Sohn, 17 Jahre alt, Arthrodese bds.
Durch die Arthrodese haben sich auf beiden Füßen jeweils die 4 Zehen auf die Großzehe gelegt. Mein Sohn hat ständig Schmerzen und entzündete Großzehen. Was kann man da machen?
Antwort:
Wenn ich die Beschreibung richtig vor Augen habe, liegt hier eine schwere Fehlstellung vor.
Bei Anzeichen einer Entzündung, also Rötung, Schwellung, Erwärmung, Schmerzen, sollte unbedingt der Arzt hinzu gezogen werden. Krankengymnastik kann hier erst an zweiter Stelle greifen. Es gibt u.a. Nachtlagerungsschienen für das Großzehengrundgelenk, die bewirkt, daß alle fünf Zehen zumindest während der Tragezeit wieder nebeneinander liegen. Aber ob so eine Schiene bei der beschriebenen Fehlstellung noch ausreicht, muß ein Arzt entscheiden. Zusätzlich sollte natürlich die Entzündung ärztlich behandelt werden. Ist dies geschehen, und der Arzt entscheidet sich für z.Bsp. so eine Schiene, also eine konservative Behandlung, dann erst könnte auch die Krankengymnastik greifen, zum Beüben der Unterschenkel- Fußmuskulatur etc.,für eine Stabilisierung der Korrektur außerhalb der Schienenzeit.
Aber dies ist alles nur unter Vorbehalt, da es nicht möglich ist, eine Erkrankung per E-mail zu begutachten bzw. eine Behandlung zu empfehlen. Auf jeden Fall sollte der nächste Gang zum Hausarzt- und/oder Orthopäden sein.
21. September 2002
Sohn, 22 Jahre alt. Als er mit 16 Monaten noch nicht lief, wurde eine Spastik am rechtem Arm (angewinkelter Ellenbogen beim Laufen) und der Klumpfuß, damals noch Sichelfuß entdeckt. KG nach Bobath, jahrelang; jetzt, nach Beendigungder Lehre, hinkt er. Absatzerhöhung 1,7 cm. Cranio Sakral Anwendungen momentan. Arbeitet als Lagertechniker mit Einlagen in Schuhen. Hinkt beim Gehen sehr.
Mein Sohn hat sich sehr gut entwickelt, den Arm bemerkt man kaum , nur das hinken wird schlimmer. Was kann er tun? Würden Sie eine OP empfehlen?
Antwort:
Vorab bleibt, wie immer, zu sagen, daß man einen (Klump-)Fuß per Brief nicht beurteilen kann. Was Ihr Sohn sicherlich in Angriff nehmen sollte, wäre ein Termin beim Orthopäden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Gehen zu unterstützen. Veränderungen an der Sohle durch einen orthopädischen Schuhmacher, z.Bsp. Randerhöhungen, Schmetterlingssohle etc.
Evtl. ist ja auch eine OP von Vorteil, was man so aber sicher nicht beurteilen kann. In diesem Fall würde ein Orthopäde Ihren Sohn sicher in eine klinische, operative Orthopädie weiter überweisen.
Was sicherlich am wichtigsten ist, wenn ich mir das Alter Ihres Sohnes betrachte.... dann wäre es, die Sache überhaupt erst einmal konsequent in Angriff zu nehmen. Junge Männer in diesem Alter sind ja oft etwas nachsichtig mit ihrem Körper. Es könnte aber durchaus Folgeschäden haben, wenn er über Jahre, auch beruflich mehrbelastet, hinken würde. Gelenke werden ungleichmäßig belastet, die Wirbelsäule erhält eine Fehlstatik.
13. Mai 2002
Meine Tochter hat einen Klumpfuß, rechts, geb. 29.04.2001.
Bisherige Behandlung:
5 Wochen Gipstherapie, 5 Wochen Unterschenkelschiene, seither Wickeln nach Zukunft-Huber. Außerdem machen wir Krankengymnastik ( Vojta und Dehntechnik nach Zukunft-Huber). 3 Mal ( 29.10 2001 , 28.01.2002 und 08.04.2002 ) erfolgte eine Vorstellung beim evtl. Operateur und 3 Mal wurde eine Operation noch nicht für erforderlich gehalten , da sich Fortschritte in der Behandlung (nach klinischem Befund und auch auf dem Röntgenbild) nachweisen ließen. Der Orthopäde hält Lizzy´s Fuß für einen "Grenzfall" bezüglich einer erforderlichen OP (meine Interpretation). Gegenwärtig ist der Stand der, daß wir warten werden, wie sich der Fuß beim freien Laufen einstellen wird. Dann soll evtl. doch noch operiert werden.
Der Fuß selbst läßt sich gegenwärtig wie folgt beschreiben:
Der Vorfuß dreht stark nach innen, die Ferse ist fast unten (würde sagen, im 2-3 Millimeterbereich), der Rückfuß sieht (allerdings nur, wenn sie richtig steht) "normal" aus, ansonsten steht ein Knochen unterhalb des Außenknöchels leicht nach außen. Dieser Knochen läßt sich bei der KG jedoch "an seinen Platz" drücken. Passiv läßt sich der Fuß insgesamt in die richtige Stellung bringen. Beim Stehen stellt sie den Fuß manchmal richtig auf und manchmal mehr auf der Fußaußenseite (das korrigieren wir dann immer). Den KF belastet sie nicht richtig, steht meist mit dem ganzen Gewicht auf dem anderen Fuß.
Die Fußlänge ist sehr gut, der Fuß ist im Prinzip genau so lang wie der linke. Lizzy ist jetzt ein Jahr alt. Sie läuft (auf Spitzen) am Tisch/Möbeln entlang. Frei laufen kann sie noch nicht.
Nun meine Fragen:
Halten Sie es (aus der Ferne und nach meiner Beschreibung) für sinnvoll, den Laufbeginn und eine damit evtl. einhergehende Besserung des Fußes abzuwarten? Gibt es Ihrerseits diesbezüglich Erfahrungen?
Könnte durch das Warten über den Laufbeginn hinaus eine negative Entwicklung des Fußes erfolgen?
Welche Schuhe / Einlagen etc. würden sie empfehlen?
Welcher Zeitpunkt wäre aus Ihrer Sicht der richtige für Schuhe/Einlagen? (Gegenwärtig hat sie noch nichts)
Antwort:
Ich halte den KF "aus der Ferne" für KG optimal versorgt. Wenn sie eine gute Therapeutin hat, die selbst auch die Kurse Z.-H. und Vojta absolviert hat, kann sie es nicht besser haben.
Um die Fragen bezüglich des Laufens zu beantworten, muß man den Fuß definitiv gesehen haben. DAS kann man aus der Ferne nicht beantworten. Laufen ist so eine komplexe Geschichte, da muß man den Fuß genauestens beobachten können, um ihn gut zu beurteilen.
10. Dezember 2001
Ist es schädlich Vojta und Bobath parallel anzuwenden? Kann das eine das andere behindern? Oder kann ich ruhig zwei mal die Woche Vojta und einmal die Woche Bobath turnen lassen?
Antwort:
Bobath ist ein Behandlungskonzept, keine Technik, d.h. Bobath läßt alle Behandlungstechniken zu, die den Patienten ans Ziel bringen, unter der einzigen Bedingung, daß der Patient in der Weise gefordert werden sollte, immer an der maximalen Leistungsgrenze AKTIV zu arbeiten.
Vojtha ist eine Behandlungstechnik, mit der mittels Reflexpunkt-Reizung Reaktionen provoziert werden. Diese Reaktionen laufen nicht immer bewußt ab, sie können auch(!) über die untergeordnete Motorikschleife im Rückenmark laufen, so daß dem Patienten im diesem Moment nicht bewußt ist, was er gerade macht. Das heißt auf gut deutsch: es werden Aktionen gefordert, ohne daß der Patient sich Gedanken darüber macht, was er gerade tut. Dieses kann man sich zur Hilfe nehmen, wenn ein Patient ein gestörtes Körperbewußtsein hat, oder noch zu jung ist rationell mitzudenken oder adäquat zu reagieren.
Folgerung (eine ganz persönliche Hypothese):
Beides behindert sich nicht. Ein einjähriges Kind kann man bedingt zur Mitarbeit motivieren. Es sind sicherlich Bewegungen bei KF nötig, die so ein kleiner Mensch noch nicht bewußt ausführen kann. Ich würde es als eine ergänzende Behandlung sehen, die meines Erachtens mit fortschreitendem Alter dorthin gesteuert werden sollte, daß man das Kind aktiv gewinnt, also die Behandlung so verpackt, daß die Übungen bewußter werden, so daß sie alltagsrelevanter werden. In der Krankengymnastik ist es ganz wichtig, die Behandlungen so zu gestalten, daß die Patienten sie auch außerhalb der Therapie für sich nutzen können!







