, daß dadurch eine Verbesserung des Befundes eintreten kann.

Das Maß mit dem Sie konventionell Einfluß nehmen, ist ja variabel. Man kann mal mehr oder mal weniger intensiv eingreifen und muß natürlich immer beobachten welche Wirkung erzielt wird. Auch denkbar ist einen temporäre Änderung der Therapieverfahren (z.B. die Wickeltechnik mal zeitweise durch korrigierende Schienen zu ersetzen). Wichtig ist aber immer, daß Sie sich mit dem ganzen Therapieteam abstimmen, damit auch alle an einem Ende des Strickes ziehen können. Ich bin Orthopädietechniker und glaube an die Wirksamkeit von sorgsam hergestellten Lagerungsschienen, was die verstärkte Vorfußfehlstellung angeht. Der Fersenbeinhochstand ist konventionell immer schwer zu korrigieren, im 2-3 mm Bereich aber durchaus denkbar. Um jedoch den normalen Bewegungsumfang des Sprunggelenkes herzustellen braucht Lizzy mehr Korrektur (ca. 10° Dorsalflexion).

Wenn Ihr Behandlungsteam begründete Hoffnung hat, daß die laufende Therapie ausreichend sein kann, würde ich die OP verschieben. Ein Nachteil der späteren OP wäre, daß Lizzy evtl. in der Phase des Laufenlernens für kurze Zeit (post OP) durch den Gips teilweise immobilisiert wird.

Ihrer Frage entnehme ich, daß Sie nach Möglichkeiten suchen, um die nächste Zeit so intensiv wie möglich zu nutzen, um alles nur erdenklich Mögliche zu unternehmen. Ich könnte mir vorstellen, die Therapie mit einer guten Einlagen-, Schuhverorgung zu ergänzen. Meine Empfehlung wäre eine maßgefertigte KF-Korrektureinlage in Kombination mit leichten und flexiblen Schuhen.


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3. April 2002

Jannik hat neue Unterschenkelschienen bekommen. Ein anderes Modell wie zuvor. Die Neuen sind nur vorne offen, um den Fuß samt Bein rein und rauszubekommen. Alles in allem sind die ok., nur finde ich, das sie sehr hoch sind. Wenn Jannik seine Beine beugt, sitzt die Schiene in der Kniekehle. Ein OT hat mir mal erzählt, dass das obere Teil der Schiene auf dem Wadenmuskel oder drunter sitzen kann, aber nicht darüber. Das es für den Muskel nicht gut sei. Kannst du mir mehr darüber sagen?

 

Antwort:

Janniks neue Schienen sind sicher etwas zu lang geraten und können von Eurem OT-Techniker problemlos gekürzt werden. Allerdings nur soweit, das sie eben nicht mehr in der Kniekehle drücken. Wenn die Schiene die Wadenform gut berücksichtigt sind keine negativen Auswirkungen auf die Wadenmuskulatur zu erwarten. Der obere Verschluß im Unterschenkelbereich muß auch nicht so fest gezogen werden.

Wenn die Schiene aber zu kurz geschnitten wird, drückt sie stark auf den Wadenmuskel. Da könnte ich mir eher vorstellen, das es Probleme geben kann.

Es gilt also: Schiene so lang wie möglich, aber ohne Einschränkung der Kniebeweglichkeit.


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27. März 2002

Wir haben folgendes Problem: Mein Sohn Jere hat ziemlich pummelige Beine. Daher-so sagt zumindest der Arzt, bleiben die Gipse nicht vernünftig an den Beinen. Wenn ich merke dass die Zehen nicht mehr gleich viel aus dem Gips ragen wie am Anfang, drück ich den Gips an der Ferse ein, und wenn ich die Ferse nicht mehr spüren kann heißt es mal wieder 140 km zum Gipswechsel fahren. Ich wollte fragen, ob sie mir einen Tipp geben können, wie der Gips angebracht werden sollte, damit er 1-2 Wochen, und nicht nur 2 Stunden-2 Tage den Fuß in der richtigen Stellung hält. Unser Arzt sowie die "Gipsmeister" sind ratlos und haben vor, auf Schienen umzusteigen, die aber nicht so gut wären.

 

Antwort:

Bei Kindern wie dem kleinen Jere ist die Gips- oder Schienenkorrekturbehandlung ausgesprochen schwierig. Das Problem besteht darin, daß man durch die vielen Weichteile kaum an das Skelett herankommt. Außerdem wursteln sich die Zappelmäuse aus den Fixierungen heraus, da die Weichteile einen ausreichenden Bewegungsspielraum hergeben.

In diesem Fall würde ich die Versorgung mit Kunststoffschienen bevorzugen, da man 1. diese neu anlegen kann wenn der Fuß nicht mehr richtig sitzt und 2. jederzeit den Zustand der Haut prüfen und sie notfalls behandeln kann. Voraussetzung für abnehmbare Schienen ist die konsequente Einhaltung des Therapieregimes durch die Eltern.

Als Besonderheit für die Schienen empfehle ich unbedingt die Anbringung eines Knöchelzuges. Damit dürfte die sichere Positionierung der Ferse in der entsprechenden Fassung zu realisieren sein.


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10. Januar / 23. Januar 2002

Mein Kleiner (6 Jahre) ist wegen eines schweren Knick-Senk-Fußes mit Spitzfußkomponente operiert worden (Arthrolyse oder so). Er kann jetzt zwar den Fuß wieder mit der vollen Fläche aufstellen, die starke Außenrotation ist aber bestehen geblieben. Er bekommt Krankengymnastik bzw. mache ich mit ihm natürlich auch zu Hause. Des weiteren hat er eine Nachtlagerungsschiene. Seit der OP humpelt er irgendwie beim Laufen. Das Knie scheint nicht richtig durchgedrückt zu sein. Der Orthopäde konnte nichts feststellen. Was kann man noch tun, um das Gangbild zu verbessern, sowohl bei der Rotation wie auch beim Humpeln?

 

Antwort:

Zunächst mal muß ich wissen ob es sich wirklich um eine Arthrolyse gehandelt hat die bei Andy gemacht worden ist. (Ich tippe eher auf eine Achillotenotomie). Außerdem wären Informationen über eventuelle systemische Erkrankungen wichtig. War der Spitzfuß spastisch? Hatte das Kind früher ein überstrecktes Kniegelenk (Genu recurvatum)? Ist der Spitzfuß nach der OP bei vollständig korrigierter Ferse komplett beseitigt? Wann hat das Kind Laufen gelernt? War das Humpeln vor der OP auch schon da? Sind seit der OP Schmerzen oder Muskelkater aufgetreten? Also: Ihr seht schon, je mehr ich weiß, um so besser. Versucht doch mal noch ein paar Info´s zusammenzutragen. Vielleicht kann ich Euch dann ein paar Hinweise geben.

 

Fortsetzung Frage: Also es wurde eine Arthrolyse gemacht. Dadurch ist auch der Spitzfuß weg. Frei laufen konnte er mit ca. 1 Jahr und 3 Monaten. Es wurde mir aber immer gesagt, ich solle ihn nicht laufen lassen sondern lieber tragen, da man damals noch davon ausging, dass mit der Hüfte was nicht in Ordnung sei. Das Humpeln war vor der OP noch nicht. Schmerzen treten bei längerem Laufen auf. Zusätzlich auch im Knie und im Rücken. Wir waren gestern auch noch mal in der Klinik und haben erfahren, dass er noch mal operiert wird. Es soll eine Rotationsosteotomie durchgeführt werden. Dadurch würde wohl auch das Humpeln beseitig. Unser Orthopäde am Ort stimmt dem zu. Was da genau gemacht wird, weiss ich leider auch nicht, da ja bekanntlich immer Zeitdruck in solchen Klinikambulanzen herrscht und eine genaue Erläuterung meist nicht möglich ist. Die Gangschule sollen wir jetzt auch weglassen, da sie zur Zeit mehr Schaden verursachen würde. Mehr Infos habe ich leider auch nicht.

 

Antwort:

Ich danke Euch für die nachgereichten Informationen zu Andy´s Therapie. Im Wesentlichen lässt sich das Humpeln des Jungen sehr warscheinlich auf die starke Außenrotation des Fußes zurückführen. Der Abrollvorgang ist dadurch beeinträchtigt, daß Andy durch den relativ verkürzten Fuß kein oder kaum ein Vorfußwiderlager hat. Außerdem fehlt ihm auch die Abstoßkraft des Vorfußes, welche man aber für ein symmetrisches Gangbild beidseits benötigt. Es kommt dadurch zum „Humpeln“ bzw. könnte das Gangbild den Eindruck erwecken, als wäre das operierte Bein nur eine Stelze.

Die geplante Rotationsosteotomie soll diesen Effekt wieder aufheben. Bei dieser Operation wird der Fuß durch einen knöchernen Eingriff wieder nach innen gedreht.

Andy´s Schmerzen in Knie und Rücken sind sicher Folge der veränderten Belastung von Muskulatur und Gelenken beim Laufen. Leider wird bei der nächsten Veränderung des Bewegungsmusters durch eine erneute OP diese Symptomatik wieder zu erwarten sein, jedoch ist um so schneller mit Besserung zu rechnen je mehr Gang- oder Bewegungssymmetrie hergestellt werden kann.

Ein Wort noch zum Zeitdruck in Klinikambulanzen. Bitte fordert Euer Recht auf ausführliche Beratung vor solchen Operationen ein. Schließlich müßt Ihr für Eure Kinder Entscheidungen für´s Leben treffen. Je besser Ihr informiert seid um so leichter wird Euch auch eine Entscheidung fallen. Außerdem vermeidet Ihr so überzogene Erwartungen und könnt herben Enttäuschungen vorbeugen. Sprecht mit dem Operateur und fragt ihn genau was er machen wird und redet auch über ein realistisch zu erwartendes Ergebnis.


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10. Januar 2002

Im Anschluss an die 2. OP haben wir nun 3-Backen-Einlagen bekommen deren Zehenlasche ziemlich lang ist, d. h. sie geht vor bis zum grossen Zeh. Diese Einlage wurde von Passau aus als okay befunden. Gestern wurde uns dann von dem operierenden Arzt gesagt, das diese Lasche verkürzt werden soll (Länge dann nur bis zum Grundgelenk), da ansonsten ein abrollen nicht möglich ist. Ich bin dann heute zu unserem Orthopädietechniker und der meinte, das die Passauer Ärzte das eben gern anders haben und die lange Lasche wäre dazu da, auch den grossen Zeh zu korrigieren, da es sonst passieren kann, das zwar der Fuß gut korrigiert ist, die grossen Zehen aber dann nach innen gehen.

Bei Markus ist das auch ehrlich gesagt fast der Fall. Wenn er auf dem Bogen steht, spreizt sich sein Zeh immer etwas von den anderen ab.

Welche Länge ist den nun gut und richtig?

 

Antwort:

Grundsätzlich sollte die Großzehenlasche einer Sichelfuß - Korrektureinlage nur bis über das Großzehengrundgelenk gehen, da sonst der Abrollvorgang des Fußes beeinträchtigt werden kann. Wenn jedoch der Großzeh trotz dieser Einlage stark nach innen abweicht muß entweder mit einem Antivarusschuh kombiniert oder die Goßzehenlasche verlängert werden. Diese muß dann aber leicht nach oben gebogen ausgeführt sein, damit wenigstens eine geringe Abrollung gewährleistet ist. Die Ursache für die Abweichung der Großzehen nach innen ist primär in der Varusverformung des Mittel und Rückfußes zu suchen. Durch diese Formveränderung verlagern sich die Sehnen der Zehenbeuger zum Fußinnenrand. Dieser Umstand führt dazu, daß die Grundgelenke derart fehlbelastet werden, daß die Zehen nach innen gezogen werden. Man darf aber auch davon ausgehen, daß sich nach erfolgter KF- OP dieser Zustand erheblich verbessert und eine achsengerechte Gelenkbelastung durch die Zehenbeugemuskulatur erzielt werden kann. Im Übrigen unterscheidet sich das Behandlungsregime von Krankenhaus zu Krankenhaus genauso wie die Behandlungsstategie der Therapeuten und die technische Ausfürung der Schienen und Einlagen durch verschiedene Techniker. Wesentlich ist, daß der Hut auf dem Kopf des behandelnden Arztes sitzt. Alle nachrangig beteiligten Behandler haben sich dessen Anordnungen zu fügen und bei Unklarheiten oder Änderungsvorschlägen Rücksprache zu halten. Nur im Vertrauen auf diese Praxis kann ein Arzt ein nachweislich wirksames Therapiekonzept entwickeln und anwenden.


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24. November 2001

Was ist der Unterschied zwischen Antivarusschuhen und Dreibackeneinlagen? Und worauf muß ich achten, wenn mein Kind Schuhe bekommt?

 

Antwort:

Bei Dreibackeneinlagen müssen zwei Druckpunkte an der Innenseite des Fußes sein und ein Druckpunkt an der Außenseite. An der Innenseite genau an der Ferse und am Großzehengrundgelenk. Der Druckpunkt an der Außenseite befindet sich im Bereich zwischen dem Fersenbein und der Basis des 5. Mittelfußknochens. Diese Einlagen dienen der Korrektur oder Überkorrektur des Sichelfußes. Um Einlagen mit Überkorrektur in einem Schuh unterzubringen muß man einen sogenannten Antivarusschuh verwenden. Dieser ist so gebaut, daß der Vorfußaußenrand genügend Platz hat. Bei weicheren Sichelfüßen reicht mitunter auch der AV-Schuh alleine, dann jedoch sollte eine normale Weichbettung in den Schuh eingearbeitet sein weil die Kinder sonst auf der harten Brandsohle laufen. In jedem Fall ist eine maßgefertigte Korrektureinlage aber vorzuziehen wenn eben diese Korrektur gefordert ist.


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22. November 2001

Wir haben heute bei einem neuen OT neue Dreibackeneinlagen für Henning abgeholt. Die bisherigen hatten zwei Druckpunkte an der Fußinnenseite und einen an der Fußaussenseite. Die Einlagen, die wir heute bekommen haben, sind genau umgekehrt: Zwei Druckpunkte an der Aussenseite, ein Druckpunkt an der Innenseite. Auf Nachfrage sagte uns der OT, daß Hennings bisherige Einlagen Sichelfußkorrektureinlagen seien, aber keine Dreibackeneinlagen. Bisher war dabei aber immer von Dreibackeneinlagen die Rede. Was stimmt denn nun?

 

Antwort:

Was Euer neuer Techniker Euch da erklärt hat finde ich dann doch ein bisschen komisch. "Stand ja so auf dem Rezept" ist keine Begründung. Wirklich wichtig ist die Wirkungsweise der Einlagen, und die kann effektiv nur die Sichelfußkomponente des KF beeinflussen. Tipp: Bittet den Verordner das Wirkprinzip auf das Rezept zu schreiben, eventuell sogar mit genauen Gradzahlen für die Korrektur. So können Mißverständnisse beim Techniker ausgeschlossen werden. Auch kann Euch der Arzt mittels Manipulation mit den Händen zeigen wie die Einlage wirken soll. So könnt Ihr es dann leichter kontrollieren. Übrigens: Maßgefertigte Korrektursicherungseinlagen (z.Bsp. nach OP) passen meist auch in ganz normale Schuhe. Probieren geht über.... Die 2. Komponente des KF ist der Fersenbeinhochstand mit dem damit verbundenen Spitzfuß. Diese Fehlstellung kann KEINE Einlage wirksam korrigieren (die meisten Nachtschienen übrigens auch nicht!)


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